Genaue Vorgaben

Europa-Wahl: Wenige Möglichkeiten für Plakate in Kierspe

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Nur wenige großflächige Plakatwände stehen in Kierspe und werben für die Europawahl.

Kierspe - Als Autofahrer muss man schon genauer hinschauen, um in Kierspe Plakate zu finden, die auf die Europa-Wahl am kommenden Sonntag – die gerade von den Politikern als sehr wichtiger Urnengang beschrieben wird – hinweisen. Und große Plakatwände an markanten Stellen gibt es nur ganz wenige.

Was aber unter anderem daran liegt, dass das Plakatieren in der Volmestadt sehr restriktiv gehandhabt wird. „Plakate dürfen nur an Laternen befestigt werden, die nicht lackiert sind“, erklärt Ralf Norbert Sooth, Vorsitzender der Kierspe FDP. Und die großflächigen Plakatwände würden auf Privatflächen stehen, da benötige man die Erlaubnis der Eigentümer zum Plakatieren.

Dies bestätigt auch der Kiersper CDU-Vorsitzende Holger Scheel. Allerdings ist der Stadtverband der Christdemokraten „nur“ für das Aufhängen der kleinen Wahlplakate zuständig, die großen Wände, wenn sie zur Verfügung stehen, würden vom Landesverband bestückt. Scheel weiß natürlich, dass zwischen Kierspe und Rönsahl solche großen Plakatwände stehen und bestückt worden sind. Nachdem allerdings in der CDU die Koordination – in der Vergangenheit lag sie stets in den Händen von Holger Scheel – der Plakatierung diesmal aufgeteilt werden musste, habe es in Rönsahl gut, in Kierspe nicht so gut geklappt.

Gleichwohl werben 68 sogenannte Hohlkammer- und Ständerplakate für die CDU. Die Liberalen hätten 13 Laternen gefunden, an denen um Stimmen für die FDP geworben wird. Die Plakate seien aus Papier, könnten also leicht über die grüne Mülltonne entsorgt werden, erklärt der FDP-Vorsitzender. Drei Tage nach der Wahl, so lautet die Vorschrift, müssen die Plakate wieder abgehängt werden. Aus Papier besteht auch die Wahlwerbung der CDU – aber nur zum Teil.

Plakate dürfen nicht an allen Laternen befestigt werden.

Es gibt auch solche auf Kunststoffbasis, weiß Holger Scheel. Da gestaltet sich die Entsorgung etwas aufwendiger, früher wurden sie geschreddert und über den Restmüll entsorgt. Dagegen heben die Sozialdemokraten ihre Hohlkammerplakate auf, erklärt SPD-Vorsitzende Monika Baukloh, um sie bei verschiedensten Aktion wieder verwenden zu können. Voraussetzung dafür sei, dass die Plakate auf Kunststoffbasis nicht zerrissen oder anderweitig beschädigt sind.

68 dieser doppelseitigen Hohlkammerplakate hat der Ortsverein der SPD an 30 Stellen in Kierspe und Rönsahl aufgehängt. Hier gilt, wie bei der CDU, dass für großflächige Wahlwerbung der Landesverband zuständig ist, führt Baukloh weiter aus. „Da haben wir auch keine Möglichkeit der Einflussnahme“, weiß die SPD-Vorsitzende. Ähnlich sieht es beim Kiersper Ortsverein von Bündnis 90/Die Grünen aus. Allerdings würden Plakate aus recyceltem Altpapier verwendet, betont Grünen-Sprecher Detlef Jungmann.

Aus recyceltem Altpapier sind diese Plakate.

„Wir haben diesmal auch bewusst weniger Plakate genommen“, fügt er hinzu, dass 20 solcher Wahlwerbungen aufgehängt wurden. Im Übrigen würden die Plakate in der kommenden Woche, wenn sie abgenommen worden sind, ins Archiv kommen, um sie später einmal anderweitig verwenden zu können. Ein Entsorgungsproblem gibt es bei den Grünen also nicht.

Lediglich die Befestigungen aus Kunststoff (Kabelbinder) kommen in den Müll. Mit nur sehr wenigen großflächigen Wahlwerbungen und einer durchaus überschaubaren Anzahl an „Laternen-Plakaten“ wird in Kierspe auf die wichtige Europawahl am Sonntag hingewiesen. Dabei geht es nicht ohne Kunststoff und wenn es nur die Kabelbinder sind, mit denen die Plakate befestigt werden – und die drei Tage nach der Wahl wieder entsorgt werden müssen.

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