In Kierspe

Aus für Burger-King-Pläne - aus diesem Grund

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Auf dem Gelände neben der Tankstelle an der Kreuzung Wildenkuhlen wird es wohl doch keinen Burger King geben.

Kierspe – „Wenn wir den Lärmschutz baulich herstellen möchten, dann müssten wir den Parkplatz und die An- und Abfahrt überdachen“, bedauert Michael Metgenberg vom gleichnamigen Grundstückshandel in Gummersbach die Entwicklung an der Kreuzung Wildenkuhlen.

Ein von ihm in Auftrag gegebenes Lärmschutzgutachten war zu dem Ergebnis gekommen, dass der Lärm, der von einem neuen Burger King an der Kreuzung Wildenkuhle ausgehen würde, die daneben- und darüberliegenden Hausbewohner zu stark belasten würde, gerade auch nachts. Ursprünglich hatte Metgenberg gehofft, dass der Hang den Lärm zurückwerfen würde, doch das sieht – nach Erstellung des Gutachtens – nicht so aus.

Eine bauliche Lösung, die die genannte Überdachung zur Folge hätte, schließt er aus Kostengründen aus. Derzeit überprüft ein zweiter Gutachter noch die Ergebnisse des ersten, doch Metgenberg hat nicht viel Hoffnung, dass sich an den Ergebnissen etwas ändert. Aufgeben will der Mann, der das komplette Fachmarktzentrum errichtet hat, allerdings nicht.

So könnte es für ihn noch eine kleine Chance geben, am unteren Ende der Dr.-Hans-Wernscheid-Straße zu bauen. Dort soll aber erst noch ein Markt für Tierbdarf entstehen. Metgenberg: „Wenn wir mit dem Markt fertig sind, müssen wir sehen, wie viel Platz dann noch bleibt. Und natürlich auch, ob dieser Standort für Burger King überhaupt in Frage kommt.

Nahe des neuen Feuerwehrgerätehauses soll eine neue Kindertagesstätte gebaut werden.

Bürgermeister Frank Emde hat im Gespräch mit der Meinerzhagener Zeitung geäußert, dass neben dem Restgrundstück von Metgenberg noch ein städtisches Grundstück liegt, das eventuell in die Planungen für das Schnellrestaurant einbezogen werden könnte.

Bei der Fläche handelt es sich ebenfalls um eine „Restfläche“. Denn auf dem städtischen Gelände in diesem Bereich soll nicht nur das neue Feuerwehrgerätehaus gebaut werden, sondern auch eine neue Kindertagesstätte mit bis zu sechs Gruppen. Dafür würde dann der Awo-Kindergarten Liederwiese am Haunerbusch geschlossen.

Bereits seit Jahren ist die Awo auf der Suche nach einem neuen Kindergartenstandort, da die jetzige Kindertagesstätte sich ungünstig über drei Etagen verteilt und keine Erweiterungsmöglichkeiten mehr bietet. Mit einem Neubau wären alle diese Probleme auf einen Schlag gelöst. Allerdings wird die Awo nicht selbst als Bauherr auf dem rund 5000 Quadratmeter großen Grundstück auftreten, sondern als Mieter. Gebaut werden soll das neue Gebäude von der neu gegründeten LMD-Kierspe GmbH aus Kirchhundem, die einer Familie Dornbach aus Welschen-Ennest gehört.

So teilt es der Freischaffende Architekt Axel Franke aus Olpe mit, der mit den Planungen beauftragt ist. Nach seiner Auskunft stehen die Vertragsverhandlungen zwischen der LMD und der Awo unmittelbar vor dem Abschluss. „Die Genehmigung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) liegt bereits vor. Nach Vertragsabschluss wird das Grundstück erworben und der Bauantrag gestellt. Ich denke, dass das alles in vier Wochen erledigt ist“, sagt Stracke.

Neben der Seniorenresidenz sollen Seniorenwohnungen entstehen.

Nach Angaben des Beigeordneten Olaf Stelse ist eine Kindertagesstätte für bis zu sechs Gruppen geplant. Derzeit gibt es in der Tagesstätte am Haunerbusch nur Platz für drei Gruppen. Neben zwei neuen Gruppen, die dann auch der Betreuung der U3-Kinder zugute kommen soll, wird darüber nachgedacht, eine Gruppe aus dem Heilpädagogischen Kindergarten Schürfelde zu übernehmen. Stelse: „Nach den Berechnungen des Märkischen Kreises fehlen der Stadt Kierspe zwei Kindergartengruppen. Um dies zu ändern, haben wir den Kreis und den Investor zusammengebracht.“

Aber die Gesellschaft aus Kirchhundem will nicht nur auf dem Gelände nahe des neuen Gerätehauses tätig werden, sondern auch im Baugebiet Östlich Rathaus. Dort soll nun doch eine Anlage für seniorengerechtes Wohnen entstehen. 

Direkt neben der Seniorenresidenz ist ein mehrgeschossiges Gebäude geplant. Dort sollen nach Angaben des Architekten Stracke, der auch für dieses Projekt die Planung übernommen hat, 14 „Kleinwohnungen“ auf zwei Etagen entstehen. Insgesamt sollen dort später 850 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche zur Verfügung stehen. Stracke: „Pro Etage sind das zwölf Wohnungen, dazu kommt dann noch in jedem Geschoss ein zusätzlicher Raum, der von den Bewohnern gemeinschaftlich genutzt werden kann.“

Stracke informiert weiter, dass die Bewohner dann Leistungen dazu buchen könnten. Möglich seien eine ambulante Pflege, aber auch ein Einkaufsservice und weitere Haushaltsdienstleitungen. All das laufe dann über eine Firma, die den Bewohnern als Vertragspartner diene.

Bereits vor gut acht Jahren sollte ein ähnliches Projekt an gleicher Stelle errichtet werden. Damals wollte dort Lutz-Peter Lührmann bauen. Lührmann war auch Eigentümer der Seniorenresidenz, hat sich aber bereits vor Jahren komplett aus Kierspe zurückgezogen. Damit hatte sich damals auch jede Bautätigkeit an dieser Stelle erledigt, bis auf die Vorbereitung des Geländes für den Bau, die dort wie eine Narbe an die Planungen erinnert.

Allerdings wird sich dieser Zustand bald ändern, denn nach Mitteilung von Stracke liegt eine Baugenehmigung bereits vor, sodass mit den Arbeiten für das Gebäude bereits bald begonnen werden kann.

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