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„Lauschangriff“ in Kierspe

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Von: Johannes Becker

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Markus Pempe testete vor Ort die Funktion des Lauschpunktes
Markus Pempe, der den Impuls zu den neuen Lauschpunkten gab, testete vor Ort auch gleich die Funktion über den QR-Code. © Becker, Johannes

Eine besondere touristische Attraktion hat Kierspe jetzt zu bieten.

Kierspe - Als die Hämmer des Schleiper Hammers noch auf den Amboss schlugen, werden Gespräche in den Gebäuden kaum möglich gewesen sein. Längst vorbei die Tage, in denen an der Schleipe Spaten und Gabeln hergestellt wurden. Heute ist es dort viel ruhiger, wenn nicht gerade Vorführungen laufen. Da wäre es kein Problem, einem Gespräch zwischen Meister und Lehrling in dem Hammerwerk zu lausen.

Und ums Lauschen geht es bei dem neusten touristischen Angebot der Stadt. Sogenannte Lauschpunkte geben die Möglichkeit, an zehn Punkten im Stadtgebiet etwas über elf Sehenswürdigkeiten zu hören.

Bergkamen als Vorbild

Markus Pempe hatte die Lauschpunkte in Bergkamen kennengelernt und die Idee mit nach Kierspe gebracht. Gemeinsam mit den übrigen Mitgliedern der CDU-Fraktion stellte er den Antrag, auch in Kierspe Lauschpunkte zu installieren. Als Leader-Kleinprojekt waren die errechneten Kosten für die Stadt auch tragbar, musste sie doch bei dieser Förderung „nur“ einen Eigenanteil von 20 Prozent an den Kosten tragen. Vom Land gab es dafür 10 400 Euro.

Gerne hätte sich die Stadt an die Agentur „Lauschtour“ gewandt, die bereits in Bergkamen für die Umsetzung verantwortlich war. „Doch die Mitarbeiter dort waren so ausgelastet, dass wir zu lange hätten warten müssen“, sagt Regina Semeraro von der Kiersper Stadtverwaltung. Ursächlich für diese „Ungeduld“ ist eine Vorgabe bei den Kleinprojekten, die verlangt, dass diese noch im gleichen Jahr umgesetzt werden müssen, in dem sie auch beantragt wurden.

So wandte man sich an die Kiersper Agentur „Sichtbahr“ von Michael Bahr, die sich schnell an die Arbeit und an zehn Stellen die Kiersper Geschichte erlebbar machte.

App kann sich auch selbstständig bemerkbar machen

Das Besondere: Interessierte können nicht nur über einen QR-Code an dem Lauschpunkt auf die Webseite zugreifen, auf der dann der Text abgespielt werden kann. Nutzer der dazugehörigen App können diese auch einfach starten und abwarten. Nähern sie sich dann einem der Punkte startet die App und der Text zum Lauschpunkt wird vorgelesen. „Das macht es ganz einfach, mit dem Fahrrad die Punkte abzufahren. Allein durch das Starten der App, die GPS-gesteuert ist, merkt der Fahrradfahrer, dass er sich ganz in der Nähe eines Lauschpunktes befindet“, erklärt Pempe, der gemeinsam mit Semeraro und Bürgermeister Olaf Stelse zur Lauschpunkte-Vorstellung gekommen ist.

Weit mussten Stelse und Semeraro nicht gehen, denn mit dem Rathausbrunnen befindet sich einer der Lauschpunkt unmittelbar vor dem Gebäude der Stadtverwaltung. Und dieser Punkt stellt eine Besonderheit dar. Denn informiert wird nicht nur über den Rathaus- sondern auch über den Raukbrunnen im Dorf. App-Nutzer, die sich dem Brunnen im Dorf zuerst nähern, erleben ebenfalls, dass ihnen beide Brunnen vorgestellt werden.

Die Texte zu den markanten Orten stammen von Susanne Padberg-Rohlof, die bereits für das Sagenbuch der Region Oben an der Volme getextet hat und nun zum Beispiel für das Gespräch zwischen Lehrling und Meister im Schleiper Hammer verantwortlich zeichnet.

Gesprochen werden die Hörstücke von Michael Bahr, weiteren Protagonisten und auch von Holger Scheel. Der Rönsahler Ortsbürgermeister musste dafür sein Dorf auch nicht verlassen und stellt seinen Heimatort vor.

Reinhören

Um die Lauschpunkte zu erleben, gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen kann der QR-Code an den verschiedenen Punkten genutzt werden, zum anderen die Izi-App, die auf Apple- und Androidgeräten läuft. Man kann sich die Hörstücke aber auch am heimischen PC anhören – unter www.izi.travel.

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