Leistungsabfall auch bei Viertklässlern

Lern-Defizite bei Kiersper Grundschülern

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Auch Kiersper Grundschüler weisen Defizite in Kernfächern wie Mathematik auf.

Kierspe - Viertklässler aus NRW schneiden laut der Studie IQB-Bildungstrends, die die Kultusministerkonferenz (KMK) in der vergangenen Woche in Berlin veröffentlichte, im bundesweiten Durchschnitt beim Lesen und in Mathe unterdurchschnittlich ab. Auch in Kierspe ist ein Leistungsabfall zu erkennen.

Viertklässler aus Nordrhein-Westfalen schneiden laut der Studie IQB-Bildungstrends, die die Kultusministerkonferenz Untersucht wurde, inwieweit sie diese Bildungsstandards in Deutsch und Mathematik erreichen. In Mathe habe sich in NRW der Anteil der Schüler, die den Regelstandard erreichen, binnen fünf Jahren deutlich um fünf Prozentpunkte verringert. 

Ähnliche Erfahrung musste auch Thomas Block, Leiter des Grundschulverbundes Pestalozzi- und Schanhollenschule, machen. Gerade im Bereich Sprache und Lesen haben seine Klassenlehrer Defizite feststellen müssen, so der Rektor. „Das ist im Verlauf der vergangenen vier Jahre teilweise merkbar“, sagt Block, der sich oft die Frage nach dem „Warum“ stellt. Grundsätzlich seien die Bedingungen für gutes Lernen nicht besser geworden. Stichworte seien dabei „Lehrermangel“, „große Klassen“ und „hohe Inklusionsanforderungen“. „Bei uns gibt es zehn Kinder, die früher auf einer Förderschule waren und nun von einer Kollegin betreut werden“, erklärt der Schulleiter. „Wir müssen mit den Bedingungen klar kommen. Vor allem mit den gesamtgesellschaftlichen Faktoren.“ Diese seien auch der Grund, warum immer mehr Kinder im Bereich Sport und Bewegung defizitäre Leistungen aufweisen würden. 

Eltern haben weniger Zeit für ihre Kinder

Ähnliche Erfahrungen hat auch Blocks Kollegin Stefanie Fischer, Leiterin der Bismarck- und Servatiusschule, gemacht. „In unserer Wahrnehmung lassen sich die Defizite nicht auf diese speziellen Fächer begrenzen“, sagt die Rektorin, die keinen expliziten Leistungsabfall ihrer Schüler im Bereich Mathe und Deutsch erkennen kann. Vielmehr seien vor allem die Selbstorganisation und die Eigeninitiativen der Schüler nicht ausreichend. „Die Ursachen dafür sind nicht leicht zu ergründen, aber vielleicht liegt es auch an der Gesellschaft oder am hohen Medienkonsum der Schüler.“ Gerade die fehlende Betreuung durch die Eltern, die immer höheren Belastungen durch ihren Beruf ausgesetzt sind, und der Freizeitstress der Schüler beeinflussten das Lernverhalten. Aber auch die fehlenden Möglichkeiten der Schulen, Extra-Förderungen anzubieten, seien ein weiterer Grund. 

Positiv sei der Schulleiterin aber aufgefallen, dass ihre Schüler offener und diskussionsfreudiger geworden seien. „Die Kinder haben kein Problem damit, vor Publikum zu sprechen und sich sprachlich entsprechend auszudrücken. Zudem treten sie vermehrt für ihre Interessen und die der Mitschüler ein und wollen über alles rund um den Schulalltag informiert werden“, erklärt Fischer.

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