Konzert im Funkenhof

+
Gar nicht bluesig, sondern rockig und hart, so gaben sich Samstagabend „Deep Orange“ aus Lüdenscheid. Sie traten am Samstagabend im Funkenhof auf. Das Publikum war begeistert.

KIERSPE ▪ Das war der Rhythmus der 1960er-Jahre, schnell, laut und das Trommelfell massierend. Bluesig war „Deep Orange“ Samstagabend im Funkenhof nicht. Sie haben alles aus der Rockkiste heraus geholt, was Rang und Namen hatte und das ging unter die Haut.

Die Kiersper Band „New Fungoid“ hatte für Samstagabend in den Funkenhof zu ihrem ersten öffentlichen Auftritt eingeladen. Wolfgang Schölzel, Urmitglied der inzwischen aufgelösten Band Fungoid, Julian Stein, Gesang, Rainer Michalik am Keyboard und Gerd-Willi Busch und Uwe Zitterig an der Gitarre machen nun „New Fungoid“ aus. Ein wenig nervös waren sie schon. Zwar sind es alle erfahrene Musiker, doch vor Publikum hatten sie in dieser Besetzung noch nicht gespielt. Status Quo, Black Sabbath, ZZ Top, AC/DC, Deep Purple, alles, um was in der Musikszene nicht vorbeizukommen ist, stand auf ihrer Setliste.

Wer nach dem Auftritt von Deep Orange bezweifelte, dass die Verstärker noch weiter aufgedreht werden konnten, musste sich hinterher berichtigen. Mächtig griffen die fünf Jungs in die Instrumente und spielten, was sie hergaben. Wolfgang Schölzel war seine Professionalität bei Liveauftritten anzusehen. Nie ruhig stehend, mal das Gesicht zu einer Grimasse verziehend und mit voller Energie den Text in das Mikrophon stoßend, so zeigte er sich bühnenpräsent für alle Zuschauer.

Die waren nicht nur gekommen, um einen spannungsgeladenen Rockabend zu erleben, sie wollten auch sehen und hören, wie sich „New Fungoid“ darstellt. Kritisch waren sie, doch ihre Urteile fielen völlig gegensätzlich aus. Während einer der anwesenden Musiker sehr zufrieden war, mit dem was er hörte, gab es auch kritische Stimmen. So dürfte es persönliche Geschmackssache gewesen sein, wie jeder den Auftritt der Band empfunden hat.

Deep Orange aus Lüdenscheid ist vielen Gästen als eine Bluesband in Erinnerung, die sich jedoch verändert hat. Blues hatten sie Samstagabend gar nicht in ihrem Repertoire, ab und an gab es mal etwas Schmusiges. Doch auch diese Songs waren nicht so richtig weichgespült. Mit der Sängerin Marilyn Kaufmann haben sie sich ein neues Profil gegeben, rockiger, rhythmischer und auch härter. Der Stil der 1970er Jahre ist es, den die Band nun bevorzugt und auch bei den Eigenkompositionen sind sie diesem Stil treu geblieben. Sie verbinden nun dreckigen Rhythm’n Blues aus Chicago mit der britischen Bluesinvasion und dem Hardrock der Siebziger. Heavy Blues Rock nennen sie es und inspiriert wurden sie von B. B. King, Buddy Guy, The Who, den Rolling Stones und Led Zeppelin.

Leider war die Raumsituation des Funkenhofes nicht die ideale für ein Livekonzert. Matthias Kaufmann war auf seiner Bluesharp streckenweise kaum herauszuhören, was insoweit schade war, als dass er mit diesem Instrument hervorragend umzugehen weiß.

Warm und stickig wurde es zudem, da die Räume im Funkenhof sehr klein und bei vielen Menschen schnell aufgeheizt sind. Dennoch war es ein Abend, der unter die Haut ging und wieder richtig Lust auf Livemusik machte. Die nächste Veranstaltung wird das Oktoberfest vor dem Cafe Legér sein, welches am kommenden Freitag ab 20 Uhr stattfinden wird. PiWi (Peter Waldhelm), Dirk Hackenberg von „Nightlife“ und „Power Station“ sowie „Gams n’Roses“ sind dann die Musiker, die für Stimmung sorgen werden.

Gertrud Goldbach

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare