Landfrauen nehmen Literatur in den Blick

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Barbara Löffler (links) und Evelyn Schmitz gestalteten bereits zum zweiten Mal einen Bücherabend für die Rönsahler Landfrauen.

Rönsahl - Familienbeziehungen in allen Variationen: Vater und Sohn, Geschwister untereinander, Großeltern und Enkel oder auch das große Ganze, generationenübergreifend – unter diesem Schwerpunkt gestalteten Barbara Löffler und Buchhändlerin Evelyn Schmitz den Bücherabend der Rönsahler Landfrauen. 

Im Wechsel stellten die beiden Literaturexpertinnen eine Auswahl Romane, Erzählungen und Sachbücher vor, die sie den Landfrauen besonders ans Herz legen wollten, denn in der dunklen Jahreszeit wird besonders viel gelesen.

Außerdem naht Weihnachten mit Riesenschritten und da ist es gut, wenn man schon ein paar Titel kennt, mit denen man seinen Lieben zum Fest eine Freude machen kann. Allerdings: Dass die Familie in dem Dutzend vorgestellter Bücher derart dominant war, überraschte die Referentinnen am Ende selber. 

„Kein einziger Krimi,“ stellte Evelyn Schmitz fest und schob noch schnell ein paar Titel nach: Es gebe einen neuen Roman von Charlotte Link und der neue Krimi von Elizabeth George „soll richtig, richtig gut sein.“

Mitgebracht hatte sie dagegen „Die Gesichter“ von Tom Rachman, der einen von Konkurrenz geprägten Vater-Sohn-Konflikt im Kunstmilieu thematisiert. In „Der Apfelbaum“ von Christian Berkel konnten die Leserinnen viel lernen über deutsche Geschichte. Fast ein ganzes Jahrhundert umfasst der Roman, in dem der bekannte Schauspieler seine eigene Familiengeschichte erzählt, angereichert um recherchierte Begebenheiten und erfundene Gestalten.

In gemütlicher Runde profitierten die Landfrauen von den geballten Literaturkenntnissen der Referentinnen.

Kürzer und amüsanter sind dagegen „Die vier Jahreszeiten des Sommers“ von Grégoire Delacourt. Vier Liebesgeschichten aus vier Generationen, die aber irgendwie zusammenhängen. 

Armbänder spielten gleich in zwei Romanen eine Rolle: Bei den „Libellenschwestern“ von Lisa Wingate ist ein Armband ein Indiz für die Zwangsadoptionen, die in den 1940er-Jahren in den USA stattfanden, während es in dem dystopischen Roman „Vox“ von Christina Dalcher eine stigmatisierende Funktion hat: Frauen mit Armband dürfen hier maximal hundert Wörter am Tag sprechen.

Zwei Gartenbücher fanden sich ebenfalls auf der Empfehlungsliste, darunter ein opulenter Bildband, der so bekannte Autorinnen wie Ulla Hahn und Ingrid Noll als Gartenfreundinnen inszenierte. Der Literaturabend war gut besucht. 

Die Bücher machten zwischendurch die Runde, und bei Fingerfood und Glühwein blieben die Frauen im Gemeinschaftsraum in der Alten Post auch nach Veranstaltungsende noch eine ganze Weile zusammen beisammen.

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