Mehr gewerbliche als DRK-Altkleidercontainer

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DRK-Schatzmeister Volker Vollmann bringt den Aufkleber „Diese Sammlung ist garantiert für einen guten Zweck“ am Container an, der vor Kurzem am Birkenweg / Ecke Springerweg aufgestellt wurde.

Kierspe - Als vor gut zwei Jahren die Kooperationsvereinbarung zwischen dem Märkischen Kreis und den Wohlfahrtsverbänden - darunter auch der DRK-Ortsverein Kierspe - unterzeichnet wurde, hatte man gehofft, damit dem „Wildwuchs“, wie es DRK-Schatzmeister Volker Vollmann bezeichnet, bei der Entsorgung von Altkleidern begegnen zu können.

Doch auch die Umstellung von der Straßensammlung, die das DRK früher zweimal im Jahr durchführte, auf das Aufstellen von Containern, führte nicht zum gewünschten Erfolg: Derzeit gibt es in Kierspe mehr solcher Behälter von teilweise dubiosen gewerblichen Altkleidersammlern als vom DRK. Aktuell stehen im Stadtgebiet von Kierspe zumeist auf öffentlichen Flächen 18 Altkleidercontainer, die deutlich durch das rote Kreuz und die entsprechende Aufschrift sowie durch den blau-weißen „Altkleidersammlungs“-Aufkleber des Märkischen Kreises zu erkennen sind.

Vor wenigen Tagen ist solch ein Container am Birkenweg nahe der Friedrich-Ebert-Straße aufgestellt worden. Weitere Behälter stehen Am Stade (3 Container), Auf dem Kiss (nahe des Spielplatzes), Bachstraße (in der Nähe des Kindergartens), Breslauer Straße (2 Container), Haunerbusch (in Höhe des Hauses 69a), Herlinghauser Weg (Volme), Klaus-Lamberti-Weg (Bollwerk), Lindenstraße (in Höhe des Eschenwegs), Stormweg und an der Thingslindestraße (in Höhe des Büscherwegs). Wer in einen dieser Container Kleidung wirft, unterstützt damit die vielfältigen Aufgaben des Deutschen Roten Kreuzes.

Und nicht irgendwo, darauf weist Vollmann hin, sondern direkt den Kiersper Ortsverein. Denn der Erlös des Verkaufs der Altkleidung - der in den Händen eines beauftragten Unternehmens liegt - kommt den Projekten des Kiersper DRK zugute. Dagegen gibt es im Stadtgebiet aktuell 21 andere Altkleidercontainer, weiß Volker Vollmann. Teilweise würden diese auf privaten Boden stehen, mit dessen Besitzer entsprechende Verträge abgeschlossen wurden.

Auf einigen wenigen würde auch drauf stehen, wem der Container gehört. Doch auf anderen wiederum ist höchstens eine Telefonnummer zu lesen. „Ruft man dort an, hebt keiner ab oder man landet bei einer Bandansage“, hat der Schatzmeister des DRK entsprechende Erfahrungen gemacht.

Sicher ist, dass der Verkauf der Altkleider aus diesen von Gewerbetreibenden aufgestellten Containern nicht einem guten Zweck zugutekommt. Man könne dies auch daran erkennen, dass die Behälter nicht den Aufkleber des Märkischen Kreises tragen.

Ob das Aufstellen solcher Container auch, wie es erforderlich ist, dem Märkischen Kreis gemeldet wurde, erscheint bei einigen ebenfalls fraglich. „Das lässt sich leider nur schwer überprüfen“, meint Vollmann. Klar geregelt ist aber, dass auf öffentlichen Flächen keine gewerblichen Altkleidercontainer aufgestellt werden dürfen. Passiert dies doch, wird versucht, den Aufsteller zu erreichen und dieser aufgefordert, den Behälter zu entfernen. Gibt es keinen Hinweis auf den Aufsteller, wird der Container vom Bauhof entfernt und für einige Zeit eingelagert - dort kann der Besitzer diesen wieder abholen.

Dies geschehe aber oft nicht, sodass der Container im Schrott lande, verweist Volker Vollmann auf die gute Zusammenarbeit mit der Stadt. Ein Beispiel dafür kann der Schatzmeister auch benennen: An einem Discounter im Dorf sei ein „bunter“ Container aufgestellt worden - ohne Adresse, ohne Telefonnummer, ohne Vertrag mit dem Grundstücksbesitzer und halb auf öffentlichen Flächen. Daher wurde der Behälter umgekippt, damit er nicht befüllt werden konnte. Da nichts weiter passierte, wurde der Container von der Stadt abgeholt und - nach entsprechender Wartezeit - verschrottet, denn es meldete sich niemand.

Es dürfte sich dabei vermutlich nicht um einen zertifizierten Entsorgungsfachbetrieb gehandelt haben, wie dies beim DRK und den anderen Wohlfahrtsverbänden der Fall ist. Wer nur in deren Container Altkleider einwirft, unterstützt damit auf jeden Fall eine gute Sache. Darüber hinaus gibt es mittlerweile eine andere gute Zusammenarbeit: „Wenn jemand Sachen hat, die noch zu gut sind, um sie wegzuwerfen, dann können sie im sozialen Bürgerzentrum Hand in Hand abgegeben werden“, erläutert der DRK-Schatzmeister Volker Vollmann.

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