KSV-Wurstkönig: Florian Pech hat Glück

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KIERSPE - Zehn, neun, acht....... eins, null, ausgezählt wurden die Schützen, die Freitagabend auf dem Hedberg auf den Holzvogel zielen sollten. Nicht jeder schaffte es in der vorgegebenen Zeit an den Schießstand zu kommen – ihm winkte zur Strafe ein Wacholder.

Harte Sitten herrschten beim Kommando des Kiersper Schützenvereins (KSV), doch es ging um die Wurst, genauer gesagt, um den Wurstkönig.

Ein schmächtiger Holzvogel, ohne Zepter, Reichsapfel und Krone, dafür aber mit Leberwurst, Blutwurst und den guten Sauerländer Knackern als Insignien thronte noch stolz im Kugelfang. Doch nicht mehr lange. Dem vom amtierenden Wurstkaiser Uwe Ackermann mit Liebe hergestellten Königsvogel war kein langes Leben beschert. Schon bald fehlte ihm die Blutwurstkrone, dann der Leberwurstapfel und das Zepter aus Brühwürstchen.

Für den Vogel selbst, brauchten die Kommandomitglieder etwas länger. Genau um 20.10 Uhr war der Vogel vom Rumpf getrennt und der neue Wurstkönig stand fest: Florian Pech. Erfahrung im Repräsentieren hat er bereits, wurde er doch 2009 Prinz des KSV.

Es ist ein Spaßfest, das die Mitglieder des KSV-Kommandos feiern. Das erste seiner Art fand 1991 statt. Nach dem Herrichten des Schützenplatzes saßen die Männer damals noch zusammen und tranken ein Bier. „Wir können schon einmal üben, auf einen Vogel zu schießen“, machte Klaus Neunz den Vorschlag. „Ich habe noch einen Styroporvogel zu Hause“, meldete sich ein anderer und schon war der Wettbewerb um den Wurstkönig geboren. 1991 schaffte es Heinrich Hüther, den Vogel abzuschießen, 1993 glückte es ihm erneut und er wurde dadurch zum Wurstkaiser.

Die Namen der Wurstkönige von 1995 und 1997 sind den Kommandomitgliedern verloren gegangen, doch 1999 wurde es Hans Albert Kienold, 2001 Uwe Ackermann, 2003 Rüdiger Busch, 2005 Jens Peter Lück, 2007 Jens Wiendlocha, 2009 Stefan Walter und 2011 wieder Uwe Ackermann, der damit zum Wurstkaiser wurde. Seither ist es ein Ritual, das die Mitglieder des Kommandos nach dem Reinigen des Platzes, immer am Freitag vor dem Schützenfest begehen. Fleisch und Würstchen werden reichlich für das Fest besorgt und jeder Schütze bringt etwas zu trinken mit.

So recht hatte noch niemand mit dem Fallen des Vogels gerechnet, als Florian Pech zum Luftgewehr griff. Doch als er angelegt hatte, seinen Schuss abgab, traf er die Stange und der Vogel gab auf, legte sich auf die rechte Seite und fiel in den Rasen. Groß war nun das „Hallo“ seiner Schützenbrüder. Sie lagen sich in den Armen, gratulierten ihm und erklärten ihn zum Wurstkönig.

Uwe Ackermann nahm sich sofort seine Kaiserkrone vom Haupt und setzte diese dem neuen Wurstkönig auf, der sein Glück noch kaum fassen konnte. Thilo Frischholz bestückte die Krone mit Mettwürstchen und auch die Königskette war aus der nur kurze Zeit haltenden Materie gemacht worden, denn schon bald waren Bissspuren an ihre zu entdecken. Ein längeres Leben war jedoch der metallenen Krone beschert. Diese wird nun die kommenden zwei Jahre das Haupt von Wurstkönig Florian Pech zieren.

Mit der Krönung war das Wurstkönigschießen nicht vorüber. Überraschenden Besuch bekamen die Kommandomitglieder von Friedhelm Wortmann. Schon etliche Jahre war er nicht beim Wurstkönigschießen dabei gewesen. Ein Großteil der Schützen hat bei ihm das Schießen gelernt und erinnert sich noch gerne an diese Zeit zurück. Bei lecker Gegrilltem und gut Gekühltem saßen die Kommandomitglieder dann noch lange zusammen.

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