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US-Sängerin Soleil Niklasson zeigt klare Haltung

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Von: Thomas Krumm

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Soleil Niklasson hatte neben ihrer Musik auch einige Botschaften mitgebracht
Soleil Niklasson hatte neben ihrer Musik auch einige Botschaften mitgebracht. © Krumm, Thomas

Gospel-, Soul- und Jazz-Sängerin Soleil Niklasson ist auf dem besten Weg, zum Stammgast in der Historischen Brennerei in Rönsahl zu werden. Mit ihrer vielseitigen und ausdrucksstarken Stimme bezauberte sie am Samstagabend auf Einladung des Kulturvereins KuK und des Brennerei-Vereins erneut bis zu 80 Besucher.

Rönsahl – Und nicht nur das Publikum genoss den Abend: „I’ve had a lot of fun with you“ – „Ich hatte eine Menge Spaß mit euch“ – erklärte sie am Ende des Konzertes. Vier großartige Instrumentalisten gehören derzeit zu ihrem Quintett, das sie auf ihrem vielseitigen Weg zwischen Gospel und Jazz begleitet: Pianist Sven Bergmann, Saxofonist Andreas Laux, Schlagzeuger Andreas Griefingholt und Bassist Caspar van Meel, der die Historische Brennerei als Mitglied anderer Formationen schon häufig in Schwung gebracht hat.

Soleil Niklasson hatte neben ihrer Musik auch einige Botschaften mitgebracht, die vor allen zu jenen Kompositionen passten, die nicht weit vom klassischen Gospel-Gesang waren. Auch die Texte passten dazu: „Wir wissen alle, dass die Zeit kommen wird, in der wir ein Gebet brauchen werden“, leitete sie den Titel „Prayer“ ein. „Habt ihr jemals ein Liebeslied an Gott geschrieben?“, wollte sie vom Publikum wissen. „Ich habe einen Brief an den Schöpfer des Himmels geschrieben.“

Abwechslungsreiches Konzert mit vielen Höhepunkten

Weitere Appelle forderten die Besucher auf, sich fortwährend weiterzuentwickeln und das Kind in sich auf jeder Altersstufe zu entdecken: „Ich habe ein Bündel voller Wünsche, und ich weiß nicht, wie es mit dieser Welt weitergehen wird. Ich habe viel zu lernen“, sang sie in einer Komposition, die auch musikalisch großartig war: Schlagzeuger Andreas Griefingholts wunderbar sanft gespieltes Schlagzeug begleitete zu Beginn grandiose Soli von Bassist Caspar van Meel und Saxophonist Andreas Laux, bevor die Sängerin dazukam. Tempo machte das Quintett bei einigen lupenreinen Swing-Titeln, die atemberaubend mitreißend wirkten. All das ergab ein wunderbar abwechslungsreiches Konzert mit vielen Höhepunkten.

Auch politisch bezog Soleil Niklasson Stellung: Ein Auftritt von Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko und dessen dringenden Hilfsappell veranlassten sie und ihre Mitstreiter, ein Benefiz-Konzert für die Ukraine zu organisieren. Betroffen zeigte sie sich auch über den Tod eines 16-Jährigen, dem nicht rechtzeitig Hilfe gegen seine Covid-Erkrankung zuteil wurde. Ihre mit dieser Klage eingeleitete Komposition widmete sie allen Verstorbenen der Pandemie. Deutschland dürfe nicht so werden wie die USA, mahnte sie: „Ich habe Amerika verlassen, um anders leben zu können – Gewalt und Tod täglich? Deutschland ist besser.“ Ihre Komposition „Freedom praise“ ließ sich auf viele Menschen, also auch auf farbige Amerikaner beziehen, die für ihre Grundrechte eintreten: „Wir kämpfen noch immer für unsere Freiheit.“ Ein Rezept für diesen Kampf folgte auf dem Fuße: „Embrace“ – Umarmung.

„Life is to be lived“ – „Ein Leben will gelebt sein“ – lautete der entschiedene Appell von Soleil Niklasson, bevor sie sich dem Titel „September“ widmete. Von Horst Becker, der ihr für den Auftritt dankte, und dem – seit kurzem – „ehemaligen“ Kuk-Vorsitzenden Karl-Heinz Kraus ließen sie und ihre Begleiter sich zu einer zweiten Zugabe überreden: „Love für sale“.

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