Freie Wählergemeinschaft: "Das geht gar nicht!"

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Mitten im Wald des Kiersper Halzenbachtals haben Mitarbeiter der Stadtverwaltung einen Lagerplatz entdeckt. Nun ist man auf der Suche nach den Nutzern des Platzes.

Mitten im Wald des Halzenbachtals hatten Mitarbeiter der Kiersper Stadtverwaltung einen Lagerplatz entdeckt. Tische, Bänke und ein Feuerplatz luden zum Verweilen.

Kierspe – Planen, Äste und Zweige gaben Windschutz – die MZ berichtete. Selbst in Zeiten, in denen kein Kontaktverbot besteht, ist natürlich das Entzünden von Feuern im Wald nicht gestattet – und in dieser Zeit, in der große Trockenheit herrscht, auch sehr gefährlich. Um die Täter aufzuspüren, hatte der Leiter des Sachgebiets Ordnung auch den Einsatz von sogenannten Wildkameras erwogen.

„Das geht gar nicht“, drückt Peter Christian Schröder, Ratsmitglied und Vorsitzender der Freien Wählergemeinschaft (FWG), sein Missfallen über diese Fahndungsmethode aus. Er hält die Auswertung von Bildern, die von Wildkameras geschossen wurde, für unzulässig.

„Selbst die Polizei darf solche Aufnahmen ohne richterlichen Beschluss nicht auswerten“, sagt Schröder, der sich bei seinen Aussagen auf einen Polizisten in der eigenen Partei und einen befreundeten Verwaltungsmitarbeiter beruft. „Außerdem geht es hier ja auch um eine Ordnungswidrigkeit, da ist auf keinen Fall zulässig, solche Aufnahmen zu nutzen“, so der FWG-Politiker. Tatsächlich ist schon das Aufhängen der Kameras nicht überall möglich.

„Da ist nichts im Jagdgesetz geregelt, weder vom Bund noch vom Land“, erklärt der Leiter des Hegerings Kierspe-Rönsahl Matthias Heveling auf Nachfrage der Meinerzhagener Zeitung. Allerdings sorge der Datenschutz dafür, dass die Kameras nur dort aufgehängt werden dürften, wo sich eine Kirrung (ein Ort im Wald, an dem mit Futter, üblicherweise Mais, die Tiere angelockt würden, um diese zu beobachten oder gezielt abzuschießen) oder ein Wildwechsel befinden.

„Es gibt aber unterschiedliche Ansichten von Experten darüber, ob dann nicht sogar ein Hinweis auf die Kamera aufgehängt werden muss, um Spaziergänger darauf hinzuweisen, dass sie fotografiert oder gefilmt werden könnten“, erklärt Heveling. Er selber verwende die Kameras nicht mehr, habe sie aber früher eingesetzt, dann allerdings mit einem gut sichtbaren Hinweis in der Nähe. Die Gefahr, zufällig vor die Linse einer solchen Wildkamera zu geraten, hält der Jäger für gering.

Da diese meist an den genannten Kirrungen zu finden seien. „Pro 100 Hektar ist aber nur eine Kirrung erlaubt, dadurch kann es maximal 63 solcher Plätze im Bereich des Hegerings geben. Natürlich ist es auch möglich, dass an Wechseln noch weitere sind. Doch die Kameras fotografieren nur in eine Richtung. Aufgrund der Bäume und des Bewuchses ist meist auch nur eine Strecke von maximal 25 Metern einsehbar“, erklärt der Hegeringsvorsitzende.

Und er gibt zu bedenken, dass es für den Jäger nicht schön sei, wenn er anstelle von Wildtieren nur Spaziergänger oder Eichhörnchen fotografieren würde. Allein deshalb würden die Kameras dort platziert, wo die Störung durch Menschen nicht zu erwarten sei.

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