Lioba Albus alias Mia Mittelkötter überzeugt im PZ

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Kabarettistin Lioba Albus überzeugte in ihrer Rolle als Mia Mittelkötter.

Kierspe - Ausladend waren ihre Schritte, als sie die Bühne betrat. Die Locken ihrer Blondhaarperücke wippten zum Rhythmus der Schritte auf dem Weg auf eine fast leere Bühne.

Ein Tisch, zwei Stühle und ein paar knallig rote hochhackige Schuhe – mehr brauchte Lioba Albus in ihrer Rolle als Mia Mittelkötter nicht. Die Kabarettistin aus Attendorn war auf Einladung der Stadt Kierspe ins PZ der Gesamtschule gekommen, und es sollte ein höchst vergnüglicher Abend werden.

Skeptisch schaute sie in die Dunkelheit des Zuschauerraumes. Fest umklammert hielt sie ihre überdimensionale Handtasche, doch hinter ihrer Stirn arbeitete es merkbar. „Freundinnen und Freunde des guten Geschmacks“, hypnotisierte Mia Mittelkötter das Publikum. „Hoffentlich haben wir heute an St. Martin die Laternen nicht an, denn wir machen es uns bedrrooohlich gemütlich.“ Dies wurde es dann – mal für die Frauen, oft für die Männer. Auch ehemalige Freundinnen, die eigenen Kinder oder Flüchtlinge kamen dran, nicht immer positiv, vielfach aber sehr philosophisch.

Doch am liebsten ließ sich Mia Mittelkötter über ihren Mann Gustav aus. „Schweigend mag ich ihn“, zeigte sie mit ihren Fingern anklagend ins Publikum. „Denn ein Mann, der nicht spricht, lässt viel Platz für Phantasie.“ Von der Beziehung zwischen Mann und Frau, da hat sie Ahnung. Über 30 Jahre ist sie mit ihrem Gustav zusammen und es hat sich so manches abgekühlt. Kein Wunder, dass Mia Mittelkötter die verlassenen Kinderzimmer ausgeräumt und sie sich einen hochattraktiven Flüchtling ins Haus geholt hat. „Als Frau weiß man längst, dass das Daruntergucken immer schöner ist als das Haben.“ Der Anblick seiner schmalen Hüften lässt sie nun jeden Morgen früh aufstehen und ihren Flur putzen, nur um ihm auf dem Weg zum Bad in einem knapp bedeckenden Handtuch zu begegnen: eine Win-win-Situation.

Dabei waren die Männer bei der Erschaffung der Welt gar nicht vorgesehen. „Gott schuf eine Welt voller Frauen“, strickte sich Mia Mittelkötter ihre eigene Schöpfungsgeschichte. „Er holte sich doch keinen Mann als Konkurrenz ins Paradies.“ Doch den vielen Evas wurde es langweilig. Gott wollte ihnen etwas erschaffen, worüber sie sich richtig ärgern konnten – einen Mann.

„Von Stund’ an sollt ihr nicht als Göttinnen sondern als Gattinnen euer Leben fristen“, beschloss Gott und schickte Frau und Mann auf die Erde ins Trainingslager. Doch das Leben dort ist nicht immer witzig. Als Frau ist man für den Mann bald ein Mutterersatz. Nur für die Zeit der Werbung strengt er sich an, danach erlischt das Bemühen schnell. Doch auch das Single-Sein ist nicht optimal. „Mit dem Alter steigen die Ansprüche, wogegen im gleichen Maße die Chancen sinken“, befand Mia Mittelkötter.

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