Kopfsteinpflaster wird gegen Spende abgegeben

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Bieten das Kopfsteinpflaster der alten Bahnhofstraße an: Wolfgang Schäffler, Leiter des Bauhofs, Karsten Seil, Leiter des Sachgebietes Tiefbau, und Lars Kriesten von der gleichnamigen Baufirma (von links). ▪

KIERSPE ▪ Bereits in der Kaiserzeit wurde das Kopfsteinpflaster der Kiersper Bahnhofstraße befahren. Später verschwand es dann unter einer Asphaltdecke. Nun wurde es im Rahmen der Bauarbeiten am Busbahnhof freigelegt und abgefahren. Entgegen erster Einschätzungen nach Bodenuntersuchungen kann nun ein großer Teil auch verwertet werden, der Rest wird an Kiersper abgegeben.

Die Bahn kam 1892 nach Kierspe und so alt wird wohl auch das Grauwacke-Kopfsteinpflaster sein, über das die Reisenden zur Bahn oder auch in die Stadt kamen. In all den Jahren, in denen dieses Pflaster so manche Last ertrug, wurde nicht eben pfleglich mit ihm umgegangen. So stellte sich bei Bodenproben heraus, dass der Asphalt, mit dem das Pflaster überdeckt wurde, auch Teer enthielt. Da dieser gesundheitsschädlich ist und auch der Boden, in den die Grauwackesteine eingelegt wurde, kontaminiert war, wollte die Stadtverwaltung das Pflaster ursprünglich entsorgen lassen. Das wird aber nun doch nicht notwendig sein. „Wir haben die Steine nach dem Freilegen erneut untersuchen lassen und können die nun zum Teil weiterverwenden“, erklärt Karsten Seil vom Sachgebiet Tiefbau.

Mit einer speziellen Baggerschaufel, die die Steine gleich vom Boden trennte, wurde das Pflaster aufgenommen. Rund 100 Tonnen sollen nun verwertet werden. Ziel ist es, diese an einen Händler als Gebrauchtpflaster zu verkaufen. „Natürlich geben wir dieses Pflaster aber auch an einen Kiersper ab, der damit eine größere Fläche pflastern möchte. Allerdings nur, wenn er auch mindestens 50 der 100 Tonnen auf einmal kauft“, erklärt Seil, bei dem sich die Kaufinteressierten auch melden können.

Die verbleibenden 100 Tonnen werden am Samstag, 10. September, von 8 bis 12 Uhr gegen eine Spende auf dem Tulpenplatz abgegeben.

Seil: „Allerdings sind in dieser Charge auch etliche Steine, die entweder schon durch den Verkehr auf der Bahnhofstraße oder beim Bergen mit der Baggerschaufel Schaden genommen haben.“ 100 Tonnen entsprechen dabei ungefähr einer Fläche von rund 300 Quadratmetern. Da es in den vergangenen Wochen etliche Anfragen von Kierspern gegeben hatte, die Interesse an einem Teil der Steine äußerten, hat sich die Verwaltung nun entschieden, Bauherren rund 20 bis 30 Quadratmeter pro Haushalt zu überlassen. „Grundsätzlich geben wir die Steine kostenlos ab. Allerdings wird für die Verladung und den Transport um eine Spende gebeten“, erläutert Seil.

Denn das Angebot an die Kiersper beinhaltet nicht nur die Steine, die als Neuware rund 60 Euro pro Quadratmeter kosten würden, sondern auch das Verladen mit einem Radlader der Firma Kriesten und den Transport mit einem Lastwagen innerhalb des Stadtgebietes. Für diesen Service bittet die Stadtverwaltung um eine Spende, die in vollem Umfang der neu zu schaffenden Jugendeinrichtung „dreiundneunzig“ im Stadtteil Bahnhof zugute kommen wird.

Seil weist aber auch darauf hin, dass eine Sortierung vor Ort nicht möglich ist: „Die Steine werden so verladen, wie sie liegen. Auch nehmen wir im Vorfeld keine Reservierungen an. Wer am Samstag als erster zum Tulpenplatz kommt, wird auch als erster bedient.“ ▪ Johannes Becker

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