Luiseneiche: Orkanstärke simuliert

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Über eine Seilwinde wurde die Luiseneiche mit etwa 1,6 Tonnen Last in drei Richtungen gezogen.

KIERSPE ▪ Rund drei Stunden dauerte gestern der Zugversuch an der Luiseneiche. Mit der Begutachtung beauftragt worden war das Sachverständigenbüro Reinartz & Schlag aus Köln, Fachagrarwirt Thomas Bette aus Halver brachte die notwendigen Seile zur Vertäuung des Baumes in die Krone.

In der letzten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses Mitte Juni war beschlossen worden, die angeregte Diskussion um eine eventuelle Fällung des Naturdenkmals an der Goethestraße mit stichhaltigen Zahlen zu unterfüttern. Und das nicht ohne Grund: Die alte Eiche steht unmittelbar neben einem Kinderspielplatz, auch Häuser könnten von einem Sturz während eines Sturmes massiv beschädigt werden, zudem wäre der Verkehr stark gefährdet.

In etwa zwölf Metern Höhe brachte Bette gestern ein Stahlseil in die Baumkrone, das dann an einem festen Punkt verankert und über eine Seilwinde bis auf 1,6 Tonnen Zuglast gespannt wurde. Diese entspricht zwar nicht derjenigen eines Orkans, die tatsächliche Kraft, die der Baum aushält, wird aber im Nachhinein hochgerechnet. „Diese Methode sagt sehr viel über den Gesamtzustand eines Baumes aus“, erklärte Hermann Reinartz. Abgespannt wurde die Eiche in drei Richtungen, wobei jeweils an der Vor- und Rückseite die Dehnungs- und Stauchungswerte gemessen wurden. Außerdem brachte Reinartz ein Gerät am Baumstamm, das die Veränderung des Winkels maß, in dem sich der Baumstamm neigte. Zudem nahm der Kölner noch andere Maße wie etwa die Größe und den Schwerpunkt der Baumkrone.

Bei allen drei Messungen offenbarte sich kein eindeutig negatives Ergebnis, bei dem eine anschließende Berechnung überflüssig geworden wäre. Die Daten gäben durchaus Anlass zu der Hoffnung, dass die Luiseneiche noch genügend Standfestigkeit besitze, um weitere Jahre stehen bleiben zu können. „Eine vorzeitige Aussage wäre aber unseriös. Wir müssen erst einmal die Berechnungen abwarten“, so Reinartz. Denn eine gewisse Fäule gebe es im Stamm durchaus, man müsse eben schauen, wie ausgeprägt diese sei. Das Gutachten soll etwa in einer Woche abgeschlossen sein. ▪ isas

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