Luiseneiche: Fällung gestoppt, neues Gutachten

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Die Luiseneiche in Kierspe-Dorf wird nun erneut begutachtet.

KIERSPE ▪ Entwarnung im Fall der Luiseneiche: Vorerst fahren keine Forstarbeiter mit der Kettensäge vor. Der Umwelt- und Bauausschuss wird erneut tagen.

In der Zwischenzeit sind die Wogen hochgeschlagen: Viele Bürger haben sich gegen die Maßnahme ausgesprochen und wollen den Baum erhalten wissen.

BUND, Heimatpfleger und weitere Bürger zeigten sich entsetzt

Neben dem BUND hatte sich auch der frühere Ortsheimatpfleger Hans-Ludwig Knau eingeschaltet. Die Einwohnerfragestunde zu Beginn der Ratssitzung am vergangenen Dienstag nutzte er, um nochmals auf das Problem hinzuweisen und dafür auch die Ratsmitglieder zu sensibilisieren. Denn der Baum ist das Zeugnis einer rund 400-jährigen Vergangenheit und wurde der Gemeinde von einer gewissen Luise Dörschelen geschenkt. Er steht an markanter Stelle am Weg vom Ufer zum Platen Kopf, wie er vor einigen Tagen in seinen Ausführungen zu dem Baum hervorgehoben hatte.

Bürgermeister Frank Emde nimmt Stellung zur Kritik

In der Ratssitzung nahm dann Bürgermeister Frank Emde Stellung zu der Kritik und beruhigte: „Das Thema wird noch einmal beraten in der nächsten Sitzung des Hauptausschusses und dann auch der des Rates im Mai. Dem steht es dann frei, das Thema nochmals an den Umwelt- und Bauausschuss zu geben.“ Emde versicherte, dass mit dem Baumexperten Thomas Bette aus Halver, der vom BUND als unabhängiger Experte vorgeschlagen worden ist, jetzt nochmals ein Gutachter hinzugezogen werde, der sich den Baum ansehe. Das geschehe noch in dieser Woche.

Nach der Unteren Landschaftsbehörde MK kommt nun ein unabhängiger Gutachter

Bislang sei die Luiseneiche nur von einem Vertreter der Unteren Landschaftsbehörde beim Märkischen Kreis, Wolfgang Gräber, in Augenschein genommen worden. Ein richtiges Gutachten sei dies aber nicht gewesen.

Baumschutzgruppe empfahl eine teilweise Kappung

Seitens der Verwaltung war in Abstimmung mit der Baumschutzgruppe des Fachausschusses und dem Märkischen Kreis vorgeschlagen worden, den Baum um die Hälfte zu kürzen. In dem Rahmen sollten die Äste der Krone, die sich nach der ersten Kappung vor knapp 20 Jahren neu gebildet hat, wieder zurückgeschnitten werden, um der Verkehrssicherungspflicht zu genügen und Passanten sowie Kinder auf dem nahen Kinderspielplatz vor herunterfallenden Ästen zu schützen.

Gedenktafel auf Baumstumpf

Aber der Ausschuss war dem nicht gefolgt, sondern hatte favorisiert, die Luiseneiche zu fällen und nur einen kleinen Stumpf stehen zu lassen, auf dem eine Gedenktafel angebracht werden sollte. Zudem sollte als Ersatz ein bereits möglichst großer Baum gepflanzt werden.

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