FWG sieht in Nordumgehung keinen Sinn mehr

+
Auch wenn alle Maße stimmen, wird es unter der Eisenbahnbrücke eng. Eine Absenkung der Fahrbahn, wie sie vom Landesbetrieb Straßen.NRW geplant ist, soll mehr Sicherheit und Durchfahrtshöhe bringen.

Kierspe - Die Freien Wähler wollten erst gar nicht glauben, was da über die Planungen des Landesbetriebes Straßen.NRW und die Vorhaben im Bezug auf die Eisenbahnbrücke in Oberbrügge in der MZ stand.

Denn letztlich wird mit dem Absenken der Fahrbahn ein Vorschlag der Kiersper Politiker umgesetzt, der lange als nicht umsetzbar galt. „Wir haben bereits vor Jahren gefordert, dass die Fahrbahn unter der Brücke abgesenkt wird, damit die Straße dann auch von allen Lastwagen befahren werden kann. Damit ist dann auch im Grunde die Umgehungsstraße (B 54n) unnötig“, sagt der Vorsitzende der Freien Wähler. 

Nach Ansicht der Freien Wähler würden dann in Zukunft alle schweren Fahrzeuge, die aus den Bereichen Radevormwald, Solingen oder Wuppertal über Land in Richtung Kierspe, Meinerzhagen oder Sauerlandlinie unterwegs sind, nicht mehr über die Friedrich-Ebert-Straße und anschließend über die Kölner Straße fahren müssten, sondern der B 229 von Halver nach Brügge folgen, um anschließend über die B 54 die Volmestädte oder die Autobahn anzusteuern. Schröder: „Dann müsste man nur noch ein Schild in Halver aufstellen, dass die L528 nur mit Lastwagen bis zu einem Gesamtgewicht von 3,5 oder 7,5 Tonnen befahren werden darf. Dann wäre die Friedrich-Ebert-Straße genauso entlastet wie durch den teuren und umweltzerstörenden Neubau einer nördlichen Umgehungsstraße.“  

„Uns hat man immer gesagt, dass eine Absenkung der Fahrbahn nicht möglich sei“, ergänzt die FWG-Ratsfrau Vera Meiwurm, „das spielte natürlich denen in die Hände, die die Umgehungsstraße nur deshalb bauen wollten und wollen, um so den dritten Bauabschnitt des Gebietes ,Östlich Rathaus 3’ umsetzen zu können.“ Schröder erinnert im Gespräch mit der MZ noch einmal an ein Treffen der Fraktionen im Haus Berkenbaum im Jahre 2012, an dem auch die für Kierspe zuständigen Landes- und Bundespolitiker teilnahmen: „Damals wurde unsere Idee der Fahrbahnabsenkung vom Tisch gefegt. Die Begründung war damals, dass eine solche Baumaßnahme nicht umsetzbar sei. Dabei ist diese Brücke das einzige Hindernis weit und breit. Fällt die Beschränkung weg, spricht nichts mehr für eine Umgehungsstraße. Allerdings verstehe ich nicht, warum dieser Vorschlag jetzt kommt, nachdem der Verkehrswegeplan verabschiedet wurde, in den die B 54n bereits aufgenommen wurde.“ 

Der FWG-Politiker erinnert in diesem Zusammenhang noch einmal daran, dass weder mit einer stärker frequentierten B 54 noch mit einer neu zu bauenden Nordumgehung die Kölner Straße in Kierspe entlastet, sondern vermutlich noch zusätzlich belastet würde, weil Lastwagenfahrer, die Ziele im Kiersper Gewerbegebiet erreichen müssten, dann aber nicht mehr über die Friedrich-Ebert-Straße anreisen könnten, die Kölner Straße nutzen würden.  „Letztlich würde eine echte Entlastung Kierspes durch eine Umgehungsstraße nur dann erfolgen, wenn der Verkehr durchs Kerspetal und dann von Kiersperhagen in Richtung Flugplatz geleitet wird. Doch Verkehrszählungen haben ja ergeben, dass das Fahrzeugaufkommen dort nicht hoch genug wäre, um den Neubau einer solchen Straße zu rechtfertigen“, fasst Schröder Überlegungen aus der Vergangenheit noch einmal zusammen. 

Diese Lösung hätte nach Ansicht des Kiersper Politikers nicht den Bestrebungen Meinerzhagens widersprochen. „Dort hat man mit dem Bau einer Umgehungsstraße den Verkehr von der B 54 geholt, um die Lärmbelastung zu reduzieren, und Kierspe tut alles, um dort mehr Fahrzeuge auf die Straße zu bringen“, schildert er noch zusätzliche Beweggründe für eine südliche beziehungsweise südwestliche Umgehungsstraße durchs Kerspetal samt Anschluss an die Meinerzhagener Umgehungsstraße.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.