Literaturcafé macht Station im Fritz-Linde-Museum

Martina Schnerr-Bille (links) und Marion Görnig gaben abwechselnd den fiktiven Briefwechsel zum Besten, mit dem sich zwei Angestellte über die Willkür ihres unberechenbaren Chefs Luft machen. - Fotos: Crummenerl

Kierspe - Selbst in Zeiten der drahtlosen Kommunikation, in denen kaum jemand ohne Internet-Anschluss, Handy und die anderen kleinen Alleskönner im modernen Kommunikationswesen auskommt, hat der gute alte Brief noch längst nicht ausgedient.

Von Rainer Crummenerl

Das dies so ist, davon konnten sich die gut vierzig Gäste, die am Sonntagnachmittag auf Einladung der VHS Volmetal und des Heimatvereins zur 31. Veranstaltung im Rahmen des VHS - Literaturcafés ins Fritz-Linde-Museum gekommen waren, überzeugen.

Die „Geschichtenschmiede“ der Volkshochschule Volmetal, so informierte VHS-Leiterin Marion Görnig eingangs, hatte sich im zurückliegenden Semester mit dem Thema „Briefe“ befasst und sich in diesem Zusammenhang insbesondere mit der Form des Briefeschreibens auseinandergesetzt. Dabei spürten die Verfasser der besonderen Aussagekraft nach, die im geschriebenen Wort liegt und entdeckten, wie unverzichtbar wichtig die Briefform tatsächlich ist.

Gern ließen sich die Besucher zum Zuhören einladen und lauschten gebannt den Geschichten, die die Autoren auszugsweise vorlasen.

Derweil verwöhnte das Serviceteam des Heimatvereins die Gäste mit Kaffee und Kuchen. Sämtliche Briefe ließen die Besucher eintauchen in faszinierende Geschichten aus dem Leben und überraschten oftmals mit unvorhersehbaren Wendungen. Der besondere Clou dabei: An die jeweiligen Partner gerichtete Abschiedsbriefe landeten sämtlich nicht beim vorgesehenen Adressaten sondern bei unbeteiligten Zeitgenossen. Die nahmen tiefen Einblick in die Gefühlswelten der Briefschreiber und beeinflussten den Lauf der Dinge auf ihre Weise.

Gute Unterhaltung war garantiert, und der Zuhörer konnte sich hin und wieder ein Schmunzeln nicht verkneifen. So auch, als es um einen fiktiven Leserbrief an die „sehr geehrte Redaktion“ der Tageszeitung, oder um diverse Briefwechsel ging, bei denen sich die Protagonisten den Frust von der Seele schrieben und es sich dabei gegenseitig gehörig heimzahlten.

Viele Literaturfreunde freuen sich sicherlich schon jetzt auf den Ideenreichtum, der bei der nächsten Lesung der Autoren im Juni kommenden Jahres präsentiert wird. Dann findet das Literaturcafé voraussichtlich in der Galerie Langenohl statt.

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