Nachhaltige Alltagsmasken

Kunststofftechnik Backhaus stellt seine Produktion um - wegen Corona

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Mitarbeiterinnen sowie Werk- und Vertriebsleiter der Firma Kunststofftechnik Backhaus GmbH präsentieren (mit Abstand) die selbst hergestellten Masken, die immer wieder gereinigt oder desinfiziert und mit einem neuen „Filter“ versehen werden können.

Kierspe - Kunststofftechnik Backhaus GmbH geht sozusagen fremd: Denn das Unternehmen, das normalerweise Mittelkonsolen, Ablagefächer und Luftführungssysteme für Fahrzeuge der Volkswagen-Gruppe und Daimler-Benz herstellt, produziert seit kurzer Zeit wiederverwendbare Alltagsmasken.

Die Idee dazu hatte der geschäftsführende Gesellschafter Manfred Gante. Er nutzte die Zeit, in dem es auch im Kiersper Unternehmen Kurzarbeit gibt, auf kreative Weise. Denn die Corona-Pandemie hat für einen riesigen Bedarf an Atemschutzmasken geführt. Mit einem Spezialistenteam – Produktentwickler und Werkzeughersteller – wurde in kurzer Zeit eine nachhaltige Alltagsmaske entwickelt und zur Serienreife gebracht.

Mittlerweile produziert die Firma 2000 solcher Masken pro Tag. „Unser Werkzeughersteller produziert noch ein Vierfachwerkzeug“, erklären Gante und sein Werkleiter Uwe Möller, „sodass wir dann 10 000 Masken pro Tag herstellen können“. Diese Masken sollen nicht nur über einen Online-Shop – der gerade auf der Homepage der Firma Backhaus entsteht – verkauft und auch den Kunden des Kiersper Unternehmens angeboten werden. Für Vertriebsleiter Egbert von der Burg ist damit auch der Auftrag verbunden, „klinken zu putzen“ bei allen großen Supermarkt- und Discounterketten.

Von Manfred Gante stammt nicht nur die Idee, er hat die Alltagsmaske auch getestet.

Denn die Alltagsmaske in den Farben Grün, Rot, Gelb, Weiß und Blau und den Größen Normal, Groß sowie für Kinder ist immer wieder verwendbar. Denn sie besteht aus einem schadstofffreien Kunststoff, der für Lebensmittel freigegeben ist – dieser vom Unternehmen erst einmal besorgt – , innen (weil leicht umstülpbar) und außen leicht zu reinigen oder zu desinfizieren ist und der Filter gewechselt werden kann.

Der Filter ist ein handelsüblicher Baumwollpad, den insbesondere Frauen als Abschminkpads kennen. Der Maske ist ein erster Satz von Pads beigelegt, doch diese können in Drogerien und vielen anderen Geschäften zu einem kleinen Preis nachgekauft werden. „Das Produkt ist bei ordnungsgemäßer Anwendung nahezu unbegrenzt haltbar. Dadurch leiste es einen wichtigen Beitrag zur Abfallvermeidung und Schonung der Ressourcen.

Die Masken liegen eng an, es gibt sie in verschiedenen Farben und können immer wieder verwendet werden.

Vorstellbar sei natürlich auch, diese Alltagsmaske weiter zu entwickeln, sodass sie auch von Pflegekräften und medizinischem Personal benutzt werden könnte. Jetzt gelte es erst einmal, den großen Bedarf zu decken. Erste, wenn auch subjektive Tests hat die Alltagsmaske bei Manfred Gante, Egbert von der Burg, Uwe Möller und den Backhaus-Mitarbeitern durchlaufen. Man würde unter der Maske nicht so schwitzen und die Brille würde nicht so beschlagen, weil die Maske enger anliege, lautet das Urteil.

Und Unternehmensmitarbeiterinnen fügen hinzu, dass es die Möglichkeit gibt, die Maske hinter dem Kopf oder hinter den Ohren zu befestigen. Letzteres sei besser, wenn man Sport betreibe, beziehungsweise jogge. „Keine 4 Euro“, antwortet Manfred Gante auf die Frage, was denn die Alltagsmaske kosten werde. Der geschäftsführende Gesellschafter denkt auch schon daran, Altenheime und Schulen mit den Masken auszustatten, um dadurch deren Situation ein wenig zu verbessern.

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