Außergewöhnlicher Abend in der Brennerei

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Unter der Moderation von ARD-Literaturkritiker Denis Scheck (Mitte) kamen Literatur-Agent Werner Fuchs (rechts) und Filmschauspieler Tom Wlaschiha in der Brennerei zu Wort. ▪

RÖNSAHL ▪ Ein in vielfacher Weise ungewöhnlicher Abend im ohnedies facettenreichen Veranstaltungskalender stand am Freitagabend vergangener Woche in der historischen Brennerei in Rönsahl auf dem Programm. Auf Einladung der Meinerzhagener Buchhandlung Schmitz war es nämlich gelungen, den als Moderator der ARD-Sendung „Druckfrisch“ bekannten Literaturkritiker Denis Scheck, zudem den Literatur-Agenten Werner Fuchs und darüber hinaus auch den Schauspieler Wlaschiha an einen Tisch zu holen.

Und das hatte einen ganz besonderen Grund: Weit geöffnet sein sollte an diesem Abend die Tür ins Land der Fantasie, der irrealen Träume und fiktiven Begegnungen, wie sie beispielsweise dem Hirn verschiedener Roman- Autoren entspringen, und wo wäre das in ähnlich „authentischer“ Umgebung wohl besser möglich als eben in derder urigen Umgebung und bei dem ganz besonderen Flair, das das alte Bruchsteingemäuer des historischen Brennereigebäudes umgibt.

Gern hatten sich die mehr als hundert Zuhörer, zum Teil zünftig gewandet, die eine der begehrten Eintrittskarten zu diesem besonderen literarischen Abend ergattern konnten, dazu einladen lassen, zumindest ein Stück weit in die geheimnisvolle Welt einzutauchen, so wie sie speziell der Amerikaner George R.R. Martin in seiner mittlerweile millionenfach verkauften Fantasy-Roman-Reihe „Das Lied von Eis und Feuer“, die in dem fiktiven Kontinent Westeros spielt, erzählt.

Wer jedoch erwartet hatte, dass der gesamte Abend sich thematisch mit eben jenem Romanzyklus als solchem auseinandersetzen würde, der wurde schnell eines Besseren belehrt: Vielmehr nutzten die Gesprächspartner die Gelegenheit, ihre Zuhörer zumindest ein Stück weit mit der Persönlichkeit des Erfolgsautors Martin, der enormen Vielfalt genialer Intentionen, die Grundlage des so außerordentlich erfolgreichen Schriftenreihe, deren Fortführung von weltweiten Konsumentenkreis schmerzlich erwartet wird, bekannt zu machen.

Sowohl Literaturkritiker Scheck, Moderator des Abends, als auch sein Gesprächspartner und im gleichen Genre tätiges Pendant Werner Fuchs konnten dabei aus dem Fundus persönlicher Begegnungen mit dem Autor und der dabei gesammelten Erfahrungen schöpfen. Zeitweise mit konkurrierenden Interessen unterwegs, haben sowohl Scheck als auch Fuchs den millionenschweren, dabei aus durchaus bürgerlichen Verhältnissen stammenden und, von einigen speziellen „Macken“ einmal abgesehen, durchaus auf dem Teppich gebliebenen Erfolgsautor in seinem Domizil in Santa Fe besuchen und näher kennen lernen können. Fuchs darf sich nach eigenem Bekunden zum engen Freundeskreis des skurrilen Amerikaners „mit einem Lachen wie Bernie Geröllheimer – und das hundertfünfzig Mal am Tag“ zählen.

Das allerdings gestattete auch nicht die Antwort auf die gestellte und die inzwischen weltweit riesige Fangemeinde brennend interessierende Frage danach, wann denn definitiv mit der nächsten Sequenz des auf insgesamt 14 Romane konzipierten Zyklus „ A Song of Ice and Fire“ zu rechnen sei. „2014 oder 2015, wenn alles gut läuft“ war die salomonische Antwort, die es später zu hören gab.

Höchst interessant auch, was der aus Sachsen stammende Schauspieler Tom Wlaschiha zu erzählen wusste. Dessen Talent wurde bei einem Casting im Vorfeld der Verfilmung von „A Song of Ice und Fire“ erkannt, und der junge Mann selbst vom Fleck weg für eine Hauptrolle in dem in Irland gedrehten Fantasy-Film „A Game of Thrones“ verpflichtet.

In der im zweiten Teil des Abends, der übrigens von Harfnerin Cora Büsch musikalisch umrahmt und zudem mit kleinen kulinarischen Leckereien zusätzlich verschönert wurde, stand eine Lesung von Tom Wlaschiha im Mittelpunkt. Dabei entführte der Schauspieler, der in den laufenden HBO-Fernsehserie Jaqen H´gar, den „Mann ohne Gesicht“, spielt, seine Zuhörer mitten hinein ins fiktive Geschehen der Handlung, ließ sie teilhaben am zum Teil grausamen Geschehen im Lager der gefangenen Normannen und konnte auf diesen Weise zumindest ein Stück weit deutlich machen, warum diese Art von Romanen und deren Verfilmung einen entsprechend hohen Stellenwert genießt. ▪ cr

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