Das Licht in die Welt tragen

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Aus Sperrholzplatten bastelten die Kinder Tischlaternen und Dirk Beckmeyer half den Kindern bei den Sägearbeiten. ▪

KIERSPE ▪ Da wurde gesägt, geklebt, geschnitten und gekleckert. 59 Mädchen und Jungen ab dem zweiten Schuljahr hatten sich wieder zur kreativen Kinderkirche im Gemeindehaus der Christuskirche getroffen, um einen kurzweiligen Samstag mit beten, singen und basteln zu verbringen.

Bevor die Kinder in die einzelnen Bastelgruppen eingeteilt wurden, begannen sie den Morgen mit einer Andacht. Um Licht ging es dabei. Den Kindern wurde eine Geschichte von Simon im Tempel erzählt, der voraussah, dass Jesus das Licht in die Welt bringen werde. Was den Kindern zur Farbe Schwarz einfiel, sollten sie aufzählen. Angst, Trauer und auch Mobbing kamen ihnen in den Sinn. Auf einem schwarzen Tuch legten sie auf gelbes Papier geschriebene Begriffe, die Angst oder Trauer vertreiben, also Licht in das dunkle Leben eines anderen Menschen bringen können. Immer mehr gelbe Karten lagen bald auf dem schwarzen Stoff und so erkannten die Mädchen und Jungen, dass sie selbst Werkzeug Jesu sein können, indem sie andere trösten und so Licht in die Welt bringen.

Es war das ersten Mal, dass sich zur kreativen Kinderkirche mehr Jungen als Mädchen angemeldet hatten. An den Bastelangeboten kann es nicht gelegen haben, denn die waren alle für Jungen wie für Mädchen geeignet. So bastelte eine Gruppe Kinder im Kirchkaffeeraum Lichterketten aus Architektenpapier. Mittels einer Schablone wurde die einzelnen Hütchen auf das Papier gezeichnet, bunt ausgemalt und mit einem Bügeleisen farblich verändert.

„Mit der Klebepistole selbst kleben dürfen wir leider nicht“, bedauerte Maxim, der als erster mit seiner Lichterkette fertig war. „Die Pistole wird zu heiß, da können wir uns verbrennen.“ Gefaltet wurde im Raum hinter der Orgel. Hier wurden die Sternenleuchten in Origamitechnik gebastelt, und die fast im Akkord. Mattes war schon bei seiner dritten Tischleuchte, eine für seine Mutter, eine für seinen Onkel und eine für sich. Gesägt und geklebt hingegen wurde im großen Jungscharraum. Dort wurden aus kleinen Sperrholzplatten drei Teile gesägt, die mit Papier hinterklebt und vor ein Teelicht gestellt werden. Robin, sieben Jahre alt, brauchte da noch etwas Hilfe. So recht wollte ihm die Säge nicht in der Hand liegen und Dirk Beckmeyer half ihm geduldig. Qualmverhangen war die Luft im Clubraum. Aus alten Kerzenstumpen wurden neue Kerzen gegossen oder Wachsanhänger für den Tannenbaum gemacht. Heiß waren nicht nur die brennenden und tropfenden Kerzen, heiß umkämpft auch die Tüten mit den Kerzenstumpen.

Während die Kinder und die 15 Erwachsenen kreativ tätig waren, pflegten Marion Borlinghaus und Gundula Glörfeld in der Küche eine andere Form von Kreativität. Sie stellten Teller mit rohem Gemüse als Vorspeise zusammen, kochten Tomatensoße und Soße Bolognese und in vier großen Töpfen die Nudeln dazu. Carina und Carolin halfen beim Decken der Tische, denn pünktlich um 12.30 Uhr war das Mittagessen eingeplant. Nachmittags wechselten die Kinder in andere Gruppen, um etwas neues zu basteln. Den gemeinsamen Abschluss der kreativen Kinderkirche bildete ein Treffen aller Gruppen in der Kirche.

Viermal jährlich bietet die evangelische Kirchengemeinde einen Samstag lang die Kinderkirche allen Kindern an. Eingeladen werden sie über Kindergottesdienste, die Schule oder das Gemeindebüro. Aber auch Freunde können die Mädchen und Jungen mitbringen, da sind die ehrenamtlichen Helfer der evangelischen Kirchengemeinde offen. Mit dem Kostenbeitrag von zwei Euro sind alle Kosten abgedeckt, das Bastelmaterial sowie das Mittagessen. ▪ GeG

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