Lkw mit holländischem Schriftzug

Mann meldet verdächtige Beobachtung: Wird Gülle aus Holland nach Kierspe gebracht?

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Mit neuen Geräten kann die Gülle dichter am Boden oder sogar im Boden ausgebracht werden. Dadurch bekommen die Pflanzen mehr Nährstoffe und die Geruchsbelastung sinkt.

Kierspe – Landet Gülle aus den Niederlanden oder Niedersachsen jetzt auch auf Kiersper Feldern? Die Beobachtungen eines Kierspers nähren diesen Verdacht. 

Reiner Grafe, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsvereins, widerspricht – kann aber aufklären, wie es zu diesem Eindruck kam.

„In Hohenholten stand ein Lkw, von dem dann Gülle in die Fahrzeuge, mit denen diese ausgebracht wird, umgeladen wurde“, berichtet der Kiersper, der namentlich nicht genannt werden möchte, bei seinem Anruf bei der Meinerzhagener Zeitung. Der Lkw hatte einen holländischen Schriftzug. Das Kennzeichen konnte er nicht erkennen. Sein Verdacht: Gülle aus den Niederlanden oder aus Niedersachsen soll im Sauerland ausgebracht werden. 

Diese Umladungen von Tankwagen auf die Geräte, mit denen die Gülle ausgebracht wird, bestreitet Grafe auch nicht. „Immer mehr Landwirte fahren ihre Gülle nicht mehr mit den bislang üblichen Fässern auf die Felder, sondern verwenden zur Ausbringung spezielle Anhänger, deren Ausleger die Böden anritzen und den Inhalt der Behälter dann direkt in den Boden einbringen“, erklärt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Ortsvereins. 

Da die Geräte recht teuer seien, würden sie meist geliehen, so Grafe weiter, der auch erzählt, dass man mit diesen neuen Anhängern aber deutlich langsamer unterwegs sei, weshalb es sich lohne, sich vom Verleiher gleich ein Angebot machen zu lassen, bei dem der Transport der Gülle vom Hof zum Feld per Lkw inbegriffen sei. Grafe: „Vor allem wird das so von Landwirten praktiziert, deren Hof weit von den eigenen Flächen entfernt liegt.

Für Landwirte, deren Felder und Weiden in der Wasserschutzzone liegen, kann sich der Einsatz der neuen Technik gleich mehrfach lohnen. Zum einen wird die Gülle direkt an die Pflanze gebracht, wodurch der Verbrauch des Düngemittels sinkt, die Anwohner freuen sich über deutlich weniger Geruchsbelästigung, da die Aerosolbildung durch die Sprühteller ausbleibt und letztlich profitieren die Bauern im Wasserschutzgebiet von einer Förderung durch den Wupperverband. 

Dieser erhofft sich durch die Technik eine geringere Nitratbelastung in seinen Talsperren, da die Gülle nicht mehr von den Feldern durch Regen abgewaschen werden kann und in den Bächen landet, die die Talsperren speisen.

Einem Gülle-Tourismus, der vermutet wird, widerspricht der Vereinsvorsitzende: „Ich habe noch von keinem Kiersper Landwirt gehört, der Gülle aus Niedersachsen oder den Niederlanden auf seine Felder bringt. Das ist ja auch genau das, was wir nicht wollen.“

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