Reise ins Traumland der Fantasie

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Eine Rose als Dankeschön für einen zauberhaften Abend gab es unter anderem für Cora Büsch, Eva Kagermann, Christina Stoschus- Schumann und Jochen Fassbender. ▪

RÖNSAHL ▪ Sphärenhafte Klänge, wie aus einer fernen, unbekannten Welt stammend – leise, fast unwirklich und wie von Zauberhand –legten sich wie ein feiner Schleier über Mensch und Raum, entführten die zahlreichen Gäste, die am Mittwochabend in „Rönsahls Kulturtempel“ gekommen waren, mitten hinein ins Land der Märchen und der übersinnlichen Dinge.

In einem kleinen ländlichen Gasthaus im Reich der Mitte, dem Land, wo vor Zeiten das Porzellan erfunden wurde und noch heute der Tee zuhause ist, sitzen Bauer, Ölhändler und Bäcker nach getanem Tagwerk bei einer Tasse Tee zusammen. Der Wirt bittet auch den offensichtlich bettelarmen Wanderburschen herein, bewirtet ihn fürstlich und verlangt dafür kein Geld. Zum Dank überrascht der den Hausherren beim Abschied mit einem ungewöhnlichen Geschenk: Er malt mit gelber Kreide einen Storch an die Wand. Einen besonderen Storch. Er kann für die Gäste tanzen, wenn der Wirt nur in die Hände klatscht, verbunden allerdings mit der strengen Auflage, dass er niemals für einen Gast allein tanzen darf. Das Unglaubliche bringt dem Wirt eine Vielzahl neuer Kunden ins Haus, füllt die Kasse.

Die Sache geht lange gut, doch es kommt, wie es kommen muss: Eines Tages erscheint der oberste Beamte aus der Hauptstadt, überredet den Wirt mit einem Beutel voll Gold – und der Vogel muss für den hohen Herrn tanzen. Da tritt der Wanderbursche herein, spielt auf seiner Flöte, und der Storch folgt ihm hinaus – auf Nimmerwiedersehen.

Märchen, ganz gleich ob modern oder altvertraut, sind nicht nur unterhaltsam, sondern haben in der Regel auch denen etwas zu sagen, die längst den Kinderschuhen entwachsen sind. Die Besucher erlebten auch eines der schönsten Kindermärchen überhaupt – das Märchen von Frau Holle, der faulen Pechmarie und der fleißigen Goldmarie. Märchenfrau Cora Büsch brachte die Geschichte am Mittwochabend in der Historischen Brennerei in ihrer unnachahmlichen Art auf eindrucksvolle Weise zu Gehör. Dafür, dass der vom KuK-Verein organisierte Abend im Rahmen des Gebrüder- Grimm-Jahres zu einem ganz besonderen Erlebnis wurde, sorgte auch Tänzerin Keito (Eva Kagermann). Die Künstlerin verstand es, mit getanzten Körperskulpturen die Handlung des gesprochenen Wortes ebenso wirkungsvoll zu untermalen, wie das in überzeugender Weise auch Jochen Fassbender mit musikalischen Akzenten und ungewöhnlichen, selbst kreiertenk, Musikinstrumenten gelang.

Zudem passten die von Künstlerinnen der Malwerkstatt von Christina Stoschus- Schumann ausgestellten Aquarelle hervorragend zum Thema und rundeten einen in sich schlüssigen Abend entsprechend ab. ▪ cr

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