Lehrer stehen Schlange im GSK-Schulleitungsbüro

+
Der Organisationsleiter der Gesamtschule, Stefan Müller, freut sich, dass sein Stundenplan diesmal auf insgesamt wenig Kritik bei den Kollegen stieß. Seit zwei Wochen hat er die Planung für das neue Schuljahr 2011/12 fertig. ▪

KIERSPE ▪ Die Kollegen standen Schlange im Büro der Schulleitung, als gestern die ersten Fachkonferenzen stattfanden. Es ging wie im Taubenschlag zu, gab es doch, bevor nach den großen Ferien am morgigen Mittwoch wieder die Schule beginnt, sehr viel zu regeln. Wer sich nicht schon in der vergangenen Woche die Zeit dafür genommen hatte, ließ sich gestern von Organisationsleiter Stefan Müller seinen Stundenplan geben. Wobei der stellvertretende Leiter der Gesamtschule diesen bereits seit zwei Wochen fertiggestellt hat.

„Das mache ich immer zuhause im stillen Kämmerlein“, merkt er an. Er nimmt sich dann sämtliche Unterlagen mit nach Hause, um die Planung dort in aller Ruhe am Computer vorzunehmen. Anders ließe sich ein so komplexer Plan gar nicht erarbeiten. Immerhin sind für die insgesamt 108 Lehrer und 42 Klassen in der Sekundarstufe I zuzüglich noch der Kurse für die 260 Schüler der zehn Tutorgruppen in der Oberstufe 1482 Unterrichtsstunden pro Woche zu verteilen, was jedesmal eine extrem schwierige und zeitaufwändige Aufgabe ist. Bekanntlich handelt es sich an der weiterführenden Kiersper Bildungseinrichtung hierbei inzwischen um Vollzeitstunden.

In der Sekundarstufe I gibt es für die Schüler komplett durchgehend Unterricht. Im Kurssystem der Sekundarstufe II haben sie zwischendurch Freistunden, die sie zur Vorbereitung oder zum Üben nutzen können. Auch viele Lehrer haben Springstunden, anders würde es nicht funktionieren.

Bei Müller waren gestern auch die Lehrer, die im Schuljahr 2011/12 neu zum Kollegium dazustoßen: Das sind Andrea Resta, Andrea Thiede, Stefanie Dieckmann und Sabine Jany-Schadow. Schadow (48) ist als sonderpädagogische Förderkraft für den gemeinschaftlichen Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Schülern eingestellt. Andrea Resta (44) kommt aus Trissino in Italien und gibt Englisch und Deutsch. Er ist ein Seiteneinsteiger, der in Italien ebenfalls schon diese Fächerkombination hatte. Resta könnte nach seiner Weiterqualifikation später aber auch Italienisch geben.

Andrea Thiede (45) wechselt von der Hauptschule Halver an die Gesamtschule. Sie unterrichtet Deutsch und Französisch, kommt aus Essen, wohnt aber inzwischen in Kierspe. Stefanie Dieckmann (28) aus Bochum ist ebenfalls eine Seiteneinsteigerin, die einen Magisterstudiengang absolviert hat. Sie wird Französisch und Sozialwissenschaften unterrichten. Eine Festanstellung hat ab jetzt zudem Janina Strunck (27), die Deutsch und Kunst gibt.

Zurück im Team sind außerdem Heddo Mäder (Technik, Biologie und Sport), der für ein Jahr an die Adolf-Reichwein-Gesamtschule in Lüdenscheid abgeordnet war, sowie Meike Himmenkamp (Englisch, Pädagogik), die in Erziehungsurlaub war.

Nach wie vor besteht Bedarf an Lehrern im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich und sowie in den Fremdsprachen. „Wir sind noch mit drei Stellen unterbesetzt“, macht Stefan Müller aufmerksam. Er bedauert, dass die Schulen es zurzeit allgemein schwer hätten, geeignete Fachlehrer zu finden, der ländliche Raum sei zusätzlich benachteiligt.

Müller hat an der Gesamtschule jetzt seinen achten Stundenplan erarbeitet. „Vorher war ich aber auch schon als Organisationsassistent an der Lüdenscheider Adolf-Reichwein-Gesamtschule damit befasst“, berichtet er über seine mittlerweile schon ziemlich lange Planungserfahrung. Allerdings stellt die Größe der Gesamtschule, die die größte Schule im Märkischen Kreis ist, immer aufs Neue eine Herausforderung dar. Aber es ist Stefan Müller auch diesmal wieder prima gelungen, was sich unter anderem darin zeigte, dass es außergewöhnlich wenig Änderungswünsche seitens der Kollegen gab.

An der Gesamtschule findet die Erarbeitung des eigentlichen Stundenplans zwar ebenfalls während der Sommerferien statt, dann nimmt Müller die Stundenverteilung vor. Doch die Verteilung des Unterrichts auf die zur Verfügung stehenden Kollegen passiert viel früher bereits ab Mai, dann immer im Anschluss an die Schulleitungssitzungen. Von den Pädagogen können zu dem Zeitpunkt auch Wünsche geäußert werden. So entsteht das Gesamtkonzept für den GSK-Stundenplan letztlich im Verlauf mehrerer Monate.

„Durchgehalten wird das Doppelklassenlehrersystem vom fünften bis zehnten Schuljahr, wobei es immer jeweils ein Mann und eine Frau sein sollten“, informiert Stefan Müller über einen wichtigen Grundsatz. Sie sollten möglichst viele Stunden in den Klassen geben. Berücksichtigt werden musste auch der epochal strukturierte Kunst- und Musikunterricht: So gibt es Musik im fünften und siebten Jahrgang sowie Kunst im sechsten und achten. ▪ Rolf Haase

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare