Im KSV-Dschungel steht nicht nur der König Kopf

Die Spedition Sack sorgte vor dem Vereinslokal Unter den Linden für Stimmung, so dass den Schützen die letzte Etappe zum Hedberg nicht schwer fiel.

KIERSPE ▪ „Heut‘ ist so ein schöner Tag...“ spielte die „Staatskapelle“ Kierspe und für die KSV-Schützen galt das Montagmorgen allemal. Auch nach drei langen Tagen Feiern waren die Blaukittel am letzten Festtag frühmorgens schon erstaunlich munter auf den Beinen.

Glück für jene, die bereits mit den Folgen des ausgiebigen Feierns zu kämpfen hatten, dass es am Montag beim Frühschoppenumzug durch das Dorf nicht ganz so zackig zuging. Dafür war die Stimmung umso ausgelassener.

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Neue Majestäten in Kierspe

Los ging es am Sammelpunkt vor der ehemaligen Gaststätte Nordpol. Von der Metzgerei Baumeister und der Bäckerei Sondermann wurden die Schützen mit Frikadellen und Brötchen versorgt – eine gute Grundlage, um für den Marsch durch die Kiersper Gaststätten gewappnet zu sein. Die Stärkung war besonders für Dirk Makowski wichtig. Als „Hühnerhabicht“ war er an diesem Vormittag für das Wohlbefinden des Damenzugs zuständig. Diese Tradition hatte man beim Besuch eines auswärtigen Schützenfestes kennen gelernt und gerne übernommen. Die Schützenkollegen des Reservezuges sorgten für eine passende Uniform und der Damenzug – hier marschierte auch die neue Königin Jennifer Jatzkowski mit – hatte gleich eine Idee, wie Frau sich die Manneskraft zu Nutze machen konnte. Der „Hühnerhabicht“ wurde ausstaffiert mit passendem Geschirr zum „Zugpferd“ für den Verpflegungsbollerwagen.

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Schützenfest-Auftakt mit Fackelzug durchs Dorf

Für einen Hingucker sorgte auch das ASV-Königspaar Olaf Hohage und Gabi Lazarra mitsamt seinem Hofstaat: „Ich bin im Dorf, holt mich hier raus!“ prangte auf ihren Shirts. Eine Qual war für die Truppe der Aufenthalt im „KSV-Dschungel“ aber nicht. Zur Strapaze wurde die Tour durchs Dorf höchstens für wenig standfeste Schützen. Doch immerhin gab es überall Gelegenheit zur Stärkung, sowohl in flüssiger als auch in fester Form.

Der erste Halt wurde auf dem Parkplatz der Disco Revolution eingelegt. Als vor der Gaststätte Zur Post „So ein Tag, so wunderschön wie heute...“ erklang, stimmte ein großer Schützenchor mit ein. Neben der Stadtkapelle und dem Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr sorgte auch eine weitere Musikgruppe für Aufsehen. Ihren ersten Auftritt meisterten die „Hedberg Steiger“ mit Bravour – kein Wunder eigentlich, schließlich können die Musiker, die sich nach einer Stammtischidee entschlossen hatten, wieder zu den Instrumenten zu greifen, von sich behaupten: „Spielleute waren wir alle mal“. Fast jedenfalls. „Wir haben auch einen Musiker unter uns, der hatte vorher noch nie eine Flöte in der Hand“, verrieten die Musiker. Dafür ist mit dem 76-jährigen Günter Barwarnitz auch jemand unter ihnen, der von den 50er bis in die 70er Jahren in einer Kapelle gespielt hatte und somit über reichlich Erfahrung verfügt.

Angesichts der feiernden Menge zeigte sich schließlich zwischendurch sogar die Sonne über Kierspe – die Rahmenbedingungen für einen feucht-fröhlichen Umzug waren damit optimal.

Eine weitere deftige Stärkung erwartete die Schützen bei der Metzgerei Hoffmann, hier wurde Brötchen und Leberkäse gereicht, und als der Zug, der zu diesem Zeitpunkt nur leicht an seiner vollen Stärke verloren hatte, die Dorfschänke erreichte, waren die Stimmen gut geölt, so dass der ein‘ oder andere Schlachtgesang vielstimmig ertönte.

Mit seiner Stimme hatte zu diesem Zeitpunkt dafür Spieß Klaus Neunz zu kämpfen, aus gutem Grund musste er die Schützenschar oftmals zum Antreten rufen, an vielen Station wollte schließlich Halt gemacht werden. Ein Boxen stop wurde auch bei der Sparkasse eingelegt, eine Erfrischung genauso vor der Volksbank gereicht.

Die Musiker der Stadtkapelle bewiesen derweil, dass sie auch auf engstem Raum spielen können, als sie beispielsweise in die Rauk-Apotheke einmarschierten, um hier ein Ständchen zu bringen.

Vor dem Vereinslokal, dem Hotel Unter den Linden, erwartete die Schützen vor der letzten Etappe ein besonderes Schmankerl, hier spielte die Spedition Sack auf. Schützenmäuse, KSV-Damen und die ASV-Bruderschützen im KSV-„Schützendschungel“ sangen und schunkelten gerne mit, ehe sich der Zug aufmachte, um den Hedberg zu erklimmen.

Beim Einmarsch ihres Königs „Beppo“ Stephan Jatzkowski im Zelt gingen nicht nur die Schützen in die Knie, als der Regent den Weg zum Thron im Handstand absolvierte, stand das ganze Festzelt Kopf und einem ausgelassenen letzten Festtag auf dem Hedberg endgültig nichts im Wege. ▪ Simone Benninghaus

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