Kita-Personal hat auch ohne Kinder viel zu tun

Kierspe/Meinerzhagen - Während die Erzieherinnen und Erzieher Dinge nachholen können, die bislang eher mal liegen geblieben sind, erledigen die Leiterinnen der Einrichtungen nun in alle Ruhe Büroarbeit und stellen Pläne auf, wie es nach den langen Coronavirus-Ferien weitergeht.

Alle Kindertagesstätten sind wenigstens bis zum 19. April geschlossen.

In den beiden evangelischen Kitas Villa Regenbogen und Abenteuerland in Kierspe, sagt Leiterin Margrit Witt-Kringe, gibt es nur ein Kind das am Montag und heute betreut wird. Daher sind beide Einrichtungen ab Mittwoch ganz geschlossen. Sollte sich noch Betreuungsbedarf von Kindern der Eltern aus bestimmten Berufsgruppen, für die Ausnahmeregelungen gelten, müsse dies über das Kreisjugendamt beantragt werden. Gleichzeitig werde man auch überlegen, ob man aus den wenigen Mädchen und Jungen, die betreut werden sollen, eine Gruppe macht. Wobei sich die Kitas dann in der Betreuung abwechseln. Darüber hinaus müsse natürlich überlegt werden, ob die Erzieherinnen und Erzieher nach der „nachgeholten Arbeit“ Überstunden abbauen oder Urlaub nehmen. Solche, die selbst Kinder Zuhause haben, können schon jetzt die Betreuung dort übernehmen. Dies gilt für alle zehn Kindertagesstätten in Kierspe. In den Awo-Kitas Liederwiese und Rasselbande sind es jeweils drei Mädchen und Jungen, für welche die Kitas geöffnet werden dürfen, erklären Anke Holthaus und Sandra Stein, die Leiterinnen der Einrichtung. In der Rönsahler Kita Regenbogen sind es laut Auskunft von Leiterin Bianca Klein zwei betreute Kinder. Dort sieht man die Kita-Schließung ebenso wie in den anderen Einrichtung relativ entspannt, zumal zwei Kolleginnen krank ausgefallen sind. Auch in der Kita Kunderbunt, so meldet Heike Fischer, gibt es zwei zu betreuende Kinder.

Viele Fragen beschäftigen auch die Erzieherinnen und Erzieher in den elf Meinerzhagener Kindertagesstätten. Kaum ein Kind hat sich gestern in den Einrichtungen blicken lassen – die Eltern waren zum allergrößten Teil rechtzeitig informiert. Ob und wie Notbetreuungsgruppen gebildet werden, werde sich erst heute im Laufe des Tages herausstellen. Doch offenbar haben sich viele Eltern bereits untereinander vernetzt, um die Betreuung untereinander zu regeln. „Das klappt zumindest bei unseren Eltern sehr gut“, berichtete Sabrina König, Leiterin der Awo-Kita „Farbenspiel“ im Gespräch mit der MZ. Ebenso wie ihre Kollegen in der Awo-Kita Rappelkiste war an der Butmicke kein einziges Kind erschienen. Ansonsten gilt bei allen Kitas: Diese besondere Situation wird bis auf Weiteres für Dinge genutzt, für die sonst zu wenig bis keine Zeit ist. Das können bürokratische Dinge ebenso sein, wie die zu lange aufgeschobene Gartenarbeit. „Zu der treffen wir uns morgen alle im Kindergarten“, berichtet etwa Susanne Kahl, Leiterin des Waldorf-Kindergartens in Willertshagen. Zwar hätte sich die eine oder andere Kita-Leiterin gewünscht, früher als Freitagnachmittag von der Schließung der Einrichtung zu erfahren, um die Eltern darüber zu informieren. In vielen Einrichtungen habe die Kommunikation aber dank der digitalen Medien gut funktioniert. Und so hieß es für die Kindertageseinrichtungen in Meinerzhagen und Kierspe gestern, auf weitere Instruktionen zu warten. So berieten der Kita-Zweckverband des Bistums Essen ebenso gestern über das weitere Vorgehen wie der Zweckverband der Evangelischen Kitas im Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg. Allerdings wies der Evangelische Kirchenkreis auf die vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration verfasste Rundschreiben hin, das eine festgeschriebene Handlungsweise vorgibt. An diesem Rundschreiben orientiere man sich. Demnach gelte bis 19. April ein striktes Betretungsverbot für Kinder und Eltern in allen Einrichtungen. Oberste Priorität habe die Betreuung von Kindern von sogenannten Schlüsselpersonen (siehe Info-Kasten auf 1. Lokalseite). Vorzulegen ist in diesem Fall die Bescheinigung der Arbeitgeber, die zum Nachweis der Unabkömmlichkeit bis zum morgigen Mittwoch erbracht werden muss. Es findet keine Freistellung des Personals statt. Das Enddatum der Schließungen sei durch den Träger jederzeit veränderbar. Entsprechend sei auch eine vorzeitige Wiedereröffnung – aber auch eine verlängerte Schließung – jederzeit möglich.

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