Linde-Wohnhaus soll bald Museum werden

Fritz Linde (rechts) mit seiner Familie vor dem Wohnhaus im tgebiet Höferhof. Dort soll nun ein kleines Museum an den Heimatdichter erinnern. ▪ Archivfoto

KIERSPE ▪ Immer vorausgesetzt, dass alles so planmäßig und termingerecht abläuft wie vorgesehen, dann wird die Stadt Kierspe schon in wenigen Monaten über ein weiteres kulturelles Kleinod verfügen.

Viele fleißige Hände packen bereits seit einigen Wochen tatkräftig mit zu, damit ein großes Ziel, das sich der Heimatverein Kierspe für dieses Jahr gesetzt hat, auch in die Tat umgesetzt werden kann. Die Rede ist von der Umgestaltung des Wohnhauses von Fritz Linde zu einem Museum.

Das Haus in der Wohnlage Höferhof, steht dem Heimatverein zur Verfügung und wird seit dem vergangenen Herbst nicht mehr zu Wohnzwecken genutzt. Die dort zuletzt lebenden Nachfahren des Heimatdichters hatten den Wunsch geäußert, dass an dieser Stelle an Lebenswerk und Wirken von Fritz Linde, der mit seiner Familie lange in diesem Hause gelebt hatte, gedacht werde. Und eben das, so die Nachbarinnen Marlen Vedder und Silvia Baukloh als 2. Vorsitzende des Heimatvereins, entspreche genau den Zielen des Vereins.

Der Heimatverein sieht mit der Errichtung von musealen Räumen in eben diesem Haus die Möglichkeit, den bereits bestehenden Schwerpunkten kulturellen Schaffens früherer Zeiten in Kierspe, so wie sie beispielsweise mit dem Schleiper Hammer, dem deutschen Bakelitmuseum im ehemaligen Amtshaus und anderen exponierten Einrichtungen bereits angesprochen werden, nun ein weiteres Glanzlicht hinzu zu fügen.

Heimatdichter Fritz Linde, oft in einem Atemzug genannt mit Sanitätsrat Dr. Friedrich Deisting, dem ehemaligen Amtsbürgermeister Otto Ruhe, Anni Wienbruch oder auch Heimatforscher Fritz Gogarten genannt, erblickte am 27. Juli 1882 als Sohn eines Schmiedemeisters in Sankel im Volmetal das Licht der Welt, könnte also in diesem Jahre sein 130. Wiegenfest feiern. Nach dem Besuch der einklassigen Volksschule in Vornberg und Berken fand er sein Auskommen als Metallarbeiter bei der Firma Dr. Deisting und als Kleinbauer im Höferhof. Aus der im März 1908 mit Friederike Caroline Winter geschlossenen Ehe gingen drei Kinder hervor.

Zeitlebens galt die besondere Zuneigung Fritz Lindes der kleinbäuerlichen Lebensart und insbesondere der Pflege der plattdeutschen Heimatsprache, Wesenszüge, die sich gewissermaßen als roter Faden in sämtlichen Erzählungen, Geschichten und Gedichten aus der Feder des bedeutenden Sohnes der Stadt Kierspe wieder finden. Neben seinen bekanntesten Werken „In diar Lechterstunne“ (1924), „Dürch Hiän un Strüke“ (1928) und „Plattdütsch Kleintüg“ sowie dem 1937 vom Kreisheimatbund herausgegebenen „Hiärkelmai“ gibt es möglicherweise noch einige bisher unveröffentlichte literarische Schätze aus der Feder des im Dezember 1935 im Alter von nur 53 Jahren verstorbenen Heimatdichters.

Dies wird nach Sichtung seines literarisches Nachlasses vermutet, der unter anderem etliche Briefe enthält, die er aus seiner Militärzeit in Berlin, wo er beim „Füsilier-Regiment zu Fuß, 3. Regiment“ seinen Dienst versehen hat, an seine Lieben zuhause geschickt hat. Auch der Schriftverkehr mit dem Ruhfus-Verlag, der Druckerei Emil Groll in Meinerzhagen und Zeitungsverlagen, wobei es um die Veröffentlichung seiner Texte und Bücher ging, ist noch vorhanden. Etliche Bilder aus seiner Zeit als aktiver Turner beim TVK 1879 und etliche Texte, verfasst zu Jubiläen und Festen verschiedener Vereine, gehören neben persönlichen Dingen zum reichen Fundus zur Ausstattung der geplanten Heimatstube.

Die nämlich soll pünktlich zum 130. Geburtstag Fritz Lindes am 27. Juli dieses Jahres eröffnet und von da an regelmäßig besichtigt werden können. ▪ cr

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