Lebensmittelpunkt(e) an der Kölner Straße

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Die sechs Künstler der Gruppe Kultur Pur (von links) Ilka Albrecht, Silvia Baukloh, Annette Gonserowski, Sabine Kramer und Christophe Bossu beteiligten sich mit ihrer je eigenen Kunstform an der Ausstellung. Den musikalischen Teil gestaltete Andreas Koch.

Kierspe - Lebensmittelpunkt: Den Titel der Ausstellung könne man auf unterschiedliche Weise lesen, erläuterte Andreas Koch. „Lebens-Mittelpunkt“ und „Lebensmittel-Punkt“ – beides sei möglich. Die zweite Lesart bezog er auf den ursprünglichen Verwendungszweck des Ausstellungsortes.

Das Kiersper Kreativzentrum an der Kölner Straße sei bekanntlich früher ein Supermarkt gewesen, die Kunstausstellung im Rahmen der Regionale solle dazu beitragen „den früher lebhaften Stadtteil Kierspe-Bahnhof mit Leben“ zu füllen.

Sechs Künstler der Gruppe Kultur Pur hatten sich an Allerheiligen für einen Tag zusammengetan und mit ihren je eigenen Mitteln und Ausdrucksformen den Zusammenhang zwischen Leben und Kunst reflektiert. Anstelle der erkrankten Kulturmanagerin der Regionale, Ulrike Tütemann, eröffnete Andreas Koch die Ausstellung und gestaltete mit mehreren Walzern von Napoleon Coste und Johann Strauß – für Gitarre arrangiert von Johann Caspar Merz – den musikalischen Rahmen.

Ist für Andreas Koch die Gitarre unverzichtbarer Bestandteil seines persönlichen Lebensmittelpunktes, ist es für Ilka Albrecht die Kamera. Die Meinerzhagenerin war mit mehreren Fotografien beteiligt, Silvia Baukloh mit Plastiken aus Porzellan, Modelliermasse, Stoff und Naturmaterial. Sabine Kramer und Christophe Bossu, der sonst eher als Lyriker bekannt ist, hatten mehrere Bilder beigesteuert. Für den Bereich Lyrik zeichnete diesmal Annette Gonserowski verantwortlich, ihre Gedichte wurden als Dia-Show digital eingeblendet.

Konsum als Illusion der Freiheit

Einige Kunstfreunde hatten sich bereits zur Ausstellungseröffnung eingefunden.

Christophe Bossu blieb auch in der Malerei seinem Hang zu Reduktion und Minimalismus treu, während vor allem in den Arbeiten von Sabine Kramer, Ilka Albrecht und Silvia Baukloh die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen deutlich wurde. „Wir kaufen viel und genießen wenig“ stand auf einer Collage von Sabine Kramer geschrieben oder „Das Surrogat Konsum hält die Illusion der Freiheit aufrecht.“ Den Hintergrund bildeten Kassenzettel.

Ilka Albrecht hingegen hatte über die Dächer des Kölner Domes hinweg fotografiert. Den Fluchtpunkt bildete indes nicht die Kathedrale als Inbegriff christlicher Religion sondern die triste Architektur moderner Zweckbauten.

Viele kunstinteressierte Kiersper waren am Dienstag zur Ausstellungseröffnung in das Kreativzentrum gekommen. Mit einem kleinen Büfett schlossen die Künstler thematisch den Bogen – sie boten ihren Gästen auch reale Lebensmittel in Form von Fingerfood.

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