Musiktherapie in der Seniorenresidenz geplant

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Pflegedienstleiter Peter Oles, Geschäftsführer und derzeit vorübergehend auch Residenzleiter Dr. med. Lutz-Peter Lührmann und Regina Kleinfengels als Einrichtungsleiterin aus Wetter und derzeit Beraterin in Kierspe planen Musiktherapie für Demenzkranke. ▪

KIERSPE ▪ Zwar ist die Seniorenresidenz an der Montigny-Allee noch immer nicht komplett belegt, sondern hat weiterhin Kapazitäten frei, doch kann Geschäftsführer Dr. med. Lutz-Peter Lührmann sich über eine anhaltende Nachfrage von Interessenten sowie konkret auch immer neue Bewohner in seinem nach modernsten Standards eingerichteten 80-Betten-Haus freuen. Aktuell gibt es 57 Bewohner, nachdem es zwischendurch sogar schon 60 waren, darunter sind derzeit 19 Demenzkranke.

Dr. Lührmann ist gegenwärtig selbst ständig in der Seniorenresidenz anwesend, nach dem Christoph Schmidt zum 31. Oktober nach eineinhalb Jahren als Leiter der Seniorenresidenz ausgeschieden ist. Der Geschäftsführer nimmt daher die Residenzleitung wahr und reist täglich die 70 Kilometer aus Witten an. „Ich suche nach einem neuen Residenzleiter und gehe davon aus, dass die Stelle in drei Monaten wieder besetzt ist.

Unterstützt wird Dr. Lührmann (57), der noch zwei weitere Einrichtungen betreibt, eine mit 80 Betten in Wetter und eine kleinere mit 47 Betten in Volmarstein, von Regina Kleinfengels, der Leiterin des Hauses in Wetter. Sie ist momentan einmal pro Woche in Kierspe. Dr. Lührmann verspricht sich von einem personellen Austausch unter seinen Häusern positive Impulse. Die Zahl seiner Residenzen vergrößert sich gerade wieder, denn er plant und errichtet eine vierte Einrichtung in Menden. Lührmann hat erst im Jahr 2008 sein erstes Haus in Wetter eröffnet, nachdem er jahrelang Leiter einer Gruppe mit elf Einrichtungen und insgesamt 1100 Betten war.

Neu in seiner Funktion ist ebenfalls Peter Oles (36), der die Pflegedienstleitung im Haus übernommen hat, nachdem er vorher die Stellvertretung innehatte. Der Meinerzhagener hat im Altern von 18 Jahren im Pflegeberuf angefangen und den Beruf in all seinen Facetten kennengelernt. Nachdem er zunächst die Altenpflegerausbildung absolviert hatte, damals noch im Nachbarhaus der Arbeiterwohlfahrt, machte er auch seinen Zivildienst in diesem Bereich. „Zwischenzeitlich habe ich auch in der Behindertenhilfe beim Blindenwerk Westfalen in Valbert gearbeitet“, berichtet er über das bisherige Spektrum seiner Tätigkeit. In der Seniorenresidenz ist er von Anfang an, erst als normale Pflegekraft, dann als Wohnbereichsleiter, stellvertretender Pflegedienstleiter und jetzt als Pflegedienstleiter.

Peter Oles, Regina Kleinfengels und Dr. med. Lutz-Peter Lührmann arbeiten an einigen konzeptionellen Veränderungen in der Einrichtung: „Wir denken gerade im Demenzbereich um. Ziel ist es, sämtliche freiheitsentziehende Maßnahmen wie auch Medikamente zur Ruhigstellung so weit wie möglich abzubauen“, erläutern die drei den verfolgten Ansatz. Kleinfengels berichtet von den großen Erfolgen, die durch Musiktherapie in Wetter erzielt werden konnten. Demenzkranke singen und musizieren dort.

Vielfach können sich die Menschen wieder weitgehend frei auf den verschiedenen Ebenen bewegen und gehen sogar spazieren. Sie fangen zudem wieder an zu sprechen. Die Idee ist, so etwas auch in Kierspe zu etablieren. Ohnehin läuft hier schon ein kunstpädagogisches Projekt in der Regie der Künstlerin Claudia Ackermann, bei dem rund die Hälfte der Teilnehmer Demenzkranke sind.

In Kierspe plant Dr. Lührmann die Abrundung seines Projektes durch einen Komplex in direkter Nachbarschaft der Seniorenresidenz für betreutes Wohnen. Geplant sind 20 Wohnungen. „Wir registrieren eine starke Nachfrage von potentiellen Mietern. Derzeit wird aber noch mit den Banken über die Finanzierungskonditionen verhandelt. Ich rechne mit dem Baubeginn im März.

Rolf Haase

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