Auf Kräutersuche mit den Rönsahler Landfrauen

Beim Bestimmen der verschiedenen Pflanzen bekamen die Kinder natürlich Unterstützung durch die Landfrauen.

KIERSPE ▪ Durch die Wiesen bei Rönsahl stromerten nun die Ferienspielkinder, um unter Anleitung der Rönsahler Landfrauen Kräuter zu sammeln. Diese wurden später in Pflanzkisten gesetzt und an die beiden Kindergärten und die Grundschule als Anschauungsmaterial abgegeben.

„Jetzt weiß ich bald genau so viel über Pflanzen wie meine Mama und kann ihr so richtig dabei helfen, wenn es wieder in den Garten geht. Dann freut sie sich bestimmt. Wir haben zuhause nämlich auch einen Garten, in dem viele Kräuter wachsen. Die holt unsere Mama immer, wenn das Essen besonders gut schmecken soll.“ Sichtlich zufrieden mit sich und der Welt ist der achtjährige David als eines von insgesamt 15 Kindern, die mit den Rönsahler Landfrauen unterwegs zu einer Kräuterwanderung sind.

Allerdings geht es an diesem Morgen nicht zur Kräuterernte in den Garten hinter dem Haus. Stattdessen haben es sich die Landfrauen zum Ziel gesetzt, gemeinsam mit den Kindern auf die Suche nach bekannten und unbekannten Wildkräutern in der Natur zu gehen.

Schon nach wenigen Schritten hat David, der Kleinste in der Gruppe unter den wissbegierigen Kindern im Alter von acht bis zwölf Jahren, seine anfänglich vorhandene Scheu abgelegt und ist ebenso gespannt wie alle anderen auch auf das, was die Gruppe im stillen Meienborner Wiesental wohl erwarten wird.

Wie üblich, spielt bei Ferienspielaktionen mit den Landfrauen das spielerische Lernen und das Vermitteln von Dingen, die im Schulalltag oftmals zu kurz kommen, stets eine wichtige Rolle. Ute Velten und Ellen Becker, die sich der Rasselbande angenommen haben, kennen sich aus in der Kräuterkunde und natürlich auch im Umgang mit Kindern. Sie können spannend erzählen und verstehen es sofort, das Interesse der Kinder zu wecken.

Jedes Kind hat zu Beginn der Wanderung ein Körbchen zum Sammeln verschiedener Kräuter bekommen. Mit großem Eifer machen sich die Kinder auf die Suche. Im noch vom Tau feuchten Gras im Meienborner Wiesental gibt es eine ganze Menge an Grün- und Blühpflanzen zu entdecken. Bereits nach kurzer Zeit haben die Kinder eine erstaunliche Vielfalt unterschiedlich gearteter Pflanzen gesammelt, die nun anhand von bebilderten Unterlagen verglichen und gemeinsam bestimmt und besprochen werden.

Zunächst lernen die Kinder, dass der Ausdruck „Unkraut“ eigentlich völlig fehl am Platze sei, weil nämlich alle Pflanzen im Haushalt der Natur ihre ganz bestimmte Bedeutung hätten. So fänden etliche bereits seit alters her Verwendung in der Heilkunde und Kosmetik. Andere Wildpflanzen könnten den Küchenzettel bereichern oder aber fänden Verwendung als nährstoffreiches Futter für das Vieh.

Gar manches kommt in kindgerechter Weise zur Sprache. So entpuppt sich beispielsweise die von vielen Menschen ungeliebte Brennnessel als ein wahrer Schatz im Naturhaushalt. Die genügsame Brennnessel ist sowohl als Wirtspflanze für viele Arten von Schmetterlingsraupen unverzichtbar und gilt – im frühen Wachstumsstadium geerntet – ebenso als schmackhaftes Gemüse. Sie findet Verwendung bei der Herstellung von Gesundheitstee, kann auch zu Pflanzendünger verarbeitet oder als Mittel zur Schädlingsbekämpfung verwendet werden.

Staunend erfahren die Kinder, dass Ähnliches auch für viele andere von ihnen gefundene Wildkräuter gilt. So erscheinen Löwenzahn, Spitz- und Breitwegerich, Gundermann und Sauerampfer plötzlich in einem völlig anderen Licht.

Die Probe aufs Exempel für neu erworbenes und vertieftes Wissen steht nachmittags für die Kinder nach dem gemeinsamen Mittagessen an. Jetzt gilt es nämlich, mehrere von Hermann Schlüter kunstvoll gezimmerte Pflanzkisten fachgerecht herzurichten und diese anschließend mit diversen heimischen Küchenkräutern zu bepflanzen. Auch das ist für alle Beteiligten neben dem vorhandenen Lerneffekt mit viel Spaß verbunden, zumal die so hergestellten Kräuterkisten für die beiden Kindergärten sowie die Grundschule im Dorf vorgesehen sind.

Rainer Crummenerl

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