Konzept „Rent a box“ seit einem Jahr erfolgreich

Für Samstag lud Anja Buran zum ersten Jahrestag der Eröffnung von „Rent a box“ an der Kölner Straße ein. - Fotos: Negel-Täuber

Kierspe -  „Ideenschatz hat einen Platz“ steht auf dem Schaufenster des kleinen Ladens gegenüber vom ZOB. Und Ideen finden sich im Geschäft zuhauf: Filzpantoffeln und Einkauftaschen, Knitterkissen für Babys, selbstgefertigter Schmuck, aufwendig verpackte Schokoriegel und Deko-Ostereier – der Kreativität und Gestaltungsfreude sind keine Grenzen gesetzt und entsprechend bunt und vielfältig ist das Angebot von „Rent a Box“.

Von Birgitta Negel-Täuber

Am Samstag hatte Inhaberin Anja Buran zum einjährigen Bestehen eingeladen und viele Besucher und Kunden kamen um zu gratulieren, zu stöbern und das eine oder andere selbstgestaltete Mitbringsel einzukaufen.

Der Zuspruch war groß, zeitweise herrschte drangvolle Enge im Ladenraum. Auch der Förderverein der Gesamtschule profitierte davon, die Aktiven des Vereins hatten vor dem Geschäft einen Stand aufgebaut, um mit dem Verkauf von frisch gebackenen Waffeln die Kasse aufzufüllen. Damit passten sie durchaus ins Geschäftskonzept von Anja Buran. Denn auch Vereine und Gruppen können eine „Kiste mieten“, so die Übersetzung von „Rent a Box“. Die Flinken Finger aus Rönsahl und die Palliativgruppe nutzen zur Zeit diese Möglichkeit.

Anja Buran vermietet ihre Ladenfläche in kleinen Teilen. Dabei hat sie vor allem Hobby-Künstler als Zielgruppe im Visier, die auf diese Weise ihre Produkte an die Frau, hin und wieder auch an den Mann, bringen können. „Vielen ist es zu aufwändig, ihre Produkte auf Märkten zu verkaufen, zumal man ja dort Standgebühr bezahlen muss,“ erläuterte Buran ihre Geschäftsidee. „Bei mir können sie ihre Ware ausstellen, den Verkauf übernehme ich.“ Für dreißig Euro pro Box und Monat bei einer Mindestlaufzeit von drei Monaten können die Hersteller ihre selbst gefertigten Dinge an der Kölner Straße anbieten. Dienstags und donnerstags ist der Laden von 15 bis 18 Uhr geöffnet, außerdem samstags von 9.30 bis 15.30 Uhr. Sie selber sei am Umsatz nicht beteiligt, betont Anja Buran.

Zur Zeit sind zwölf von zwanzig Boxen vermietet. Buran selbst hat ebenfalls eine Kiste mit selbstgemachter Seife, Badesalzen und anderen Pflegemitteln bestückt. Bedingt durch die kurze Mindestmietzeit ist die Fluktuation groß, begrenzt aber auch das finanzielle Risiko der Anbieter. „Manche haben den Winter über gebastelt und machen dann erst mal eine Pause,“ hat die Ladeninhaberin beobachtet.

Neben der Freude am kreativen Hobby hat sie auch den Wert ihres Hauses im Blick. „Ich wollte nicht noch eine Frittenbude hier drin haben, es sollte etwas sein, was das Haus aufwertet.“ Der Erfolg gibt ihr auch hier recht, alle Wohnungen im Haus seien vermietet.

Mund-zu-Mund-Propaganda ist die wichtigste Werbemethode des kleinen Ladens. Workshops, wie zuletzt eine Filzaktion, tragen ebenfalls maßgeblich zur Bekanntheit bei.

Die hat längst Kreise gezogen. So hat auch Britta Dingbaum eine Kiste gemietet, in der sie die handgefertigten Produkte ihrer Mutter verkauft. Die wohnt in Steinfurt, hat dort aber keine Möglichkeit zu verkaufen und nutzt deshalb „Rent a Box“ an der Kölner Straße 21.

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