Genmais hat keine Akzeptanz bei Verbrauchern

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Heinz Wennekamp und sein Sohn Niko sehen weder bei ihren Kollegen noch bei den Verbrauchern eine Akzeptanz für genetisch veränderte Futter- oder Lebensmittel. - Fotos: Becker

KIERSPE - So lange es geht, werden die heimischen Landwirte auf genetisch veränderte Futtermittel verzichten. Das machte jetzt der Ortslandwirt Heinz Wennekamp deutlich. Aber er weiß auch, dass solche Aussagen Momentaufnahmen sind.

„Die Verbraucher lehnen Lebensmittel ab, die mit genetisch veränderten Zusätzen hergestellt wurden. Daran orientieren wir uns auf jeden Fall“, erklärt Heinz Wennekamp, doch er schränkt auch ein: „Niemand weiß, ob in 15 oder 20 Jahren überhaupt noch Pflanzen zur Verfügung stehen, die nicht genetisch verändert wurden.“

Neuen Auftrieb hat die Diskussion um veränderte Lebens- und Futtermittel durch den gescheiterten Verbotsantrag einiger EU-Staaten für den US-Genmais 1507 bekommen. Das Bestreben der Unternehmen zeigt, dass sie die Schlacht um die Vorherrschaft auf den landwirtschaftlichen Böden noch nicht verloren geben. Und während sich in Europa derzeit mit gentechnisch veränderten Pflanzen kein Geld verdienen lässt, sieht das auf anderen Kontinenten ganz anders aus. Wennekamp: „Wer argentinisches Rindfleisch kauft oder im Steakhaus verzehrt, der nimmt mit großer Wahrscheinlichkeit Fleisch von Tieren zu sich, die mit genetisch veränderten Pflanzen gefüttert wurden.“

Aber auch in Deutschland und Europa sind die Auswirkungen der Gentechnik zu spüren. So erklärt der Landwirt aus Höhlen, dass der Einkauf von Soja in Europa immer weiter zurückgehe, da kaum noch Produkte zu bekommen seien, die nicht gentechnisch verändert wurden. Da vor allem Schweine- und Geflügelzüchter Eiweislieferanten benötigten, würde nun verstärkt auf Produkte auf Rapsbasis ausgewichen.

Beim Mais, der eine große Rolle in der Milchviehhaltung spiele, gebe es diese Probleme nicht – zumindest noch nicht: „Unsere Futtermittel unterliegen dem gleichen Kontrollgesetz wie Lebensmittel. Außerdem muss vom Anbau der Futtermittel bis zur Milchtüte beziehungsweise Fleischtheke alles lückenlos dokumentiert werden. Deshalb kann der Verbraucher sicher sein, dass keine gentechnisch veränderten Lebensmittel in Umlauf kommen.“

Außerdem ständen überhaupt keine gentechnisch veränderten Futtermittel zum Kauf. „Ich weiß gar nicht, wo man so etwas bekommt. Deshalb ist der Anbau genetisch veränderter Sorten kein Thema für die heimischen Landwirte“, erklärt Wennekamp.

Nach seiner Ansicht sei auch jeder Anbau solcher Sorten der sichere Ruin für den Betrieb, der so etwas versuchen würde. Sicher auch ein Grund dafür, dass der größte Teil der Molkereien den Landwirten keine Vorschriften macht.

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