Kreative VHS-Geschichtenschmiede zeigt

Online gemeinsam Tagebuch schreiben

Geschichtenschmiede - Volkshochschule Volmetal - Kreativität
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Besondere Kreativität legen die Mitglieder der VHS-Geschichtenschmiede (hier ein älteres Bild) nicht nur beim Schreiben an den Tag, sondern auch gerade in Zeiten des Lockdowns durch das Coronavirus.

Kreativität lässt sich nicht ausbremsen. Die VHS-Geschichtenschmiede verlegt während des Lockdowns ihre literarischen Aktivitäten ins Internet und ist dort engagiert wie immer. 

Kierspe - „Vielleicht sogar noch ein bisschen intensiver als in normalen Zeiten“, sagt VHS-Chefin Marion Görnig, die die heimische Autorengruppe seit vielen Jahren leitet. Denn gerade kreatives Tun sei in diesen Zeiten wichtiger denn je, sich mit Themen, die gerade besonders aktuell sind, schreibend zu beschäftigen.

Der Austausch mit den anderen, deren Rückmeldungen auf die eigenen Texte, die Diskussion mit den Menschen, mit denen man in anderen Zeiten ganz einfach als Gruppe zusammensitzen würde, das findet jetzt eben alles statt in virtuellen Treffen im Internet. In Videokonferenzen auf der kostenfreien Plattform jitsimeet, die besonders von Studenten gerne genutzt wird und praktisch auf jedem Universitätsserver in Deutschland zu finden ist.

„Da haben wir unseren Kurs hin verlegt gleich mit dem Lockdown von Anfang November. Und das klappt ganz wunderbar“, erzählt Marion Görnig. „Ich kann das nur jeder Gruppe empfehlen, die sich jetzt nicht treffen kann. Wir machen praktisch Kursabende wie immer.“ Die Teilnehmer brauchen ein Laptop mit eingebauter Kamera und Mikrofon, aber man kann sich auch über ein Tablet und sogar über das Smartphone einloggen und teilnehmen. Auch die Krimiwerkstatt der VHS Volmetal hat hier einen eigenen „Raum“, dort trifft man sich sonntags wie immer zur literarischen Verbrechensplanung.

„Bei Kaffee und Kuchen werden wie seit mehr als 20 Jahren Krimiplots entwickelt, Texte gelesen und gemeinsam weiterentwickelt. Sogar die traditionelle Weihnachtsitzung der Geschichtenschmiede funktionierte, statt des Raumes dekorierte sich die Geschichtenschmiede einfach selbst mit allerlei Weihnachtschmuck, und schon sah es ein wenig festlich aus auf dem Bildschirm“, so Görnig.

Krimi-Hörspiel inszeniert

Auch andere Aktivitäten haben die kreativen Schreiber im Netz umgesetzt. Das Hörspiel „Petra Renard verschwindet“ von Holger Teckenburg aus der VHS-Krimiwerkstatt hat vor einigen Tagen der Schauspieler Kai Mönnich mit seiner Sprechertruppe inszeniert und live übertragen auf verschiedenen Hörspielplattformen.

Keinen digitalen Auftritt hatte allerdings das neue Buch mit Weihnachtsgeschichten. „Immer wieder Weihnachten“ sollte eigentlich Mitte November erscheinen und beim Literaturcafé der VHS während des Halveraner Wintermarktes in der Heesfelder Mühle und auf dem Weihnachtsmarkt im Schleiper Hammer vorgestellt werden. „Doch als klar war, dass das alles nicht würde stattfinden können“, erzählt Marion Görnig, „da haben wir beschlossen, mit dem Erscheinen unseres Buches auf Weihnachten 2021 zu warten. Wenn wir das Fest und unser Buch wieder richtig feiern können.“

Literarisches Projekt

Begleiten werden die Geschichtenschmiede das Weihnachtsfest und den Jahreswechsel mit einem anderen literarischen Projekt. Sie haben am 21. Dezember ein „Gemeinsames Tagebuch“ online begonnen, in einem klassischen „Chatroom“ im Internet. Den hatte die Geschichtenschmiede schon während des Lockdowns im Frühjahr für ihre Kursabende genutzt. Dort haben sie jetzt einen „Raum“ für ihr gemeinsames Tagebuch eingerichtet.

Bis zum 3. Januar werden dort die Autorinnen und Autoren Gedanken, Erlebnisse, Überlegungen, Alltägliches und Bemerkenswertes aufschreiben, kleine Erzählungen schaffen und sammeln zu einer Zeit, die wahrscheinlich im kollektiven historischen Gedächtnis der Menschen immer festgeschrieben bleiben wird. Marion Görnig: „Wir wollen festhalten und sammeln, was wir denken, was wir erleben und wie wir umgehen mit dieser Zeit, mit diesem Weihnachtsfest, mit diesem Jahreswechsel. Den Augenblick festhalten für später, wenn das alles einmal vorbei ist. Und uns dann vielleicht erinnern können, dass wir trotz aller Krise wie jedes Jahr das ganze Haus abgesucht haben nach der Weihnachtslichterkette für den Baum.“

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