Literatur-Vorstellungen bei Wein und Brot und Käse

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Literaturwissenschaftlerin Ileana Beckmann (rechts) und VHS-Direktorin Marion Görnig präsentierten im Alten Amtshaus eine Vielzahl lesenswerter literarischer Neuerscheinungen.

KIERSPE ▪ Das Spektrum der Buchempfehlungen, das Ileana Beckmann am Freitagabend in gemütlicher Runde für die Volkshochschule Volmetal im Alten Amtshaus präsentierte, reichte von „Historisches“ über „Fremde Länder“, „Zeitgeschichte“, „Frauen und Familie“ bis hin zu „Liebe“, „Thriller“ und „Männer“.

Nach der Begrüßung durch VHS-Direktorin Marion Görnig folgten die heimischen Literaturfreunde bei Wein, Brot und Käse den pointierten, informativen Ausführungen der Hagener Literaturwissenschaftlerin.

Zum Auftakt hatte Beckmann einige Titel des peruanischen Literaturnobelpreisträgers Mario Vargas Llosa zusammengestellt. Mit einer Auswahl aus Liebesroman („Tante Julia und der Kunstschreiber“), Krimi („Wer hat Palomino Molero umgebracht“) und politischem Buch („Das Fest des Ziegenbocks“), verdeutlichte sie die große Bandbreite opulenter, fantastischer Geschichten des Südamerikaners.

Zur Zeit der italienischen Renaissance spielt Marina Fioratos historischer Roman „Das Geheimnis des Frühlings“. Darin verbinde die Autorin die spannende Geschichte um ein berühmtes Botticelli-Gemälde mit einer herzergreifenden, höchst amüsant erzählten Liebesgeschichte, so die Fachfrau. „Ein Buch voller Spannung, Intrigen und Kunst, das alle Freunde historischer Romane begeistern wird“, lautete ihr Fazit.

In ihrem eindrucksvollen Debüt „Gott im Reiskorn“ schildert die erst 23-jährige, in Berlin lebende afghanische Autorin Mariam Kühsel-Hussaini die autobiografische Geschichte ihrer Kalligraphenfamilie in orientalisch-poetischer Sprache. Ihre Geschichte von der Begegnung unterschiedlicher Welten und dem Erdulden von Gegensätzlichkeiten plädiere für kulturellen

Austausch und Respekt vor der Andersartigkeit. „Ein Buch, das im Zuge der aktuellen Integrationsdebatte Beachtung verdient, aber vom Leser viel Einfühlungsvermögen verlangt – eine echte Herausforderung“, stellte Ileana Beckmann fest.

In ihrem zeitgeschichtlichen Roman „Mein Berliner Kind“ setzt Anne Wiazemsky ihrer Mutter Claire Mauriac, die im zerstörten Nachkriegs-Berlin von 1945 als Rotkreuzschwester arbeitet, ein Denkmal.

Einfühlsam beschreibt sie ein Frauenleben zwischen Tradition und Selbstbestimmung sowie die anrührende Liebesgeschichte ihrer Eltern. Als besonders interessant für den deutschen Leser benannte Beckmann die Tatsache, dass die Leiden der deutschen Bevölkerung hier explizit geschildert würden – ein in Frankreich bisher eher seltenes Phänomen.

Neben Titeln von Claudia Pineiro, Thomas Hettche, Markus Feldenkirchen, Jilliane Hoffmann, Ismail Kadaré, Ian McEwan und John Irving, stand auch der mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnete Roman „Tauben fliegen auf“ von Melinda Nadj Abonji auf Ileana Beckmanns Empfehlungsliste. Mit ihrem Lieblingsbuch „Angerichtet“ des Niederländers Hermann Koch beschloss sie ihre literarischen Anregungen.

„Diese Kombination aus bissig-komischer Gesellschaftsanalyse und Familiendrama ist ganz ungewöhnlich konstruiert, mit leichter Hand geschrieben, aber mit viel Nachhall“, lautete ihre Empfehlung. ▪ msh

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