Mehr Bürger nutzen Schadstoffmobil

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Mit Kartons, Kisten und Tüten werden die schadstoffhaltigen Abfälle von den Kierspern zum Schadstoffmobil gebracht.

Kierspe - Es gibt ihn seit weit mehr als 20 Jahren, den Lastwagen, der regelmäßig verschiedene Standorte auch in Kierspe anfährt, um dort schadstoffhaltigen Abfall entgegenzunehmen, und dies kostenfrei.

Gökay Ündey und Bartosz Kuchta haben den Sattelschlepper gerade auf dem Montigny-Platz abgestellt, die Treppe aus- und die kleine Theke herunter geklappt, da kommen auch schon zahlreiche Kierspe mit Kartons, Kisten und Tüten. In diesen stecken Kanister, Spraydosen oder auch kleine Beutel mit Resten von Dünger.

„Das sind deutlich mehr geworden“, weiß Undey, der schon seit vielen Jahren mit dem Schadstoffmobil im Märkischen Kreis unterwegs ist. Es habe mal eine Zeit gegeben, da sei die Resonanz ein wenig eingeschlafen. Doch derzeit sind es auch in Kierspe allein in den ersten zehn Minuten mehr als eine Handvoll Bürger, die ihre Schadstoffe im Fahrzeug abgeben.

Schnell ist ein erster Container gefüllt und kann geschlossen werden.

Das Umweltbewusstsein sei gestiegen, sehen Ündey und Kuchta einen Grund für die große Resonanz. Es liege aber auch am Bauboom, dadurch würde schadstoffhaltiger Müll anfallen. Und das Alter einiger (Blech-) Kanister zeigt zudem, dass immer wieder einmal Keller oder Scheunen aufgeräumt und Hinterlassenschaften entdeckt werden. Nicht selten unbekannter Art, dann führen Gökay Ündey Schnelltests durch, um zu ermitteln, ob es sich um Lösungsmittel, Öl, Säure oder andere Schadstoffe handelt.

Funktioniert dies nicht, wandert der Behälter in den Container für unbekannte Schadstoffe. Es komme aber auch immer wieder vor, dass Bürger Reste von Dispersionsfarben (Wandfarben für den Innenbereich) oder auch alte Feuerlöscher abgeben wollen. Dispersionsfarben seien auf Wasserbasis hergestellt: „Austrocknen lassen, Rest in die schwarze Tonne und den Behälter, wenn er einen grünen Punkt hat, in die gelbe Tonne“, lautet die Empfehlung der Schadstoffmobilsatzung.

Keine Abgabe von alten Feuerlöschern

Feuerlöscher (Druckbehälter) würden vom Fachhandel zurückgenommen – diese Auskunft erhält man auch bei Nachfragen im Kiersper Rathaus. Ähnliches gilt für Lithium-Batterien beziehungsweise -Akkus, wegen der Brandgefahr. Insbesondere Feuerlöscher werden aber sehr selten entsorgt.

Den größten Teil des schadstoffhaltigen Abfalls machen Farben, Druckfarben und Klebstoffe aus. Im vergangenen Jahr, so sagt es die Statistik aus, waren es mehr als 37 Tonnen. Dicht gefolgt von Lösemittel (35,5 Tonnen) und Öle/Fette (21,3 Tonnen).

Die Behälter mit den Schadstoffen müssen teilweise auch mit Warnetiketten versehen werden.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr im Schadstoffmobil mehr als 114 Tonnen entgegengenommen. Hinzu rechnen muss man weitere 113 Tonnen, die auf dem Bringhof des STL in Lüdenscheid abgegeben wurden, sodass es ein Aufkommen von 228 Tonnen Schadstoffen gab. Im Übrigen wird allen, die größeren Mengen Schadstoffe abzugeben haben, der STL-Bringhof empfohlen.

Kostenfreie Abfall-Annahme

Die Einrichtung „Schadstoffmobil“ des Märkischen Kreises gibt es schon seit gut 30 Jahren. Allerdings: War es früher der Märkische Kreis, der den Lastwagen zur kostenfreien Annahme von Schadstoffen in die Städte und Gemeinden geschickt hat, ist es heute die Abfallentsorgungsgesellschaft des Märkischen Kreises mbH (AMK), der die Aufgabe ans Entsorgungsunternehmen Lobbe übertragen hat.

Vielfach sind es Spraydosen, die im Fahrzeug abgegeben werden können.

Für die Bürger gibt es aber so gut wie keinen Unterschied, außer, dass das Fahrzeug mittlerweile ein anderes ist. Im Auflieger des Sattelschleppers gibt es nach wie vor verschiedene kleine Container und Tonnen, in welchen der Abfall aus den Kommunen des südlichen Märkischen Kreises zur fachgerechten Entsorgung an die entsprechenden Stellen transportiert wird.

Nur in Lüdenscheid gibt es keine Stationen für das Schadstoffmobil, da es dort den Bringhof von STL gibt. In Kierspe gibt es zwei Standorte, die das Schadstoffmobil regelmäßig anfährt: Einmal ist es der Montigny-Platz an der Ecke Thingslindestraße und Springerweg, wo das Schadstoffmobil in diesem Jahr noch am 17. September von 10.30 bis 15.30 Uhr, am 5. Oktober von 11.15 bis 13 Uhr, am 15. Oktober 10.30 bis 15.30 Uhr und am 25. November von 10.30 bis 15.30 Uhr stehen wird.

Der silberne Sattelschlepper kommt regelmäßig nach Kierspe.

Unterschiedliche Wochentage und Zeiten sollen die Möglichkeit geben, dass alle Kiersper ihre Schadstoffe abgeben. Der zweite Standort ist in Rönsahl an der Zufahrt zum Feuerwehrgerätehaus am Florianweg: Dort wird der Sattelschlepper in diesem Jahr noch am 17. September, am 15. Oktober und am 25. November, jeweils von 9 bis 10 Uhr, stehen.

Schadstoffhaltiger Abfall

Folgende Schadstoffe können beim Schadstoffmobil abgegeben: Abbeizmittel, Abflussreiniger, Altöl, Backofenreiniger, Bremsflüssigkeit, Carbolineum, Desinfektionsmittel, Düngerreste, Energiesparlampen, Entkalker/Entroster, Fleckentferner, Fotochemikalien, Frostschutzmitteln, Insektenspray, Lack- und Lackspraydosen, Laugen, Leuchtstoffröhren, Ölfilter und -lappen, Rattengift, Säure (Rostentferner), (quecksilberhaltige) Thermometer, Tonerkartuschen. Zudem gibt es einige Abfallarten, die eigentlich von Geschäften zurückgenommen werden müssen, wie zum Beispiel Medikamente (Apotheke) oder Batterien, notfalls auch über das Schadstoffmobil entsorgt werden können. Wer sich über die Entsorgungswege informieren möchte, findet diese auf der Kiersper Homepage www.kierspe.de unter Abfall. Eine umfangreiche Liste der Abfälle, die kostenlos am Schadstoffmobil abgegeben werden können, ist im Abfall-ABC des Märkischen Kreises zu finden: www.maerkischer-kreis.de/buergerinfo/infoseiten/umwelt/abfall-abc.php.

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