Nachruf

Langjähriger GSK-Schulleiter verstorben

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Kierspe - Er hat unzählige Kinder und Jugendliche geprägt, ihnen das Rüstzeug und Wissen fürs Leben gegeben. Und er hat Pionierarbeit geleistet und die Gesamtschule in Kierspe – die dritte in Nordrhein-Westfalen – aufgebaut: Martin Koenen ist jetzt im Alter von 90 Jahren verstorben.

Es war ihm nicht mehr vergönnt, das Jubiläum der Schule, die er zwei Jahrzehnte leitete, in diesem Monat mitzufeiern. Vieles aber, was es heute noch in der Gesamtschule gibt, nach wie vor Bestand hat, ist auf Koenen zurückzuführen. 

Nicht nur auf seine Ideen und Vorstellungen, er hatte auch stets ein offenes Ohr für die Kolleginnen und Kollegen, denen er ebenso wie den Schülern mit Offenheit, Herzlichkeit sowie ebenfalls mit Humor und Achtung begegnete. Martin Koenen, der bereits ab 1968 im didaktischen Planungsausschuss der Gesamtschule Kierspe tätig war und von 1972 bis 1992 an der Spitze der GSK stand, koordinierte den Aufbau der Gesamtschule, entwickelte die pädagogischen und didaktischen Grundzüge, bei der die Verbesserung der Chancengleichheit im Mittelpunkt stand. 

Schülern sollte der Schulabschluss ermöglicht werden, der ihren Fähigkeiten entsprach. Seine freundliche und ausgleichende Art machte ihn bei Schülern und Lehrern gleichermaßen beliebt. Martin Koenen war es auch, der für das Selbstverständnis der Schule – politische Aufklärung sowie Solidarität – sorgte, nicht nur mit Worten, auch mit Taten: Er half mit beim Aufbau einer Schule in Monte Fresco in Nicaragua. Dort werden die Menschen zweifellos ebenfalls um Koenen trauern und ihn gleichzeitig in bester Erinnerung behalten. 

An der GSK unterrichtete er zahlreiche Schüler in Deutsch, Biologie und Gesellschaftslehre. Martin Koenen zeigte immer wieder sein Interesse an „seiner“ Gesamtschule – bei der Verleihung des Siegels „Schule ohne Rassismus“ war er ebenso dabei wie bei den Weihnachtskonzerten – und damit letztlich am Leben in Kierspe. 

Darüber hinaus war er auch in sportlicher Hinsicht ein Vorbild, machte im Alter von 80 Jahren noch das Sportabzeichen. Er hatte sich fest vorgenommen, zusammen mit seiner Frau zur 50-Jahrfeier der Gesamtschule zu kommen, doch diese Freude bleibt nicht nur ihm, sondern auch allen anderen, die Martin Koenen schätzen und lieben gelernt haben, verwehrt. 

Der in Düren geborene Rheinländer, der in Kierspe seine zweite Heimat fand, hinterlässt eine Frau, drei Kinder und acht Enkel. Er wurde im engsten Familienkreis beigesetzt

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