Alle Missbrauchsfälle aufgeklärt

Weniger Kriminalität, hohe Aufklärungsquote: Die Statistik für Kierspe

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Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Kierspe sank im vergangenen Jahr: 17 Mal brachen Unbekannte in Häuser und Wohnungen ein. 2017 waren es noch 23 Fälle.

Kierspe - Im Kreisvergleich relativ viele Straftaten und zugleich eine hohe Aufklärungsquote: Kierspe war für die Polizei im vergangenen in vielerlei Hinsicht ein besonderes Pflaster, wie ein Blick auf die Kriminalitätsstatistik zeigt.

Rein statistisch betrachtet ist die Kriminalität in Kierspe deutlich zurückgegangen, genauer gesagt um 20,54 Prozent. Verzeichnete die Polizei im Jahr 2017 noch 1124 Fälle – von denen mehr als zwei Drittel (68,86 Prozent) aufgeklärt wurden –, so waren es im vergangenen 941 Straftaten. Dabei ging auf die Aufklärungsquote leicht zurück auf 65,36 Prozent.

Gleichwohl liegt die Stadt Kierspe damit in der Kriminalstatistik der Kreispolizeibehörde deutlich vor den Nachbarkommunen Halver (614 Fälle im Jahr 2018) und Meinerzhagen (860 Fälle). Selbst in Werdohl und Altena wurden im vergangenen Jahr weniger Straftaten als in Kierspe verzeichnet.

Kein Mord oder Totschlag

Erfreulich ist, dass es in den vergangenen beiden Jahren keine sogenannten Straftaten gegen das Leben – dazu zählen unter anderem Mord, Totschlag, et cetera – gab. Dagegen sind aber die Fälle von Körperverletzungen von 90 (2017) auf 99 gestiegen. Darunter waren 24 gefährliche beziehungsweise schwere Körperverletzungen. 

Die Sexualdelikte sind zwar ebenfalls von 13 (2017) auf 14 Fälle gestiegen, deutlich mehr legte hier aber die Aufklärungsquote zu: Wurden 2017 noch gut drei Viertel aufgeklärt, waren es im vergangenen Jahr 92,8 Prozent. 

Vergewaltigungen beziehungsweise schwere sexuelle Nötigungen stehen im Jahr 2018 nicht in der Kriminalstatistik (ein Fall in 2017). Und die fünf Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern – einer weniger als 2017 – wurden alle aufgeklärt. Raubüberfälle beziehungsweise -delikte verzeichnete die Polizei in Kierspe zehn; im Vorjahr waren es noch 14. 

Vermögens- und Fälschungsdelikte

In der Volmestadt gehörten die sogenannten Vermögens- und Fälschungsdelikte im Jahr 2017 zu den zahlenmäßig häufigsten Straftaten (499 Fälle). Diese Zahl hat sich im vergangenen Jahr deutlich um 227 oder 45,5 Prozent auf 272 reduziert. Gleichwohl bleibt es das am meisten registrierte Delikt.

An zweiter Stelle stehen die Diebstähle, deren Fallzahl sich von 227 in 2017 auf 259 erhöht hat. Doch während die Aufklärungsquote bei Vermögens- und Fälschungsdelikten bei fast 90 Prozent liegt, konnten in den vergangenen beiden Jahren gerade einmal ein knappes Viertel der Diebstähle – vom Wohnungseinbruch über Auto-Aufbrüche bis hin zu Taschendiebstählen und von Fahrzeugen – aufgeklärt werden. Leicht angestiegen ist in Kierspe auch die Straßenkriminalität, und zwar von 171 (2017) auf 180 Fälle. 

Sie nimmt damit zahlenmäßig Platz drei ein. Dagegen wurde die Straftat Sachbeschädigung, die Fallzahl sank von 111 auf 92, von Rang vier auf fünf durch Körperverletzung verdrängt.

Die Kriminalstatistik der Kreispolizeibehörde weist darüber hinaus aus, dass die Anzahl der Rauschgiftdelikte in Kierspe von 48 (2017) auf 55 gestiegen ist. Zudem wurden von den Beamten 33 Fälle von Gewalt- (32 im Vorjahr) und sieben von Computerkriminalität (16 im Vorjahr) registriert. Im Übrigen gab es beim Diebstahl auf Kfz die niedrigste Aufklärungsquote (9,1 Prozent) und – neben dem bereits genannten sexuellen Missbrauch von Kindern – bei den „sonstigen Raubüberfällen auf Straßen, Wegen und Plätzen“ die höchste (100 Prozent).

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