Längere Verfahren für Bahnhof und zwei Bahnübergänge

Wenn im Dezember der Lückenschluss der Bahnstrecke zwischen Köln und Lüdenscheid erfolgen sollte, wird ein Zusteigen in die Züge nach Brügge oder Meinerzhagen nicht möglich sein. Denn wenn ein Planfeststellungsbeschluss für den Bahnhof in Kierspe erforderlich sein sollte, dauert das Verfahren rund 15 Monate - solange wird der Bahnhof dann nicht angefahren. - Archivfoto: Schröder

Kierspe - „Es ist gut, dass der Personenverkehr nach Brügge kommt“, schickt Bürgermeister Frank Emde vorweg. Denn damit sei der Beschluss unumkehrbar, ein Mobilitätsgewinn gesichert.

Das gilt aber (noch) nicht für die Kiersper: Wenn zum Fahrplanwechsel im Dezember dieses Jahres der Lückenschluss der Bahnstrecke zwischen Meinerzhagen und Lüdenscheid-Brügge vollzogen wird, werden die Züge in Kierspe nicht anhalten.

Den Grund dafür weiß der Bürgermeister: Vor zwei Jahren hatten die DB Netz AG und das Bundeseisenbahnamt festgelegt, reine Plangenehmigungsverfahren für die Bahnstrecke durchzuführen – was bis Ende des vergangenen Jahres noch Stand der Dinge gewesen sei. Dann sei eine Änderung im Bundesimmissionsschutzgesetz gekommen. Möglicherweise einer der Gründe, warum nun für den Bahnhof in Kierspe sowie für zwei Bahnübergänge ein sogenanntes Planfeststellungsverfahren durchgeführt werden muss, um anschließend mehr Rechtssicherheit zu haben.

Was aber deutlich mehr Zeit erfordert. Etwa 15 Monate dauere dieses Verfahren, erläutert Emde. Dagegen würde für zehn Bahnübergänge auf Kiersper Stadtgebiet die schnelle Plangenehmigung durchgeführt. Wann die Planfeststellungsbeschlüsse vorliegen werden, darüber wollte Frank Emde nicht spekulieren, zumal die Stadt auch keinen Einfluss darauf habe. Die Sache liege beim Bundeseisenbahnamt und der Bahn.

„Aber wir fahren zweigleisig“, hat der Bürgermeister seine Hilfe angeboten und will mit den Anliegern persönlich sprechen – um vielleicht doch noch eine schnelle Plangenehmigung möglich zu machen. Darüber hinaus betont Bürgermeister Emde, dass die Stadt ihre Hausaufgaben gemacht habe: Was bedeutet, dass man bereits für dieses Jahr Fördermittel vom Land für die Umgestaltung beziehungsweise den Umbau der Bahnübergänge erhalten werde. Entsprechende Anträge seien gestellt und vom Land bewilligt worden. Denn die Stadt Kierspe wird mit einem Drittel an den Umbaukosten beteiligt. Davon fördert das Land 66 Prozent, so dass man im Kiersper Rathaus davon ausgeht, einen Eigenanteil von 250 000 Euro aufbringen zu müssen.

Ob aber nun Personenzüge erst in 15 Monaten auch am Bahnhof Kierspe halten werden oder schon früher, ist derzeit noch offen. Bleibt zu hoffen, dass nicht doch noch ein Bahnübergang auf Kiersper Stadtgebiet – für den der Planfeststellungsbeschluss fehlt – den für Dezember dieses Jahres geplanten Lückenschluss verhindert.

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