Kreisheimattag 2013 zur Kerspetalsperre

Unverändert präsentierte sich der Vorstand des Heimatvereins nach den Wahlen bei der Jahreshauptversammlung am Freitagabend im Ratssaal.

KIERSPE ▪ Zur Jahreshauptversammlung begrüßte der erste Vorsitzende des Heimatvereins, Jochen Timpe, am Freitagabend zahlreiche Mitglieder im Ratssaal.

Im Bericht des Vorstands ließ Schriftführerin Svenja Kelm zahlreiche Aktivitäten des vergangenen Jahres Revue passieren. Sie erinnerte an die Teilnahme am verregneten Schanhollenfest im Juli, die Ferienspielaktionen im Sommer, die Veranstaltung am Schleipehammer anlässlich der Wasserwoche des Märkischen Kreises im Oktober und die Teilnahme am lebendigen Adventskalender im Dezember. Neue Verdunkelungsrollos am Seitenfester des Fritz-Linde-Zimmers im Alten Amtshaus ermöglichen jetzt mittwochs dort die Vorführung von Filmen und Dia-Vorträgen.

Der besondere Dank des Vorstands ging an Reinhard Distel, der mit seinem großen Engagement bei der Verkartung von Kirchenbüchern persönliche Daten von Kiersper Familien gut leserlich für die Nachwelt aufbereitete. Ein weiteres großes Dankeschön galt Willi Hoffmann, der nach 40-jähriger Aktivität sein Amt als Landschaftswächter niederlegte.

Als seinen Nachfolger begrüßte die erste stellvertretende Vorsitzende Silvia Baukloh in ihrem Bericht „Natur und Landschaft“ Hermann Reyher, der künftig Ansprechpartner in Sachen Heiratswäldchen sein wird und dort auch den neu gepflanzten Ginkobaum pflegt. „Während die Forstbeamten die reinen Waldgebiete im Auge behalten, bin ich für die offenen Landschaftsflächen zuständig. Dazu gehören 25 Naturschutzgebiete, vor allem im Kerspe- und Schleipetal“, erklärte Reyher. Besonders freute er sich darüber, dass die Vorgänger Willi Hoffmann und Martin Lynker für ihre engagierte Arbeit für den Umwelt-Rauk der Stadt ausgewählt wurden.

Bei den Aktivitäten der Damen, vorgetragen von Christel Hansen, standen Handarbeiten und die Sorge für das leibliche Wohl beim Mühlentag, Schanhollenfest und Adventsbasar im Vordergrund. „Können Sie sich vorstellen, dass für ein Paar Socken der Größe 38 mehr als 21000 Maschen gestrickt werden müssen?“, fragte sie die erstaunte Versammlung. Unterschiedliche Handarbeitstechniken geben die Damen des Heimatvereins während der Ferienspielaktionen auch an die junge Generation weiter.

In ihrem 21. Bericht für den Plattdeutschen Arbeitskreis freute sich Margret Nolte über das anhaltende Interesse an plattdeutschen Geschichten und Gedichten. Nicht nur beim Ausflug an den Biggesee, das traditionelle Reibekuchenessen oder die Weihnachtsfeier versammeln sich viele Mitglieder, sondern auch bei den Zusammenkünften an jedem letzten Donnerstag des Monats um 19 Uhr in der Gaststätte „Zum Alten Bahnhof“.

„Der überraschende Tod von Fritz Peiker im letzten Jahr hat im Schleipehammer eine große Lücke hinterlassen“, betonte Armin Rachel für die Arbeitsgruppe. Zudem galt es, den durch Nässeeinwirkung heruntergebrochenen Teil der Hallendecke zu renovieren und aus Sicherheitsgründen mehrere Bäume auf dem Gelände zu fällen. Dennoch waren wieder einige Schulkinder zu Gast, um sich die Arbeit an Hämmern und Pressen anzuschauen. Neben dem Besuch einer Abordnung der Firma GWK fanden auch mehrere private und öffentliche Feiern im alten Industriedenkmal statt. Mit Karl-Heinz Kraus konnte außerdem ein neuer Mitstreiter gewonnen werden.

In der Rhadermühle backten Karin Derksen, Annette Zacharias und Markus Hoppe insgesamt 719 Brote im letzten Jahr, die beim Mühlentag, dem Schanhollenfest, dem Denkmaltag und dem Adventsmarkt an der Margarethenkirche verkauft wurden. Viel Spaß hatten auch die Teilnehmer der Ferienspiele und die Kinder aus Tschernobyl, die sich in der alten Mühle unter Anleitung der Hobbybäcker betätigten.

Gemeinsam mit Peter Heinz und Fredi Werner sorgte Ortsheimatpfleger Ulrich Finke dafür, dass Firmen, privaten Gruppen und Familien das Bakelitmuseum an fünfzehn Terminen im Jahr offen stand. Unter den interessierten Besuchern war sogar eine Familie aus Gent/Belgien, Nachfahren des Bakelit-Erfinders Leo Hendrik Baekeland. Zur Bindung weiterer Interessentengruppen sind für die Zukunft auch wechselnde Ausstellungen im Bakelitmuseum geplant. Besonders stolz war der Ortsheimatpfleger darüber, dass sogar auf der Reise und Campingmesse in Essen das Kiersper Bakelitmuseum Erwähnung fand.

Mit Unterlagen über Zwangsarbeiter lieferte Ulrich Finke jüngst auch einen Beitrag zu den Schriften „Informationen zur politischen Bildung“, die vor allem im Schulunterricht eingesetzt werden. Er nahm außerdem an allen Informationsveranstaltungen zur Regionale 2013 und den Sitzungen der Arbeitskreise des Stadtmarketingvereins teil.

Für die Unterabteilung Werkstatt Geschichte berichtete Marlen Vedder, dass nunmehr 17 Informationsschriften verschiedener Kiersper Ortsteile in einer Auflage von 843 Exemplaren erschienen seien. Gemeinsam mit Reinhard Distel, Dr. Klaus Dreyhaupt und Reiner Potyka trug sie die benötigten Materialien, darunter allein 1784 Fotos, zusammen. „Bei unseren Vorträgen in Kooperation mit der Volkshochschule Volmetal ziehen wir quer durch Kierspe und freuen uns über wechselndes Publikum. Vor allem der gut gefüllte Saal in der alten Bauernkneipe Bisitz in Höckinghausen ist uns immer wieder eine Freude“, ergänzte Hans Ludwig Knau. Im zehnten Jahr seines Bestehens denkt der Arbeitskreis aktuell über ein Buch zum historischen Dorfkern nach. „Das könnte ein gutes Gegengewicht zu den geplanten Modernisierungen sein, die im Zuge der Regionale 2013 für den Ortsteil Bahnhof vorgesehen sind“, gab Knau zu bedenken. Als weitere Projekte benannte er Forschungsarbeiten zum 100-jährigen Jubiläum der Kerspe-Talsperre im nächsten Jahr und zur Umgestaltung der alten Bollwerker Fabrik Brune zu einem Standort für regenerative Energien aus Wasserkraft und Phovoltaik.

„Seit Januar arbeiten nun bereits Ehrenamtliche an der Sichtung von Ausstellungsstücken für das geplante Fritz-Linde-Museum in seinem ehemaligen Wohnhaus am Höferhof“, berichtete Silvia Baukloh. Pünktlich zum 130. Geburtstag des Heimatdichters am 26. Juli ist die feierliche Eröffnung geplant. Bereits jetzt dürfen die Besucher auf eine Reihe noch unbekannter Bücher, Bilder und Briefe gespannt sein. Auch Exponate der Schriftstellerin Anny Wienbruch sollen im Museum präsentiert werden.

In seinem Vortrag über die Regionale 2013 mit virtuellem Stadtspaziergang brachte Stadtplaner Rainer Schürmann der Versammlung die geplanten Kiersper Projekte anschaulich näher und stand für anschließende Rückfragen gerne zur Verfügung.

In ihrem Kassenbericht konnte Kassiererin Tanja Wohlpart nicht nur eine solide Kassenlage verkünden, sondern auch den mit 248 Mitgliedern besten Stand seit Jahren. Auf Antrag der Kassenprüfer Rolf und Christel Hansen wurde der gesamte Vorstand entlastet. Bei den anschließenden Wahlen wurden Schriftführerin Svenja Kelm, Beisitzer Kans Ludwig Knau, Burghild Böhmer und Karin Derksen in ihrem Ämtern bestätigt. Als Kassenprüfer fungieren ab sofort Jahr Inge und Wolfgang Hupfeld.

Auch für dieses Jahr stehen bereits eine Reihe interessanter Veranstaltungen auf dem Programm des Heimatvereins: Den Auftakt machen die Märchenlesungen für Kinder und Erwachsene im Rahmen der Woche Kultur(en) Pur am kommenden Donnerstag, 22. März um 15 und 19 Uhr in der Stadtbibliothek. Am 28. Mai werden zum Mühlentag für interessierte Besucher Vorführungen im Schleipehammer und der Rhadermühle angeboten. Beide Industriedenkmäler sind auch am 24. Juni beim Aktionstag „Autofreies Volmetal“ und am 9. September am Tag des offenen Denkmals zu besichtigen. „Zur geplanten Plate-Ausstellung wurden bereits 40 Bilder zusammengetragen, weitere Exponate werden noch bis Ende März gesucht“, verkündete Svenja Kelm. Die Vernissage in den Räumlichkeiten der Sparkassenhauptstelle wird anlässlich des 50. Todestages von Friedrich Richard Plate am 11. Mai erfolgen. Beim Kreisheimattag 2013 wird das 100-jährige Jubiläum der Kerspe-Talsperre möglicherweise Thema und Kierspe ein Veranstaltungsort sein. Für den Kreisheimattag 2014 wird ab Sommer nach Verknüpfungspunkten mit den anderen Kommunen gesucht, die am Projekt Regionale 2013 beteiligt sind. Den Jahresabschluss bildet wie immer der beliebte Adventsmarkt im Schleipehammer.

Martina Haski

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