Leerstände und Schwerverkehr - Problemzone in Kierspe

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Der Klassiker eines Leerstands: Ein seit langer Zeit immer wieder mit Plakaten zugeklebtes Schaufenster.

Kierspe - Die Kreuzung der Bundesstraßen 54 und 237 ist nicht ideal, die Brücke über den Volmebach nicht für die hohe Frequenz des Schwerverkehrs ausgelegt, das Eisenbahnviadukt zwingt große Lastwagen im Begegnungsverkehr zum Schritttempo – und die nachfolgende Kölner Straße kann aufgrund der zahlreichen Leerstände nicht gerade als schön bezeichnet werden. Eine Bestandsaufname.

Auch die 14 neu gestalteten Fassaden – die Hauseigentümer hatten vor fünf Jahren die Fördermöglichkeiten genutzt – ändert nicht viel daran, dass bunt zugeklebte Schaufenster oder solche, die den Blick in leer stehende Geschäftsräume gewähren, wahrlich nicht einladend wirken. Im Gegenteil, die Fenster sind schmutzig, die dahinter liegenden Geschäftsräume ebenfalls und die Plakate wirken verblasst, als seien sie schon eine Ewigkeit alt.

50 Ladenlokale an der Kölner Straße

Insgesamt 50 Ladenlokale gibt es aktuell an der Kölner Straße – 19 davon stehen leer, unbenutzt, und dies teilweise schon seit vielen Jahren. Das Problem ist natürlich auch in der Verwaltung bekannt: In der Mehrheit handelte es sich um Inhaber geführte Geschäfte, die keine Nachfolger fanden und deren Erben wenig mit den Geschäftsräumen zu tun haben wollen, nicht zuletzt, weil sie gar nicht mehr in Kierspe leben.

Eine bunte Beklebung erinnert daran, was in diesem Ladenlokal einmal war.

Und fremde Nachfolger? „Die müssen auch erst einmal die Miete verdienen“, meint Rainer Schürmann, Leiter des Sachgebiets Bauverwaltung und Planung in der Verwaltung. Was unter anderem auch daran liegt, dass täglich mehr als 1000 Lastwagen über die Kölner Straße rollen und nicht ausreichend Parkplätze vorhanden sind.

Aber auch die Zuschnitte der Ladenlokale seien schwierig, fügt Schürmann an, die Räume genügten allein von der Größe her nicht mehr heutigen Ansprüchen und Erfordernissen. Vor 15 Jahren, erinnert sich der Sachgebietsleiter, habe es ein Rundschreiben der Stadt gegeben, um bei den Geschäftsinhabern und Ladenlokalbesitzern nach Möglichkeiten der Unterstützung und Förderung zu suchen. „Da gab es kaum Reaktionen!“

Trostloser Blick in ein leer stehendes Ladenlokal.

Die Hoffnung, dass beispielsweise das Fassadenprogramm, der Ausbau des Zentralen Omnibusbahnhofs oder die Errichtung des Volme-Freizeitparks etwas bei den Geschäftsleuten oder Eigentümern an der Kölner Straße anstößt, ist längst verblasst. Es gibt zwar das eine oder andere Geschäft, das zum Wohnraum zurückgebaut oder anderweitig zum Beispiel als Büro genutzt wird, doch bei anderen sind keine Investitionen getätigt worden, um etwas (anderes) aus den Räumen zu machen. Die große Zahl an Leerständen dürfte bei vielen, welche auf der Kölner Straße unterwegs sind, einen traurigen Eindruck erwecken.

Keine Nachfolger, daher wurde dieses Geschäft, das früher für Leben an der Kölner Straße sorgte, aufgegeben und steht nun leer.

„Die Möglichkeiten der Einwirkung der Stadt sind leider gering“, bedauert Rainer Schürmann. Was bleibt, ist letztlich die Hoffnung, dass durch den Bau einer Umgehungsstraße (Lausebergaufstieg) der Verkehr auf der Kölner Straße eine deutliche Entlastung erfährt und sich dadurch wieder mehr Leben entwickelt. Der Sachgebietsleiter kann sich ebenfalls vorstellen, dass sich die Situation auf der Kölner Straße durch eine neue Anbindung an die Volmestraße (B 54) und eine Aufweitung des Eisenbahnviadukts verbessern würde.

Der Bau eines Fahrradwegs (Volmetalradweg), der den Volme-Freizeitpark, die Kölner Straße, den ZOB und die künftige Bahnstation kreuzt, könnte ebenfalls für eine Belebung sorgen. Dabei würde sich Schürmann wünschen, dass Geschäftsleute dann auch die Gunst der Stunde nutzen und sich darauf stürzen würden, (neue) Angebote zu unterbreiten.

Hoffnung ruht auf neuen Akzenten

So, wie es beispielsweise mit dem Eis- und auch dem Kuchenverkauf am Volme-Freizeitpark geschieht. Vorstellbar sei, etwas für Radfahrer (Treffpunkt, Stationen, et cetera) zu machen. Mittlerweile gibt es zwar das eine oder andere Café und anderen Treffpunkt, aber eben nicht die Möglichkeit, durch Stühle, Tische und Sonnenschirme außerhalb der Räume für eine einladende Atmosphäre zu sorgen. Zumal sich wohl kaum jemand draußen hinsetzt, um Café oder ein anderes Getränk zu genießen, wenn sozusagen im Minutentakt schwere Lastwagen vorbei „donnern“.

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