Novellierung der Gebühren in der Stadtbibliothek

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Büchereileiterin Sabine Köhnke begrüßt die jetzt vom Hauptausschuss beschlossenen Gebührenänderungen. ▪

KIERSPE ▪ Bei der Nutzung der Stadtbibliothek gibt es eine Novellierung der Gebühren, die teilweise auch Vergünstigungen für ausgewählte Personengruppen beinhaltet. Das beschloss jetzt der Hauptausschuss.

Bereits seit 2006 wird in der Bücherei eine Ausweisgebühr für Erwachsene von 12 Euro im Jahr erhoben. Beabsichtigt ist hier nun allerdings eine geringfügige Erhöhung auf 15 Euro. Tagesleser zahlen künftig 3 statt 2 Euro. Kinder und Jugendliche waren frei, woran auch weiterhin festgehalten werden soll. Bisher war aber in der Satzung keine Ermäßigung für volljährige Schüler sowie Sozialhilfe- und Hartz IV-Empfänger aufgenommen, was sich ändert: Vorgesehen ist eine Ermäßigung von 50 Prozent auf die Ausweisgebühr, die jedoch nicht nur für Schüler ab dem 18. Lebensjahr, Sozialhilfe- und Hartz IV-Empfänger gelten soll, wie das die Verwaltungsvorlage zunächst vorsah, sondern nach dem Beschluss des Hauptausschusses ebenfalls für Studenten, Bundesfreiwilligendienstleistende und Wohngeldbezieher. Neu aufgenommen in der Bibliothekssatzung wurde außerdem die Ermäßigung für Inhaber der Ehrenamtskarte, die 2009 eingeführt worden ist und ebenfalls eine Ermäßigung von 50 Prozent bringt.

Weitere Gebühren wurden bislang nicht erhoben, außer bei Videos, DVDs, CDs sowie auch für die Nutzung der Medienecke mit den zwei Computern von einem Euro pro halber Stunde. Bis auf DVDs wird das ebenfalls geändert. Die Stadt verzichtet hier auf eine Gebührenerhebung.

Hintergrund ist, dass der Videobestand der Bibliothek überaltert ist und auch keine neuen mehr angeschafft werden. Dagegen haben die immer mehr gefragten CD-Hörbücher ihren Platz in der Bibliothek gefunden. Viele Nutzer wurden von der Gebühr von einem Euro pro Woche bislang von der Ausleihe abgehalten, was sich durch die Abschaffung der Gebühr, so die Hoffnung, ändern dürfte. Ohnehin, so die Verwaltung, gehörten Hörbücher zum normalen Bestand einer Bibliothek. Auch Sehbehinderten werde so ein Zugang zu Literatur ermöglicht. Viele Hörbücher werden obendrein der Bibliothek gespendet und nur ein geringer Anteil selbst angeschafft.

Bei DVDs bestehen keine Akzeptanzprobleme, weil auch in Videotheken eine Gebühr bezahlt werden muss. Daher wird hier an der Gebühr auch in der Bücherei festgehalten.

Zur Medienecke wurde von der Verwaltung darauf hingewiesen, dass sich die Internetnutzung seit Einführung dieses Angebots im Jahr 2002 grundlegend gewandet hat. So sei das Internet aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Über 80 Prozent der deutschen Haushalte verfügten über einen Zugang zum World Wide Web. Deutlich zugenommen habe zudem die Nutzung mobiler Geräte für den drahtlosen Internetzugang durch Handys oder Tablet-PCs. Somit werde die Medienecke heute nur von einem sehr kleinen Kreis genutzt, weshalb auf die Gebühr verzichtet werden soll.

Ohnehin ist durch die geplante Einführung der Digitalen Bibliothek (Digibib) der Zugang über das Internet unumgänglich. Gerade durch ihre Einführung sollen verstärkt neue Nutzer für die Bücherei gewonnen werden. Auf eine Gebühr hierfür soll verzichtet werden.

Neu aufgenommen wurden in die Satzung die Regeln zur Internetnutzung. Unter anderem ist darin festgelegt, dass die Bibliotheksmitarbeiter die Nutzungsdauer beschränken dürfen, Adressen mit gewaltverherrlichenden, rassistischen, extremistischen und pornografischen Inhalten nicht aufgerufen werden dürfen und die Nutzer für Gesetzesverstöße haften. Weil die Computer öffentlich stehen und teilweise auch noch Schutzfunktionen installiert sind, ist hier eine Kontrolle gewährleistet. Die neue Satzung soll unmittelbar nach der Bekanntmachung in Kraft treten.

Rolf Haase

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