Landwirte blicken verhalten optimistisch in die Zukunft

Bauernvorsitzender Heinz Wennekamp, Kassierer Peter Frettlöh und Schriftführer Michael Krämer blickten gestern bei ihrer ersten Sitzung im neuen Jahr zurück auf die Entwicklung im Jahr 2013 und gaben einen Ausblick auf 2014. - Fotos: Haase

KIERSPE - Mit verhaltenem Optimismus blickt der Vorstand des landwirtschaftlichen Ortsverbandes Kierspe in die Zukunft.

Von Rolf Haase

 Zwar verlief das vergangene Jahr aus Sicht der Bauern nicht optimal, besonders was das Wetter und die damit verbundenen Ernteerträge angeht, trotzdem zogen die Vorstandsmitglieder Heinz Wennekamp als Vorsitzender, Kassierer Peter Frettlöh und Schriftführer Michael Krämer gestern bei ihrer ersten Sitzung im neuen Jahr aber ein insgesamt positives Fazit.

Das sah gerade zu Beginn bis fast Mitte des Jahres noch nicht so gut aus: Erst ließen Kälte und Nässe sowie wenig Sonne das Gras auf den Wiesen der Höfe nur schlecht wachsen und dann schädigten um die zwei Zentimeter dicke Hagelkörner bei dem Unwetter am 20. Juni massiv die noch jungen Maispflanzen. „Wir konnten die Gülle aufgrund der Entwicklung der Pflanzen erst Ende März ausbringen und auch der erste Siloschnitt erfolgte etwa zwei Wochen später als sonst“, so die drei Vorstandsvertreter, die ansonsten berichteten, dass es plötzlich ganz viel Arbeit gab.

Besonders der erste, dann aber auch der zweite Grasschnitt hätten im Ergebnis nicht die gewünschte Qualität gehabt. Hier fehlte vor allem ausreichend Sonne, die sich das erste Halbjahr 2013 ziemlich rar machte. Problematisch sei dann genauso die enorme Hitze und Trockenheit im Juli bis in den August hinein gewesen. Der Mais habe sich von dem Hagenschaden nach und nach jedoch erholt“, erklärten die drei. Die Landwirte konnten aufatmen.

Recht positiv entwickelte sich der Milchpreis im vergangenen Jahr, er hielt sich auf einem insgesamt stabilen Niveau. „Wir liegen gegenwärtig bei einem Grundpreis von 39 Cent, informieren Wennekamp, Frettlöh und Krämer. Und dies zusätzlich noch bei gesunkenen Futtermittelkosten. Nach dem schlechteren Jahr 2012 sei das erfreulich, bilanzieren sie. Während es früher einen Garantiepreis gegeben habe, bestimme heute alles der Markt, so dass der Milchpreis teilweise extremen Schwankungen unterworfen sei. Im Keller sei mittlerweile der Kälberpreis.

Das Höfesterben hat sich in Kierspe deutlich verlangsamt. Zwar ist die Zahl der Vollerwerbsbetriebe in den vergangenen Jahren nochmals um vier auf nunmehr 17 Milchviehbetriebe zurückgegangen, jedoch habe sich die Milchproduktion sogar weiter gesteigert. Heute liege die Zahl der Kühe in Kierspe durchschnittlich bei rund 100, Tendenz weiter steigend, es fange bei etwa 60 an und gehe beim größten Betrieb bis derzeit rund 350 Kühen. Zusätzlich gibt es noch zehn Nebenerwerbsbetriebe. Die Zahl der Mitglieder des Ortsverbandes liegt jedoch weitaus höher bei 125 und ist seit Jahren relativ konstant.

Positiv hoben Wennekamp, Frettlöh und Krämer mehrere Aktivitäten im vergangenen Jahr hervor, wie den perfekt organisierten und sehr gut besuchten Hoftag auf dem Bauernhof von Dirk Hettesheimer in Kiersperhagen, der damit seine Stall- und Betriebserweiterung der Öffentlichkeit vorstellte, sowie das erste Frühlingsfest der Landfrauen mit buntem Programm auf dem Hof Gelzhäuser in Belkenscheid. Die drei Vorstandsmitglieder erwähnten ebenso die Verbundenheit mit dem Ortsverband Halver. Das jährliche Grillfest hat inzwischen schon Tradition und steht auch in diesem Jahr wieder an.

Auf dem Terminplan für 2014 steht außerdem das alle zwei Jahre stattfindende Frühlingsfest, der Schlepper-Tüv und, nicht zu vergessen, die jetzt als nächstes stattfindende Generalversammlung der Ortsverbandes. Diese findet am 22. Januar, um 10.30 Uhr im Hotel „Unter den Linden“ statt. Im Mittelpunkt steht neben den üblichen Regularien wie Berichten von Vorstand, Kreisverband und Kammer ein Referat über Indien mit dem Schwerpunkt auf dessen Landwirtschaft, wobei Land und Leute oder auch die Kultur des Subkontinents natürlich nicht ausgeklammert bleiben.

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