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Kritik an Sportförderung in Kierspe

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Von: Detlef Ruthmann

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Sportförderrichtlinie der Stadt Kierspe bleibt unverändert
Problemfall: Die Umkleidekabinen am Felderhof benötigen eine Auffrischungskur, aber es fehlen die Mittel © Ruthmann, Det

Auch wenn der Paragraf 8 der Sportförderrichtlinie unverändert bleibt, wirklich zufrieden, das war spürbar, waren die Mitglieder des Ausschusses für Sport und Jugend nicht. Es bleibt also dabei, dass nur Vereine mit Eigentum von der städtischen Förderung (12 000 Euro) profitieren können.

Kierspe - Denn das Gremium war bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen dem Verwaltungsvorschlag gefolgt, keine Änderung an den Richtlinien vorzunehmen. „Es ist nicht so einfach“, hatte Dorette Vormann-Berg, Allgemeine Stellvertreterin des Bürgermeisters, darauf hingewiesen, dass selbst beim Förderprogramm „Moderne Sportstätten“ – von dem einige Kiersper Vereine profitiert hatten – es Schwierigkeiten gebe, den Eigenanteil von 30 Prozent aufzubringen. Entweder müsse man angespart haben oder es fremd finanzieren. Bei „Moderne Sportstätten“ konnten ebenfalls nur Vereine mit Eigentum oder langfristigen Mietverträgen Anträge stellen.

„Das Gießkannenprinzip wird nicht funktionieren!“, sagte Ausschussvorsitzender Ralf Erlhöfer mit Blick auf die kleine Summe, welche die Stadt zur Verfügung stellt. Auf der anderen Seite müsse man aber auch bedenken, dass die Stadt beispielsweise allein für die Unterhaltung der Außensportanlagen jährlich 550 000 Euro aufbringt – ohne die Sporthalle. In einer der nächsten Sitzungen des Sportausschusses soll von der Verwaltung eine Liste vorgelegt werden, die eine Übersicht der Ausgaben für den Bereich Sport bietet.

Verteilerschlüssel das größte Problem

Schon jetzt sei das größte Problem der Verteilerschlüssel, führte Thorben Weber, UWG und Stadtsportverband, aus. Wenn Paragraf 8 geändert werde, würde es eben noch schwieriger. Man müsste dann überlegen, ob nach einer Förderung der Verein mit einer Fördersperre zu belegen ist.

Letztlich bleibt die Sportförderrichtlinie der Stadt Kierspe vorläufig unverändert. Thorsten Blum (SPD) kündigte allerdings einen Antrag seiner Fraktion in dieser Sache an, ohne dies weiter auszuführen. Hilfe erhält der Stadtsportverband bei der Erstellung der Prioritätenliste der Förderung durch eine Arbeitsgruppe (AG). Denn der Beschlussvorschlag wurde um die Bildung solch einer AG, für die jeweils ein Mitglied pro Fraktion benannt werden soll, erweitert.

Bereits bei den Haushaltsplanberatungen war es ebenfalls um eine „dringliche Sache“ gegangen, für die Geld benötigt wird, aber nicht vorhanden ist: die Umkleidekabinen. „Wie versuchen, Mittel zu bekommen“, ist auch der Verwaltung klar, dass das äußerliche Erscheinungsbild des Gebäudes nicht gut ist und eher den Gedanken aufkommen lässt, es abzureißen. „Das können wir aber nicht“, wies Kämmerin Kerstin Steinhaus-Derksen darauf hin, dass erst vor drei Jahren Sanierungsmaßnahmen in den Umkleidekabinen durchgeführt wurden – mit einer Förderung in Höhe von 42 000 Euro.

Abriss nicht möglich

„Wenn wir das Gebäude abreißen, müssen wir das Geld zurückzahlen“, stellte die Kämmerin klar. Und ob unter Umständen der Kiersper SC die Umkleidekabinen übernimmt, ist noch offen – Gespräche liefen noch.

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