Das Ende eines Kiersper Traditions-Chores

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Am Karfreitag fand der letzte Auftritt des Chores der landeskirchlichen Gemeinschaft Kierspe-Bahnhof statt.

Kierspe - 85 Jahre alt wäre der Chor der landeskirchlichen Gemeinschaft Kierspe-Bahnhof im Herbst geworden, doch am 4. Januar diesen Jahres beschlossen seine Mitglieder mehrheitlich, ihn aufzulösen. Am Karfreitag fand sein letzter Auftritt statt.

Begonnen hatte alles spontan mit dem Auftritt auf der Hochzeitsfeier des Diakons Otto Eichhoff. Das gelungene Experiment sprach sich schnell herum und weitere Auftritte folgten. Im Oktober 1931 kamen weitere Sänger hinzu und es gab jeden Montagabend Proben im Betsaal der Pestalozzischule.

1934 schloss sich der mittlerweile etwa 25-köpfige Chor dem Evangelischen Sängerbund in Wuppertal (ESB) an. Über 43 Jahre leitete der Mitbegründer Hugo Eichhoff den Chor, musste sie aber 1974 an Albert Lebershausen krankheitsbedingt abgeben.

 Ab den 70er Jahren bis in die 90er Jahre fanden jedes Frühjahr Singewochenenden in der Jugendherberge an der Bigge mit allen Chören des ESB statt. Anfang der 80er Jahre verjüngte sich der Chor stark durch Neuzugänge und es gab sogar einen eigenen Jugendchor. Am 27. und 28. Juni 1981 konnte das 50-jährige Bestehen des Chores mit einem Fest-Wochenende gefeiert werden.

Neben dem Singen in der Öffentlichkeit haben die Sänger immer viel Wert auf eine gute Gemeinschaft gelegt. Neben gemütlichen Abenden mit ihren Angehörigen machte die Chorgemeinschaft viele Ausflüge. 1994 vollzog sich ein zweites Mal ein Chorleiterwechsel. Nach längerer Erkrankung von Albert Lebershausen übernahm sein Sohn Jürgen die musikalische Leitung.

75-jähriges Chorbestehen mit Festgottesdienst in Christuskirche gefeiert

Als sich 2004 der Kirchenchor der Margarethenkirche auflöste, wechselten einige Sänger in den Gemeinschaftschor, um ihrer Leideschaft zu singen weiterhin nachgehen zu können. Im Jahr 2006 wurde das 75-jährige Bestehen des Chores mit einem Festgottesdienst in der Christuskirche mit George Freiwat gefeiert, am darauf folgenden Samstagabend mit einem großen Jubiläumskonzert in der Margarethenkirche.

Beim 80-jährigen Jubiläum im September 2011 gab es einen historischen Rückblick. Seit 1995 veranstaltete der Chor jedes Jahr am Karfreitag die „Stunde zur Besinnung“, eine besinnliche Feierstunde mit Musik und Lesungen in der Margarethenkirche. Es war der letzte Mal, dass der Chorzu hören waren. Eine fast 85-jährige Tradition ist zu Ende.

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