Letztes Match um den Waldemar-Wien-Pokal

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Robert Hermes (vorne rechts), Ehrenvorsitzender der Tennisabteilung des TV Berkenbaum, überreichte den Waldemar-Wien-Pokal an Heinz Ludwig Knau vom Heimatverein.

KIERSPE ▪ Das Wetter war schön, ideal für das letzte Spiel um den Waldemar-Wien-Pokal. In einer kleinen Ansprache rekapitulierte Hajo Weiß vom TV Berkenbaum zunächst noch einmal die Geschichte des Pokals, bevor der Ehrenvorsitzende Robert Hermes die Bronze-Skulptur an Hans Ludwig Knau vom Heimatverein überreichte. Der Wanderpokal wird seinen endgültigen Standort in der Sammlung des Heimatvereins erhalten.

Diese Entscheidung hatten beide Tennisvereine gemeinsam getroffen, die den Pokal auch gestiftet hatten. Das Geld dazu brachten, je zur Hälfte, Karl-Hermann Wolframm vom Tennis-Club Kierspe und die Spieler der Tennisabteilung des TV Berkenbaum auf. Seit 1981 trugen die Freizeitspieler der beiden Vereine jährlich einen Vergleichswettkampf aus. Daraus entwickelte sich die Idee zu einem Wanderpokal und der Kiersper Künstler Waldemar Wien wurde mit der Herstellung beauftragt. In einem langen Gespräch mit Karl-Hermann Wolframm über Tennis, Wettkampf, Fairness und Nachbarschaft näherte er sich dem Thema an. Sein Wachsmodell, das er einige Wochen später vorstellte, zeigte zwei Tennisspieler, die sich nach dem Match die Hand reichen. „Der Verlierer gratuliert dem Sieger, verbunden mit der Achtung des Anderen und als Dankeschön für das Spiel“, erläuterte der Künstler. Die Spieler waren von Idee und Ausführung beeindruckt und der Bronzeguss wurde in Auftrag gegeben.

Irgendwann wurde der Pokal dann nach seinem Schöpfer benannt und seit 1985 die Gewinnermannschaften in den Sockel eingraviert. Nach 25 Jahren war die Kupferplatte voll – für die Gewinner des Spieles 2010 war kein Platz mehr. Auch das hatte eine gewisse Symbolkraft. Denn die Spiele am Samstag verliefen sehr ausgeglichen. Am Ende stand es 3:3. Die Spieler fanden das passend und verzichteten darauf, einen Sieger zu ermitteln.

Während die einen spielten, machten es sich die anderen bei Kaffee und Kuchen gemütlich. Die Runde war klein: Hatte man in den ersten Jahren vier bis fünf Doppel und acht bis zehn Einzelspiele bestritten, waren diesmal lediglich drei Doppel zusammengekommen. „Die Jugend macht ihr eigenes Ding“, stellte Hajo Weiß achselzuckend fest. Der jahrelange Schrumpfungsprozess war denn auch der Hauptgrund, warum man das Pokalspiel einstellen wollte. Aber so einfach geht das doch nicht. Die Spiele könnten doch auch ohne Pokal weiter stattfinden, meinten einige Aktive. Schließlich geht es beim Tennis nicht nur um die Ehre. Freude am Spiel und Geselligkeit sind den Sportlern genauso wichtig. ▪ bnt

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