Kampf gegen Schmierereien im Stadtgebiet

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Im Frühsommer wurde legal die untere Giebelseite der Vierfeldhalle am Felderhof von Sprayern bearbeitet.

Kierspe - Nicht genehmigte Schmierereien sind seit einigen Jahren ein großes Ärgernis im Stadtgebiet. Gerade Schulgebäude, aber auch Privatbesitz oder etwa Trafohäuschen und Stromkästen von Energieanbietern werden in Kierspe immer wieder Opfer von „Schmierfinken“.

„Graffiti sind definitiv ein Problem. Vor allem an Stellen, wo öffentliche Präsenz fehlt“, sagt Rainer Schürmann, Sachgebietsleiter Bauverwaltung und Planung bei der Stadt, der den Schaden alleine für die Kommune auf einige Tausend Euro pro Jahr schätzt. Als Beispiel fällt ihm sofort die Schanhollenschule ein, deren Rückseite häufig beschmiert wird. 

Im Kampf gegen illegale Graffiti habe die Stadt schon zahlreiche Versuche unternommen, um es den „Übeltätern“ schwer zu machen, so Schürmann. Bewegungsmelder und helle Strahler an Gebäuden oder spezielle Oberflächen, die farbresistent sind – etwa an der Hinterseite der Gesamtschule zur Kastanienallee – sollen das Sprühen von unschönen Schriftzügen oder Bildern verhindern. 

Seit einiger Zeit setzen die Stadtverwaltungen im Kreis, aber auch vermehrt andere Institutionen, wie die Polizei und Straßen.NRW, auf die Künste von Sprayern, die legal Flächen verschönern sollen. Zuletzt wurde beispielsweise von den zwei jungen Künstlern Ole Hafner und Tobias Reichler ein Buswartehäuschen im Ebbedorf Valbert bearbeitet. Auch an der Polizeiwache in Meinerzhagen und auf der Betonmauer am Kiersper ZOB haben die beiden ihre Spuren hinterlassen. Ziel dieser erlaubten Sprühaktionen sei es, den Ehrenkodex dieser Szene auszunutzen, erklärt Schürmann. In dieser ist es verpönt, Werke anderer namhafter Sprayer zu „übermalen“. 

Zwei Graffiti-Motive an Vierfeldhalle

Sichtbar wurde das zuletzt im Frühsommer im Kiersper Stadtgebiet. Dort haben Hafner und Reichler, nachdem sie bereits vorher die lange Seite der Vierfeldhalle zu den Sportplätzen verschönert haben, an der Giebelseite zur Schanhollenschule ihr Werk vervollständigt. Der Nutzung der Sportstätte entsprechend sind dort nun zwei Motive zum Schul- und zum Vereinssport zu sehen. Weitere Aktionen an der Halle seien derzeit nicht geplant, sagt der Sachgebietsverantwortliche, der nun hofft, dass weitere Schmierereien ausbleiben. 

Anfang August hinterließen Unverbesserliche auf der Brücke und ebenso auf einer Fläche des Aktionsfelds im frisch eröffneten Volme-Freizeitpark rote Farbspuren. Die Stadt ließ die Farbe zwar entfernen, doch ganz spurlos ging die Schmiererei nicht weg, so Schürmann. 

Brücke im Freizeitpark unterliegt Urheberrecht

Ob zum Schutz vor weiteren „Attacken“ auch dort legale Graffiti angebracht werden sollen, sei noch nicht entschieden, so der städtische Mitarbeiter. „Wir müssen dabei bedenken, dass die Brücke und das gesamte Parkgelände im Rahmen eines Wettbewerbs geplant wurden und deshalb das Urheberrecht bei den Architekten liegt.“ Die Graffiti seien natürlich ärgerlich. Aber das ganze Areal unterliege einem gestalterischen Anspruch. So sei auch die Oberfläche der Brücke bewusst so gestaltet. Bei Veränderungen müsse man die Schöpfer mit ins Boot holen. „Die Politik beschäftigt sich damit. Wie es weiter geht, müssen wir schauen.“

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