Ansturm auf Heizöl

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Die niedrigsten Spritpreise seit fast 13 Jahren bescheren Kunden derzeit wieder vermehrt gute Laune an den Zapfsäulen der Tankstellen. Dieselliterpreise, die bis auf 90 Cent fielen, waren in den vergangenen Tagen drin.

Kierspe - Die niedrigen Kraftstoffpreise bereiten Autofahrern derzeit Freude. Experten schätzen, dass die Preise weiter fallen. Doch der große Ansturm auf die Zapfsäulen ist, laut Dieter Meitz, bislang ausgeblieben.

„Das liegt an der kalten Jahreszeit“, vermutet der Geschäftsführer der Aral-Tankstelle in Kierspe. Wegen der teils widrigen Straßenverhältnisse seien in den Wintermonaten deutlich weniger Autofahrer auf den Straßen unterwegs, ein spürbarer Anstieg in den Tagesstatistiken der Tankstelle sei demnach nicht spürbar. „Hätten wir derartige Preise in den warmen Monaten, wäre die Tankstelle wohl den gesamten Tag lang mit Fahrzeugen überfüllt.“ Kunden, die den Sprit in größerem Maße „bunkern“ seien dem Tankstellen-Geschäftsführer ebenfalls nicht aufgefallen: „Natürlich gibt es regelmäßig Kunden, die ihren Sprit in Kanistern tanken. Aber trotz des niedrigen Preises ist da auch kein Zuwachs zu verbuchen“, erklärt Meitz. Grundsätzlich gebe es für die Tankstelle keine Auflagen, den Kunden eine Obergrenze der Kraftstoffmenge zu setzen.

In Sachen Transport des Kraftstoffes gibt es jedoch gesetzliche Vorschriften: „Es ist erlaubt, ein zusätzliches Maximalvolumen von 60 Litern Kraftstoff zu transportieren. In wie vielen Behältern dies geschieht, spielt dabei keine Rolle“, erklärt André Ole, Hauptkommissar bei der Kreispolizei. Strenge Vorschriften gibt es für die Behälter, in denen der Sprit transportiert wird: Der Kanister darf nicht älter als fünf Jahre sein und muss der DIN-Norm 7274 oder 16904 entsprechen, erläutert der Hauptkommissar. Das Herstellungsdatum sei in der Regel aufgedruckt oder eingeprägt. Der Reservebehälter sollte zudem kippsicher im Fahrzeug, vorzüglich im Kofferraum, verstaut werden. Außerdem muss auf dem Kanister eindeutig zu erkennen sein, um welchen Inhalt es sich handelt. André Ole betont zudem: „In der Regel reicht ein gefüllter Fünf-Liter-Kanister aus, um den Fahrzeug-Tank genügend zu füllen. Große Kraftstoffmengen bergen natürlich Gefahren und sollten nach Möglichkeit verhindert werden.“

Größere Abgabemengen bei Diesel und Benzin kann auch Jens Potthoff, Geschäftsführer der Potthoff und Prüschenk GmbH, derzeit nicht verzeichnen. Auch er führt das auf den immer schon schwächeren Januar zurück. Allerdings bekomme er von seinen Kunden mit, dass öfter voll und nicht mehr nur für 10 oder 20 Liter getankt werde. „Und der ein oder andere macht schon mal seinen Kanister für den Rasenmäher voll, bevor es im Sommer wieder teurer ist“, sagt Potthoff.

Ein deutlich verändertes Kundenverhalten mache sich jedoch in Sachen Heizöl bemerkbar. „Wir haben extrem viel zu tun, das ist in diesem Maße schon ungewöhnlich“, so der Kiersper Unternehmer. Die Menschen nutzten die extrem niedrigen Preise und machten ihre Tanks voll. „Auch wer noch die Hälfte seines Behälters voll hat, füllt lieber schon mal auf und hat dann für ein oder mehrere Jahre Ruhe.“ Derzeit zahle man bei einer Lieferung von 2000 Litern rund 900 Euro, vor zwei Jahren noch das Doppelte.

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