Kulturfest wird zum Ort der Begegnung

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Für das Musikprogramm sorgte „Stressless“ im Kreativzentrum an der Kölner Straße.

Kierspe - Musik, Begegnungen und Betrachtungen, das waren die Zutaten, die sich am Sonntagnachmittag zu einem anregenden Cocktail vermischten und das „Kulturfest mit Musik für neue und alte Kiersper“ zu einem Erfolg werden ließen.

Eingeladen hatte dazu der Verein „Menschen helfen“. Die im Kreativzentrum in der Kölner Straße bereit gestellten Stühle vor der Bühne reichten bei Weitem nicht aus und trotz noch schnell herbei geholter Sitzgelegenheiten, bekamen viele der Besucher nur einen Stehplatz. Doch gerade auf den Stehplätzen ließ sich der Wunsch von „Menschen helfen“ nach Begegnung am besten umsetzen. Schnell war hier der Stehplatz gewechselt oder ein Besucher gesellte sich dazu.

Flüchtlinge brechen das Eis

Dieses lockere Beisammensein förderte das Miteinander, welches vielen dennoch nicht leicht von der Hand ging. Verständigungsschwierigkeiten waren teilweise ein Grund, der Mut, auf fremde Menschen zuzugehen, vermutlich ein größerer. Denn die Verständigungsschwierigkeiten hielten sich in Grenzen. Viele der Flüchtlinge besuchen gerade den Deutschunterricht und freuten sich, ihr erlerntes Wissen umsetzen zu können. Sie sprachen die Kiersper an und brachen so das Eis.

Lieder aus Syrien und Hip-Hop

Yazdashar Mahmmud (rechts) und Dalil Muhamed aus Syrien sangen zwei Lieder aus ihrer Heimat.

Doch es gab an diesem Nachmittag noch viel mehr. Die Band „Stressless“ bot in großer Besetzung ein unterhaltsames Musikprogramm. Doch nicht nur Songs in englischer oder deutscher Sprache waren dabei. Yazdashar Mahmmud und Dalil Muhamed aus Syrien sangen zwei Lieder aus ihrer Heimat. Auch eine Hip-Hop-Gruppe aus Lüdenscheid zeigte unter großem Beifall der Besucher ihr Können und warb um künftige Mittänzer.

Fotos der Flüchtlinge

Des Weiteren konnten sich die Besucher Fotos der Flüchtlinge ansehen, die zum Teil mit Bildbearbeitungsprogrammen verändert worden waren. Diese Fotos zeigten die jungen Männer beim Kochen in der Küche, auf einer Bank in einer Reihe sitzend oder als Porträt.

Fluchtwege auf Leinwänden nachgezeichnet

Interessenten fanden zerknüllte „Ausrisse“ aus Zeitungen an den Wänden, die sich in deutscher und englischer Sprache ausschließlich mit dem Thema „Flüchtlinge“ befassten. Helga Bothe vom Arbeitskreis „Kümmerlinge“ hatte auf Leinwänden die Umrisse von Ländern und Kontinenten vorgezeichnet, auf denen von den Besuchern die Fluchtwege der jungen Männer mit Stecknadeln oder bunten Stiften nachvollzogen werden konnten. Zwischen den einzelnen Musikstücken gab es immer wieder junge Männer, die auf die Bühne kamen und sich den Besuchern vorstellten.

"Menschen helfen" sucht Helfer

Karin Schmid-Essing warb bei den Anwesenden um Mithilfe bei „Menschen helfen“. „Wenn Sie nur zwei Stunden in der Woche Zeit hätten, wäre uns schon sehr geholfen“, so Schmid-Essing. Informieren können sich Interessierte über Einsatzmöglichkeiten und Kontaktpersonen auf der Homepage www.meheki.de.

700 Häppchen spendiert

Für das leibliche Wohl sorgte Stefanie Bille. Sie hatte 700 Häppchen spendiert, die in den Musikpausen den zahlreichen Besuchern gereicht wurden. - geg

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