Kulinarische Weltreise in der Gesamtschule

Auch diesen beiden Mensa-Besucherinnen schmeckten die internationalen Gerichte.

KIERSPE ▪ In dieser Woche sind die Schlangen an der Essensausgabe noch ein bisschen länger als sonst. Die Mensa der Gesamtschule beteiligt sich an „Kultur(en) Pur“ und kocht international.

„Turchia piccata con salsa di pomodoro“ (Putenschnitzel mit Tomatensauce) steht auf dem Speiseplan, dazu gibt es „Penne“, italienischen Salat an der Salatbar und zum Nachtisch „Pesche ripiene“. Von Montag bis Donnerstag wechseln die Nationalitäten; angefangen mit den USA, über Italien und Frankreich geht es kulinarisch bis nach Griechenland.

Griechenland war für das Küchenteam am schwierigsten – nicht was das Kochen angeht, da sind alle versiert. Aber passend zum jeweiligen Land wird die Mensa in dieser Woche auch dekoriert und Servietten mit griechischem Dekor waren schwer aufzutreiben. „Wir haben Nachbarn und Freunde gefragt,“ sagte Küchenchefin Angelika Nowak, die zusammen mit ihrer Vertreterin Ulrike Kulse für den Speiseplan verantwortlich zeichnet.

Die Kochrezepte suchten sich die beiden aus Kochbüchern und im Internet zusammen und zumindest die ersten beiden Tage waren ein voller Erfolg.

„Gestern gab es so Rippchen,“ erzählte eine Schülerin. „Spare ribs“, verbesserte ihre Freundin. Während es den 15-jährigen Emilia und Dorothea sichtlich geschmeckt hatte, waren zwei Siebtklässler weniger begeistert und gingen deshalb zu „All American Burger“ über. „Die waren voll lecker!“ Mit ihrer Meinung zu den „Rippchen“ standen die Schüler allerdings weitgehend alleine da. 253 Portionen hatte das Küchenteam im Angebot – eine einzige blieb übrig.

Teilweise hatten die Köchinnen die Gerichte vorher ausprobiert. Dabei waren Improvisation und Fantasie gefragt. „Penne al arrabiata“, normalerweise ein sehr scharfes Nudelgericht, kam in abgemilderter Form auf den Tisch. Beim griechischen Pastitsio wurden die typischen Nudeln durch kurze Maccheroni ersetzt, beim „Poulet provencale“ der Rotwein durch Rotweinessig. „Alkohol in einer Schule, das geht nun wirklich nicht, auch wenn er beim Kochen verdunstet,“ meinte Angelika Nowak und hatte ein Problem, denn Alkohol aller Art wird in der französischen Küche sehr großzügig eingesetzt. Auf Knoblauch konnte sie zu ihrem Leidwesen allerdings während der internationalen Woche nicht vollständig verzichtet. Viele frische Kräuter kamen ebenfalls zum Einsatz, aber das ist eigentlich normal.

„Wir kochen immer frisch“, erläuterte Nowak. Morgens um sieben Uhr ging es los, dann wurden Salat und Gemüse geschnitten, Schnitzel paniert und der Pizzateig angesetzt. Auch die „Pesche ripiene“, mit Amarettini und Kakaopulver gefüllte Pfirsichhälften, kamen schon aufs Blech. Die warmen Speisen werden erst kurz vor der ersten „Schicht“ gekocht. „Es macht Spaß, ist aber auch anstrengend,“ meinte die Küchenchefin. „Kultur(en) Pur“ ist natürlich etwas besonderes. „Jede Woche ginge das nicht.“

Die Schüler hätten sicher nichts dagegen. Vor allem diejenigen, die regelmäßig essen, wussten die Abwechslung sehr zu schätzen. Auch Angelika Nowak möchte nicht bis zum nächsten „Kultur(en) Pur“ warten. „Vielleicht machen wir eine Themenwoche im Herbst,“ überlegte sie. Bis dahin wird das Mensateam sicher wieder einige neue Rezepte auf Lager haben. ▪ Birgitta Negel-Täuber

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