Sechs Fragen, sechs Antworten - die Parteien vor der Wahl

Kierspe - Am Sonntag, 25. Mai, entscheiden die Kiersper, wer sie in den kommenden fünf Jahren im Rat vertritt. Im Vorfeld stellte die MZ den antretenden Parteien sechs Fragen, in denen es unter anderem um den demographischen Wandel, die interkommunale Zusammenarbeit und die Finanzen geht. Hier die Stellungnahmen der Parteien zu den sechs Themenfeldern.

 

 

Zunächst der Blick zurück: Wie fällt Ihr Fazit der Ratsarbeit in den zurückliegenden fünf Jahren aus?

Grundsätzlich könnten wir uns eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den Ratsfraktionen als auch mit der Verwaltung vorstellen. Früher ging es verstärkt um die Sache und nicht darum, von welcher Partei welcher Antrag gestellt wurde. Hier wäre eher eine konstruktive Diskussion und ein schnellerer Fluss von Informationen für alle Ratsfraktionen sinnvoll.

Der demographische Wandel stellt die Kommunen vor große Herausforderungen. Mit welchen Maßnahmen wollen Sie Kierspe für die immer ältere Bürgerschaft attraktiv gestalten?

Der demographische Wandel wird künftig in fast allen Bereichen unsere Stadt beeinflussen. Hier ist sicherlich zum einen eine noch stärkere Ausrichtung auf altersgerechtes Wohnen sinnvoll. Zum Beispiel in Rönsahl gibt es kaum Wohnraum, der sich für ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger eignet. Sinnvoll wäre auch, dem Seniorenbeirat eine beratende Stimme in den Ausschüssen in Kierspe zu geben.

Im Seniorenbeirat unter Leitung von Helga Stahl stehen viele Themen diesbezüglich auf der Tagesordnung und die Mitglieder legen viel Wert auf eine Berücksichtigung ihrer Anregungen bei Beschlusslagen der Stadt. Wichtig ist uns aber auch, dass deutlich wird, dass Demographie nicht nur etwas mit älteren Menschen zu tun hat. Auch junge Familien stehen im Fokus der SPD Kierspe, insbesondere bei bezahlbaren Grundstücken, bezahlbarem Wohnraum und Arbeitsplätzen vor Ort.

Wer Neubürger anlocken will, muss aber auch auf Attraktivität für junge Familien achten. Wie kann sich Kierspe für diese Zielgruppe besser aufstellen?

Kierspe ist grundsätzlich für diese Zielgruppe gut aufgestellt. Von Kindergärten über Schulen, Stadtbibliothek und Hallenbad bis hin zu den Vereinen bietet Kierspe jungen Familien sehr viel. Junge Familien sind für die SPD Kierspe eine wichtige Zielgruppe. Bezahlbares Wohnen, Kinderbetreuung oder auch Arbeitsplatzsicherheit sind hier oberstes Gebot und stehen im Zentrum unserer Politik.

Gerade bei der Entscheidung von Familien sich in einer Stadt niederzulassen, sind dies wichtige Kriterien. Auch die Nah- und ärztliche Versorgung spielen hier eine große Rolle. Entsprechend begrüßen wir die Plaungen von Netto und Rewe bezüglich der Bauvorhaben. Bei der ärztlichen Versorgung bleibt festzuhalten, dass die Kommunalpolitik leider kaum Einfluss nehmen kann, wobei Problemfelder natürlich öffentlich thematisiert werden müssen.

Im Zuge der Regionale 2013 sind die Volmetal-Kommunen ei ganzes Stück aufeinander zugegangen und gut zusammengearbeitet. Wie soll diese Zusammenarbeit in Zukunft aussehen? Im Zuge der Haushaltssicherung kann sich die SPD Kierspe weitere Themenfelder der Zusammenarbeit vorstellen. Noch stärkere Abstimmungen bei der Beschaffung, bei der Auftragsvergabe bis hin zu einem gemeinsamen Jugendamt oder Bauamt sind viele Ideen möglich. Wichtig ist, dass es eine sinnvolle und für die teilnehmenden Kommunen vorteilhafte Zusammenarbeit ist. Konkrete Maßnahmen müssen allerdings gut durchdacht werden, bevor es zu einer tatsächlichen Umsetzung kommt.
Kierspe befindet sich in der Haushaltssicherung. Der ausgeglichene Haushalt soll Anfang der 2020er Jahre erreicht werden. Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine konsequente Sparpolitik unumgänglich. Wo sehen Sie noch Einsparmöglichkeiten, um den Haushalt zu entlasten? Für die SPD-Fraktion ist der Haushalt der Stadt Kierspe ausgereizt. Weder bei Personal noch bei den 2,8 Prozent freiwilligen Leistungen kann aus unserer Sicht noch mehr gespart werden. Dies haben wir auch in der Haushaltsdebatte für das laufende Jahr deutlich gemacht. Weder die Streichung der Zuschüsse für die Awo-Sozialstation noch die Kürzungen der Kindergärtenzuschüsse sind nach unserer Meinung richtig. Hier wird auf Kosten der älteren Bevölkerung als auch der Kindergartenkinder gespart. Es bleibt zu hoffen, dass sich die große Koalition in Berlin an die Zusagen bezüglich der Kommunalfinanzen erinnert und die zugesagten Beträge auch tatsächlich zur Verfügung stellt.
In den vergangenen Monaten tauchte immer wieder der Begriff der touristischen Entwicklungsmöglichkeiten auf. Wie könnte es Kierspe gelingen, mehr Menschen in diesen Teil des Sauerlandes zu locken? Grundsätzlich ist es sicherlich richtig, dass Kierspe touristisch wenig erschlossen ist. Die SPD Kierspe sieht mit Blick auf die landschaftliche Lage unserer Stadt hier Chancen. Durch eine intensive Werbung für die Region, eventuell auch in Zusammenarbeit mit den Regionalekommunen, können wir hier vielleicht weitere Fortschritte machen. Jedoch sind wir hier auch auf private Investoren angewiesen, um Ideen und Vorhaben umzusetzen. Ob dies gelingen kann, bleibt aus unserer Sicht abzuwarten.

 

 

Zunächst der Blick zurück: Wie fällt Ihr Fazit der Ratsarbeit in den zurückliegenden fünf Jahren aus?

In Kierspe hat sich viel bewegt: Der ZOB ermöglicht ein sicheres und komfortableres Umsteigen, mit Drogeriemarkt und Portalgebäude konnte das Fachmarktzentrum Wildenkuhlen erweitert werden. Das von manchen bekämpfte Baugebiet Östlich Rathaus hat sich als voller Erfolg erwiesen. Die Ortsdurchfahrten und die „Eierkurven“ sind saniert. Fazit: Es waren fünf gute Jahre für unsere Stadt.

Der demographische Wandel stellt die Kommunen vor große Herausforderungen. Mit welchen Maßnahmen wollen Sie Kierspe für die immer ältere Bürgerschaft attraktiv gestalten?

Die freiwerdenden Flächen der Märkischen Werkstätten in Rönsahl wollen wir für ortsnahe seniorengerechte Wohnungen nutzen. Die seniorengerechte Umgestaltung des öffentlichen Verkehrsraums (Gehwegabsenkungen/behindertengerechte Gestaltung) sollte weiter ausgebaut werden. Vielleicht wären auch mehr Ruhebänke für unsere Senioren im Stadtgebiet eine Verbesserung. Wir sehen aber auch die Notwendigkeit einer ausreichenden ärztlichen Versorgung, gerade auch für die ältere Bevölkerung. Dazu zählen für die CDU auch kurze Wege zu Fachärzten.

Wer Neubürger anlocken will, muss aber auch auf Attraktivität für junge Familien achten. Wie kann sich Kierspe für diese Zielgruppe besser aufstellen?

Dazu zählen in erster Linie attraktive Baugebiete für junge Familien, zum Beispiel Östlich Rathaus oder auch Vor dem Isern in Rönsahl. Mit der Regionale 2013, dem VolmeFreizeitPark und dem geplanten Radweg an der Volme wird der Freizeitwert der Stadt weiter gesteigert, eventuell auch durch zusätzliche Spielplätze. Das reichhaltige Angebot an Sport und Freizeit soll erhalten bleiben.

Im Zuge der Regionale 2013 sind die Volmetal-Kommunen ei ganzes Stück aufeinander zugegangen und gut zusammengearbeitet. Wie soll diese Zusammenarbeit in Zukunft aussehen? Man sollte sorgfältig prüfen, ob es Synergieeffekte geben kann durch gemeinsame Ämter wie zum Beispiel einer Kämmerei oder Ähnlichem. Darunter darf aber nicht die Bürgernähe leiden. Im Übrigen sollten die Gespräche fortgeführt werden, um gemeinsam die Interessen des Volmetals gegenüber dem Kreis oder dem Land zu vertreten.
Kierspe befindet sich in der Haushaltssicherung. Der ausgeglichene Haushalt soll Anfang der 2020er Jahre erreicht werden. Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine konsequente Sparpolitik unumgänglich. Wo sehen Sie noch Einsparmöglichkeiten, um den Haushalt zu entlasten? Die Kiersper CDU ist die Partei solider Finanzen. Wir sehen in der Beachtung des Haushaltssicherungskonzepts auch die Chance zur Konsolidierung. Richtig verstanden und klug angewendet bedeutet es, die finanzielle Handlungsfähigkeit unserer Stadt zu erhalten. Das ist uns für Kierspe wichtig. Die Einsparmöglichkeiten zeigt das Haushaltssicherungskonzept auf. Diese sind zunächst zu beachten und umzusetzen, bevor neue Sparvorschläge gemacht werden.
In den vergangenen Monaten tauchte immer wieder der Begriff der touristischen Entwicklungsmöglichkeiten auf. Wie könnte es Kierspe gelingen, mehr Menschen in diesen Teil des Sauerlandes zu locken? Wichtig ist hier die Bündelung der Kräfte in der Region, zum Beispiel durch die Regionale, wo das Volmetal gemeinsam auftreten sollte. Denkbar wäre hier die Schaffung einer gemeinsamen Broschüre, eines gemeinsamen Internet-Auftritts, das Bewerben auf Reiseseiten in Zeitungen, auch im Benelux-Raum. Gastwirte, Veranstalter und Organisatoren sollten auch für Pauschalangebote gewonnen werden.

 

 

 

  

 

 

Zunächst der Blick zurück: Wie fällt Ihr Fazit der Ratsarbeit in den zurückliegenden fünf Jahren aus?

Die Grundlagen der Erfolge der letzten Wahlperiode wurden bereits in der vorletzten Wahlperiode gelegt. So konnte durch die Fertigstellung des Fachmarktzentrums Wildenkuhlen viel Kaufkraft in Kierspe gebunden werden. Durch das Baugebiet Östlich Rathaus konnten preiswertes Bauland bereitgestellt, Einnahmen für die Stadt generiert und die stadteigene Entwicklungsgesellschaft gestärkt werden. Im Gewerbegebiet Kiersperhagen II wurde ein Betrieb neu angesiedelt und weiteren Kiersper Betrieben die Erweiterung ermöglicht.

Mit der Teilnahme an der Regionale konnte der ZOB hergestellt und damit die erste Grundlage für die Reaktivierung der Bahn und die Belebung des Bahnhofsumfeldes gelegt werden und nicht zuletzt wurde das Umsteigen sicherer gemacht. Durch Investitionen in Photovoltaikanlagen, Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, stromsparende Beleuchtung und Wärmedämmung konnten der städtische Energiebedarf weiter reduziert und Kosten stabilisiert werden.

Der demographische Wandel stellt die Kommunen vor große Herausforderungen. Mit welchen Maßnahmen wollen Sie Kierspe für die immer ältere Bürgerschaft attraktiv gestalten?

Zusätzlich zum demographischen Wandel, der nicht aufzuhalten ist, verlassen jedes Jahr rund 160 Bürger unsere Stadt mehr als zuziehen. Wenn dieser Trend nicht gebrochen wird, steht die gesamte Infrastruktur, vom Kindergarten bis zum Krankenhaus im ländlichen Bereich, auf dem Spiel. Durch Bereitstellung von attraktivem Wohnraum/Baugrundstücken, Industriegebieten für die Schaffung von Arbeitsplätzen im Industrie- und Gewerbebereich und attraktiven Kultur-, Freizeit- und Bildungsangeboten muss der Abwanderung Einhalt geboten werden.

Die Reaktivierung der Bahn wird der Abwanderung entgegenwirken und gerade auch älteren Bürgern die Fahrt in die Metropolen ermöglichen. Im Interesse älterer Mitbürger müssen Barrieren an Bürgersteigen und Übergängen abgebaut werden. Der ÖPNV muss altengerecht werden (keine Stufen), damit die Versorgungszentren erreicht werden können. Kurzstreckentarife (z.B. 1 Euro für drei Haltestellen) müssen das Angebot abrunden.

Wer Neubürger anlocken will, muss aber auch auf Attraktivität für junge Familien achten. Wie kann sich Kierspe für diese Zielgruppe besser aufstellen? Wir werden die Freizeitqualität unserer Kommune erhalten und ausbauen. Denn ein hochwertiges Kulturangebot und attraktive Sport- und Freizeitmöglichkeiten machen unsere Kommune lebenswert und sind als weiche Standortfaktoren wichtig für die Neuansiedlung von Unternehmen und den Zuzug von Bürgern. Kunst und Kultur stärken Tourismus, fördern die Ansiedlung von Unternehmen und wirken ein auf die Wohnortentscheidung bei Fach- und Führungskräften. Vielfältige Vereine prägen das kulturelle und sportliche Angebot in Kierspe. Dieses zollt höchste Anerkennung und verpflichtet zu einem fairen Miteinander in allen finanziellen und bürokratischen Belangen. Wir wollen, dass sich die Bürger einbringen und an der Entwicklung unseres Gemeinwesens mitwirken. Wir fördern die Gründung von Betriebskindergärten. Sie bieten eine hohe Bildungsqualität und flexible Öffnungszeiten. Für Unternehmen sind sie ein Vorteil im Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte.
Im Zuge der Regionale 2013 sind die Volmetal-Kommunen ei ganzes Stück aufeinander zugegangen und gut zusammengearbeitet. Wie soll diese Zusammenarbeit in Zukunft aussehen? Wir sind für die Zusammenlegung bestimmter Aufgaben und Leistungen der öffentlichen Verwaltung im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit. Denn das führt zu Kostensenkung, Effizienzsteigerung und eine Bündelung von Wissen. Die Regionale beinhaltet bereits die Zusammenarbeit im Kulturbereich und auch beim Einkauf arbeiten die Volmetalgemeinden bereits zusammen, was aber sicher noch ausbaufähig ist. Langfristig können Verwaltungsabteilungen ohne nennenswerten Publikumsverkehr oder Ämter, die jeder Bürger ein bis zweimal in seinem Leben aufsucht, wie zum Beispiel die Standesämter, Teile der Bauhöfe und so weiter, zusammengelegt werden. Dafür ist es schon jetzt erforderlich, die Verwaltungsstrukturen der Kommunen anzugleichen.
Kierspe befindet sich in der Haushaltssicherung. Der ausgeglichene Haushalt soll Anfang der 2020er Jahre erreicht werden. Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine konsequente Sparpolitik unumgänglich. Wo sehen Sie noch Einsparmöglichkeiten, um den Haushalt zu entlasten?

Die Sparmaßnahmen der vergangenen Jahre reichen zunächst aus, um den Haushalt fristgerecht auszugleichen. Grundsätzlich kann nur bei Konsum und Verwaltung gespart werden, nicht bei Investitionen und Instandhaltung. Förderprogramme müssen konsequent genutzt werden. Wir erhöhen Einnahmen durch wirtschaftsfreundliche Politik, die Arbeitsplätze schafft, und setzen nicht auf Steuer- oder Abgabenerhöhungen.

Durch Fortführung des Baugebietes „Östlich Rathaus“ werden über die städtische Gesellschaft Einnahmen generiert, durch Ausweisung von Gewerbegebieten werden Arbeitsplätze geschaffen und Steuereinnahmen gesichert. Die FDP tritt dafür ein, alle Ausgaben immer wieder kritisch zu prüfen und zu hinterfragen. Dies erfordert eine umfassende und ständige Aufgabenkritik mit dem Ziel einer Konzentration auf das Wesentliche. Wir setzen uns für eine strikte Einhaltung des Konnexitätsprinzips ein: Wer eine Aufgabe überträgt, muss auch deren Kosten tragen.

In den vergangenen Monaten tauchte immer wieder der Begriff der touristischen Entwicklungsmöglichkeiten auf. Wie könnte es Kierspe gelingen, mehr Menschen in diesen Teil des Sauerlandes zu locken?

Kierspe liegt inmitten einer wunderschönen Landschaft. Diese gilt es für die Tourismusentwicklung zu nutzen. Radrouten und Wanderwege müssen angelegt und ausgeschildert werden. Anschlüsse an Nachbargebiete und überregionale Routen müssen hergestellt und die Gastronomie an diesen Wegen gefördert werden. Radtourismus hat sich rund um uns herum bereits zu einem wichtigen Wirtschaftszweig entwickelt und wo Touristen sind, wird sich auch eine Gastronomie entwickeln – von einer Versorgungsstation am Küchenfenster bis zur Bauerngaststätte.

Mit der Fußballgolfanlage hat der Stadtmarketingverein bereits ein Alleinstellungsmerkmal für Kierspe geschaffen. Der Bauernmarkt Gut Haarbecke lockt monatlich viele Besucher an. Der lange geforderte Wohnmobilplatz und ein Mountainbikeparcours, und dieses alles in die Rad- und Wanderwege eingebunden, werden Tourismus in Kierspe und Umgebung fördern und die zahlreichen Sehenswürdigkeiten zur Geltung bringen.

 

Zunächst der Blick zurück: Wie fällt Ihr Fazit der Ratsarbeit in den zurückliegenden fünf Jahren aus?

In der letzten Ratsperiode haben wir die meisten Entscheidungen einmütig getroffen. Dieses war ein gutes Resultat nach der Devise: Mehr Stadtkonsens und weniger Parteiideologie! Dabei sollte die Bandbreite der Fraktionsprofile nicht verwischt werden. Gemeinsam haben wir als Stadtrat mit der Verwaltung den Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) auf den Weg gebracht, außerdem die Aufwertung des Ortsteils Bahnhof durch das Projekt naturnaher Volmefreizeitpark, das Fassadenprogramm für die Kölner Straße und die Neuansiedlung eines Nettomarktes in Kierspe Dorf.

Der vorbildlichen Sozialeinrichtung „Hand in Hand“ wurde das ehemalige Gemeindehaus am Felderhof zur Verfügung gestellt. Für uns Grüne war besonders der Erhalt der Grundschule in Rönsahl wichtig sowie das Naherholungsgebiet bei Bordinghausen ohne den zerschneidenden Lausebergaufstieg. Leider konnten wir die Abholzung der historischen Kastanienallee gegen die Ratsmehrheit nicht verhindern.

Der demographische Wandel stellt die Kommunen vor große Herausforderungen. Mit welchen Maßnahmen wollen Sie Kierspe für die immer ältere Bürgerschaft attraktiv gestalten?

Der demographische Wandel ist auch für Kierspe eine große Herausforderung. Deshalb muss die ältere Bevölkerung noch stärker ins Blickfeld unserer Kommunalpolitik rücken. Wichtig sind barrierefreie Wege, Bürgersteige und Gebäude. Für Menschen ohne Auto sollte ihre Mobilität durch mehr Bürgerbuslinien verbessert werden, auch eine günstigere ÖPNV-Verbindung zwischen Rönsahl-Wipperfürth.

Die Vereine und Kirchen könnten neue Geselligkeitsangebote für Senioren gegen die Einsamkeit anbieten. Stadtrat und Verwaltung haben dafür zu sorgen, dass genügend Ärzte in Kierspe praktizieren. Für ältere Kranke gilt es, das Betreute Wohnen zu fördern sowie die häuslichen Pflegedienste. Wünschenswert wären Mehrgenerationenhäuser und Wohngemeinschaften für demente Menschen. In Kierspe Dorf muss die Poststelle erhalten bleiben und in Rönsahl der Einzelhandel. Schließlich darf der städtische Sozial- und Seniorenausschuss nicht wegfallen.

Wer Neubürger anlocken will, muss aber auch auf Attraktivität für junge Familien achten. Wie kann sich Kierspe für diese Zielgruppe besser aufstellen?

Leider gehen in Kierspe wegen des demographischen Wandels auch die Einwohnerzahlen stetig zurück. Deshalb müssen wir unsere Stadt attraktiver machen für das Kommen von Neubürgern. Dafür sind günstige Mietwohnungen von Vorteil und auch die Nutzung der vielen Baulücken für Einfamilienhäuser. Für die berufstätigen Zuzügler gilt es neue Arbeitsplätze zu schaffen durch die Ausweisung neuer Gewerbegebiete in Kierspe und Rönsahl.

Junge Familien legen heute Wert auf ausreichende Kiga-Gruppen für unterdreijährige Kinder. Auch ein hochwertiges Schul- und Bildungsangebot muss hohe Priorität haben. Die inklusiven Fördermöglichkeiten für benachteiligte Jugendliche sind auszubauen. Letztlich dürfen die beliebten Freizeiteinrichtungen nicht kaputt gespart werden, wie das Hallenbad, die Sportanlagen, Jugendzentren, Volkshochschule und Stadtbibliothek. Insgesamt muss Kierspe kinder- und familienfreundlicher werden.

Im Zuge der Regionale 2013 sind die Volmetal-Kommunen ei ganzes Stück aufeinander zugegangen und gut zusammengearbeitet. Wie soll diese Zusammenarbeit in Zukunft aussehen?

Mit dem Regionaleprojekt „Ein Fluss verbindet“ sind die vier Volmetalstädte weiter zusammengerückt. Wir treffen uns seit Kurzem als „Volmetalgrüne“ reihum in Kierspe, Meinerzhagen und Halver, um gemeinsame Kommunalprojekte voran zu bringen. So befürworten wir weiterhin die Sonntagsveranstaltung „Autofreies Volmetal“ für die Nutzung der Bundesstraße 54 durch Spaziergänger, Wanderer und Fahrradfahrer.

Im Bereich Kultur müsste das begonnene Netzwerk noch dichter geknüpft werden, beispielsweise durch große Openair-Konzerte in der heimischen Region. Dazu könnten Pendelbusse eingesetzt werden. Kooperative Partner wie die KuK-Initiative und die erfahrenen Musikvereine sind zu beteiligen. Die Fachausschüsse der vier Stadträte sollten sich öfters treffen, um gemeinsame Interessen zu bündeln in den Bereichen Förderschule oder öffentlicher Nahverkehr.

Kierspe befindet sich in der Haushaltssicherung. Der ausgeglichene Haushalt soll Anfang der 2020er Jahre erreicht werden. Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine konsequente Sparpolitik unumgänglich. Wo sehen Sie noch Einsparmöglichkeiten, um den Haushalt zu entlasten?

Unsere Stadt ist mit weit über 40 Millionen Euro überschuldet. Deshalb wäre es unverantwortlich, die geplante Nordumgehung (Lausebergaufstieg) mitzufinanzieren. Sparmaßnahmen sehen wir Grünen in effizienteren Heizungsanlagen und Wärmedämmungen bei städtischen Gebäuden wie am Bürgerhaus Felderhof. Unsere Straßenlaternen sind zügig mit LED-Leuchten umzurüsten. Beim Fuhrpark müssen die spritgünstigsten Autos gekauft werden. Kosten könnten gesenkt werden durch gemeinsame Einrichtungen mit den Nachbarstädten (Beispiel: der Verbund-Bauhof Wipperfürth und Hückeswagen).

Die Einnahmenseite gilt es zu stärken mit mehr Gewerbesteuern durch neu angesiedelte Unternehmen und die Erhöhung der Vergnügungssteuern bei Glücksspielautomaten. Insgesamt muss der neue Stadtrat alles versuchen, die freiwilligen Leistungen für unsere Bürgereinrichtungen in den Bereichen Kindergärten, Soziales, Sport, Kultur und Freizeit nicht dem Rotstift zu opfern.

In den vergangenen Monaten tauchte immer wieder der Begriff der touristischen Entwicklungsmöglichkeiten auf. Wie könnte es Kierspe gelingen, mehr Menschen in diesen Teil des Sauerlandes zu locken?

Ein Lückenschluss der Volmetalbahn ab Sommer 2016 zwischen Meinerzhagen und Brügge bietet für Kierspe die touristische Chance, dass Besucher aus dem Rheinland und Ruhrgebiet in unsere Stadt kommen können. Einladend ist die herrliche Naturlandschaft mit den Talsperren und Wandermöglichkeiten. Mit dem geplanten Volmeradweg samt Radstationen (E-Bike-Ladesäulen) können Freizeitradler unsere Stadt besuchen.

Am Volme-Freizeitpark wäre Platz für Wohnmobile möglich. Neben dem Zeltplatz Gathe in Rönsahl sollte auch eine Jugendcampinganlage in Kierspe eingerichtet werden. Auch mehr Ferienwohnungen und Pensionszimmer wären wünschenswert. Unsere vorzeigbaren Einrichtungen gilt es optimaler zu bewerben (unter anderem bei Tourismusmessen): der Schleiper Hammer, das Fritz-Linde- und Bakelitmuseum sowie die Brennerei in Rönsahl. Zu einem Tourismuskonzept sollten Bürgeranregungen unbedingt berücksichtigt werden.

 

 

 

Zunächst der Blick zurück: Wie fällt Ihr Fazit der Ratsarbeit in den zurückliegenden fünf Jahren aus?

Die Ratsarbeit in Kierspe wird weitestgehend als gut bewertet. Die Zusammenarbeit mit den meisten Fraktionen hat dazu beigetragen, dass die Sanierung der „Eierkurven“ erfolgte, der ZOB erstellt werden konnte sowie das Gewerbegebiet Kiersperhagen und das Baugebiet Östlich Rathaus realisiert wurden. Energie- und Sanierungsmaßnahmen an öffentlichen Gebäuden, vorbereitende Maßnahmen am Schienennetz zur Reaktivierung der Bahn sowie vorbereitende Maßnahmen zur Durchführung der Regionale (zum Beispiel Volmetalradweg und Volme-Freizeitpark) stellen eine erfreuliche Entwicklung dar. Auch die neuen Einkaufsmöglichkeiten im Einkaufspark Wildenkuhlen und die zukünftigen Einkaufsmöglichkeiten im Stadtteil Kierspe Dorf (Netto Markt) führen zu einem weitestgehend positiven Fazit der Ratsarbeit der letzten fünf Jahre.

Der demographische Wandel stellt die Kommunen vor große Herausforderungen. Mit welchen Maßnahmen wollen Sie Kierspe für die immer ältere Bürgerschaft attraktiv gestalten?

Ein barrierefreies Leben in allen Bereichen des öffentlichen Lebens ist anzustreben. Leicht erreichbare Einkaufsmöglichkeiten, ein ausreichendes Angebot an seniorengerechten Wohnungen beziehungsweise betreutem Wohnen sowie interessante Freizeitangebote für ältere Bürger steigern die Attraktivität der Stadt Kierspe für die ältere Bürgerschaft. Mehr Wohneinheiten mit Aufzügen und damit einer seniorengerechten Ausgestaltung sowie Mehrgenerationengebäude sind wünschenswert.

Ein verbessertes Angebot im öffentlichen Nahverkehr und angepasste Verkehrswege sind ebenfalls wichtige zukünftige Herausforderungen. Unsere älteren Mitbürger wollen ernst genommen werden. Sie sollen weiter für die Gesellschaft mitarbeiten. Ehrenamtliche Hilfe ist hier ein Beispiel.

Wer Neubürger anlocken will, muss aber auch auf Attraktivität für junge Familien achten. Wie kann sich Kierspe für diese Zielgruppe besser aufstellen?

Ein ausreichendes und preisgünstiges Angebot an Wohngebieten sowie Arbeitsplätze vor Ort sind grundlegende Voraussetzungen, um Neubürger anzulocken. Die Möglichkeit, ein schnelles Internet nutzen zu können, wird immer wichtiger. Interessante Freizeitangebote in allen Bereichen, ein vielfältiges schulisches Angebot sowie eine ausreichende Anzahl an Kindergartenplätzen bilden weitere wichtige Bausteine zur Attraktivitätssteigerung. Nur eine kinderfreundliche und familienfreundliche Stadt kann die Entscheidung zum Zuzug nach Kierspe positiv beeinflussen. Auch die zukünftige Anbindung von Studienstandorten durch eine neue Bahnverbindung, angemessene Steuersätze sowie gute Einkaufsmöglichkeiten vor Ort können Neubürger nach Kierspe locken.

Im Zuge der Regionale 2013 sind die Volmetal-Kommunen ei ganzes Stück aufeinander zugegangen und gut zusammengearbeitet. Wie soll diese Zusammenarbeit in Zukunft aussehen? Wir stehen zur interkommunalen Zusammenarbeit. Die Städte können sich nicht isoliert sehen. Die neue entstandene Zusammenarbeit ist beizubehalten und nach Möglichkeit auszubauen. Kein Kirchturmdenken, sondern überregionales Denken ist gefordert. Eine Zusammenarbeit in allen Bereichen ist anzustreben. Die vier Volmetal-Kommunen sollten auch nach der Regionale versuchen, sich durch intensive Zusammenarbeit für die Zukunft konkurrenzfähig aufzustellen.
Kierspe befindet sich in der Haushaltssicherung. Der ausgeglichene Haushalt soll Anfang der 2020er Jahre erreicht werden. Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine konsequente Sparpolitik unumgänglich. Wo sehen Sie noch Einsparmöglichkeiten, um den Haushalt zu entlasten?

Die öffentlichen Finanzen sind die Herausforderung der Zukunft. Hier ist Kreativität gefragt. Neben der Konsolidierung stehen die Erschließung neuer Einnahmequellen und die Suche nach Einsparungspotenzialen im Vordergrund. Wir können uns die weitere Einbindung von ehrenamtlichen Leistungen vorstellen. Die Optimierung durch Zusammenarbeit mit anderen Kommunen ist eine weitere Möglichkeit. Die Forderung zur Abschaffung des Solidaritätsbeitrages Ost ist zu untermauern.

Kreatives Verwaltungsmanagement und ein modernes Finanzmanagement ist der Anspruch an die Zukunft. Bei der hohen Verschuldung unserer Stadt ist bei der aktuellen Zinslast ein optimaleres Zinsmanagement notwendig. Die Verwaltung muss schlanker werden und sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren. Hier ist immer die Frage zu stellen, müssen wir das selbst machen, können andere das besser und macht eine gemeinsame Zusammenarbeit Sinn. Ein „Kaputt-Sparen“ wird es mit uns nicht geben.

In den vergangenen Monaten tauchte immer wieder der Begriff der touristischen Entwicklungsmöglichkeiten auf. Wie könnte es Kierspe gelingen, mehr Menschen in diesen Teil des Sauerlandes zu locken?

Wichtig ist es hierbei, Kierspe als Bestandteil einer Region zu verstehen. Der Gedanke der Regionale, die Region als Ganzes zu betrachten, ist auch im Bereich der touristischen Entwicklungsmöglichkeit von zentraler Bedeutung. Ortsverbundene Rundwanderwege mit Anschluss an den Sauerland-Höhenflug, den Ausbau vom „Autofreien Volmetal“, Routen entlang historischer Kirchen oder der historischen Industriekultur können nur gemeinsam organisiert und vermarktet werden.

Natürlich benötigt Kierspe auch Alleinstellungsmerkmale. Der geplante Volme-Freizeitpark kann zum Beispiel zu einem interessanten Haltepunkt entlang des geplanten Volmetalradweges werden. Neben baulichen Veränderungen ist auch die Entwicklung eines stärkeren Wir-Gefühls für unsere Stadt wichtig. Eine stärkere Identifizierung mit der Heimat führt zu einer überzeugten Werbung. Die Arbeit unter anderem des Stadtmarketingvereins ist ein gutes Beispiel für die Entwicklung einer lokalen Kommunikation.

 

 

 

 

 

Zunächst der Blick zurück: Wie fällt Ihr Fazit der Ratsarbeit in den zurückliegenden fünf Jahren aus?

Seit der Kommunalwahl 2009 hat sich einiges in Kierspe getan, auch wenn viele Herausforderungen und Themen noch nicht angegangen wurden. Eines unserer zentralen Themen war der Ruf nach mehr Bürgerbeteiligung und Transparenz. Da sind wir ein ganzes Stück weiter: Trotz massiver Widerstände von CDU und UWG haben wir seit 2011 durch unsere Anträge wieder eine Einwohnerfragestunde vor und nach jeder Rats- und Ausschusssitzung. Ebenfalls seit 2011 haben wir durch unseren Antrag in Kierspe einen Bürgerhaushalt und darüber hinaus finden deutlich mehr Veranstaltungen zur Information und Beteiligung der Bürger, insbesondere der betroffenen Anwohner vor den Entscheidungen in Sachausschüssen und Ratssitzungen statt. Die sogenannte „Interfrak“ ist nicht länger „geheimer Vorentscheider“ sondern dient nur noch der Koordination und Vorbereitung wichtiger Themen.

Der demographische Wandel stellt die Kommunen vor große Herausforderungen. Mit welchen Maßnahmen wollen Sie Kierspe für die immer ältere Bürgerschaft attraktiv gestalten?

Es reicht nicht aus, nur für seniorengerechten Wohnraum zu sorgen und das ein oder andere Seniorenzentrum zu realisieren. Kierspe muss auch im Jahr 2030 noch attraktiv für Familien und junge Erwachsene sein. Wir fordern seit 2008 ein Stadtentwicklungskonzept, das alle Facetten unserer Stadt berücksichtigt. Es kann nicht durch Einzelmaßnahmen der goldene Schuss geschafft werden, der alle Probleme löst.

Alle Verbände, Parteien und gesellschaftlichen Gruppen sowie jeder einzelne interessierte Bürger ist aufgerufen, mitzuarbeiten, damit Kierspe diese Herausforderung meistern kann. Ergebnisoffen und frei von Parteidünkel müssen mit Sachverstand Lösungen und Leitbilder für unsere Stadt erarbeitet und umgesetzt werden. Dass das nicht immer auf Gegenliebe stößt, zeigt ein kleines Beispiel: Unser Antrag, die Barrierefreiheit als Grundsatz für die Bauplanung in Kierspe aufzunehmen, wurde durch CDU und UWG mit dem Satz abgetan „Das machen wir eh, wenn nötig“.

Wer Neubürger anlocken will, muss aber auch auf Attraktivität für junge Familien achten. Wie kann sich Kierspe für diese Zielgruppe besser aufstellen?

 Es ist irrwitzig, zu denken, dass Baugebiete allein über den Zuzug von Familien entscheiden. Das kann man an Östlich Rathaus gut sehen: Die weit überwiegende Mehrzahl der Anwohner sind innerhalb Kierspes umgezogen. Doch selbstverständlich müssen attraktive Wohnmöglichkeiten vorgehalten werden, aber viele andere Dinge sind hier viel entscheidender: Einkaufsmöglichkeiten, der Charme einer Stadt und kulturelle Infrastruktur sind hier sicherlich entscheidende Momente.

Der Mensch ist ein soziales Wesen und dort, wo das soziale Umfeld attraktiv ist, fühlt sich der Mensch wohl. Wir haben Pfunde, mit denen wir wuchern können: Gesamtschule, Sportstätten Felderhof, Brennerei Rönsahl etc. Wir dürfen aber nicht nur auf puren Lokalpatriotismus vertrauen und engstirnig nur in den eigenen Stadtgrenzen denken. Gemeinsam mit den Nachbargemeinden „oben an der Volme“ müssen wir die Herausforderungen angehen. Das ist das Gebot der Stunde.

Im Zuge der Regionale 2013 sind die Volmetal-Kommunen ei ganzes Stück aufeinander zugegangen und gut zusammengearbeitet. Wie soll diese Zusammenarbeit in Zukunft aussehen?

Eine Zusammenarbeit der vier Kommunen „oben an der Volme“ kann die Antwort auf viele Fragen und Lösung für eine Menge unserer Probleme sein. Es macht aus unserer Sicht keinerlei Sinn, wenn jede Stadt versucht, alles genauso zu machen, wie der Nachbar. Was die eine Gemeinde schon hat und dort gut funktioniert, muss die andere nicht unter Schmerzen kopieren, nur um es gleich zu tun. Durch die Regionale 2013 ist dieser Prozess in Bewegung gekommen.

Es passiert genau das, was nach unserer Auffassung das Gebot der Stunde ist: Den Herausforderungen durch die massiven gesellschaftlichen Veränderungen wird gemeinschaftlich und konzeptionell begegnet. Zwar geschieht dies momentan nur sehr spezifisch im Freizeitbereich, aber die Regionale 2013 muss und darf nicht die letzte Kooperation auf dieser nachbarschaftlichen Ebene sein: Bauhof, Feuerwehr, Schulen. All das und noch vieles mehr könnte und sollte gemeinsames Thema „oben an der Volme“ werden.

Kierspe befindet sich in der Haushaltssicherung. Der ausgeglichene Haushalt soll Anfang der 2020er Jahre erreicht werden. Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine konsequente Sparpolitik unumgänglich. Wo sehen Sie noch Einsparmöglichkeiten, um den Haushalt zu entlasten?

Seit Jahrzehnten – selbst in Zeiten der Hochkonjunktur – gelang es Kierspe nicht, die Ausgaben durch entsprechende Einnahmen zu decken. Man kann dann natürlich die Bürger stärker zur Kasse bitten: Steuern und Abgaben erhöhen. Das ist der „Königsweg“ der Kommunalaufsicht, verbunden mit der Auflage, alle „freiwilligen Leistungen“ wenn nötig bis auf Null zu reduzieren. Das bedeutet: Hallenbad weg, Stadtbibliothek weg, Sozialamt und Ordnungsamt zusammenlegen, weniger Straßensanierungen (...).

Dies ist aber nicht unser Weg. Politik findet auch in Krisenzeiten statt – nur müssen die Prioritäten anders gesetzt werden. Einsparungen könnten erzielt werden durch eine bessere Zusammenarbeit mit den Kommunen „oben an der Volme“. Einnahmen könnten zum Beispiel erzielt werden durch eine gezielte Vermarktung der in Nordrhein-Westfalen einzigartigen Sportstätten am Felderhof. Auch das Interkommunale Gewerbegebiet ist ein guter Schritt in die richtige Richtung.

In den vergangenen Monaten tauchte immer wieder der Begriff der touristischen Entwicklungsmöglichkeiten auf. Wie könnte es Kierspe gelingen, mehr Menschen in diesen Teil des Sauerlandes zu locken?

Kierspe hat für Touristen eine Menge zu bieten: Viel Grün- und Waldfläche, viele Stauseen, gute Luft, gute Sportmöglichkeiten, um nur einiges zu nennen. Das wollen wir bewahren und wenn möglich ausbauen. Das geht aber nur mit externer professioneller Hilfe. Deshalb werben wir seit 2008 stetig und unnachgiebig für Entwicklungskonzepte, bei denen sich Fachleute ergebnisoffen diesen Themen stellen und für Kierspe eine Zukunft aufzeigen. „Das kostet Geld!“, rufen dann unsere Kritiker, vor allem aus CDU und UWG.

„Warum so ängstlich?“, fragen wir zurück: Wir haben in NRW eine Vielzahl von Hochschulen und Universitäten mit Lehrstühlen zu diesen Themen wie Stadtplanung, Soziologie, Touristikmanagement und so weiter. Diese sind sicher dankbar für praxisnahe Themen für Forschungs- und Diplomarbeiten und Dissertationen. Und ohne zu investieren, kann man nichts erwirtschaften. Dieses Thema steht bei uns ganz oben auf der Agenda. Und wir bleiben dran!

 

  

 

Rubriklistenbild: © dpa

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