Auch Jüngere legen Wert auf Barrierefreiheit

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Noch kann Architekt Rüdiger Voswinkel den Blick aus einer der zwölf Wohnungen genießen. In Kürze ziehen dort die neuen Wohnungsbesitzer ein.

Kierspe - Barrierefreiheit ist nur ein Thema für alte Menschen – könnte man meinen, ist aber falsch. Dass dieses Thema auch junge Bauherren beschäftigt, wird bei Gesprächen mit diesen, aber auch mit Architekten klar. Deutlich wird dies aber auch, wenn man sich anschaut, wer barrierefreie Wohnungen erwirbt – beispielsweise in Kierspe, wo der Architekt Rüdiger Voswinkel den Bau einer Eigentumswohnanlage betreut.

In allen Stockwerken wird derzeit am Bordinghauser Weg gearbeitet, um die zwölf Wohnungen, die dort in einer Anlage entstehen, fristgerecht fertigzustellen. Bereits am Eingang wird klar, wer hier wohnen wird, kann dort bleiben, auch wenn er einmal auf einen Rollator oder Rollstuhl angewiesen sein sollte. Garagen und Eingang sind ebenerdig zu erreichen, gleiches gilt natürlich für den Aufzug im Kern des Treppenhauses. Aber auch in den Wohnungen setzt sich der Anspruch fort. Breite Türen und ebenerdige Duschen erleichtern das Leben im Alter – sind aber auch kein Ausschlusskriterium für junge Wohnungskäufer.

„Rund die Hälfte der bisherigen Wohnungskäufer sind wohl eher als jünger zu bezeichnen“, erzählt Voswinkel. Dabei habe ein Teil die Wohnung zum direkten Bezug gekauft, einige würden aber auch an die eigene Zukunft denken. Voswinkel: „Diese Käufer leben jetzt noch mit der Familie im eigenen Haus und genießen die Freiheiten, die ein solches Wohnen bietet. Doch sie wollen sich in zentraler Lage eine Wohnung sichern, die es ihnen erlaubt, auch im Alter in der Heimatstadt zu leben.“

Der Architekt ist selbst ein wenig überrascht, wie groß das Interesse an den Wohnungen ist. „Die ersten waren bereits verkauft, da hatten wir gerade einmal die Baugrube ausgehoben. Doch die, die sich anhand der Pläne nicht vorstellen konnten, wie die jeweilige Wohnung aussieht, die greifen jetzt zu, wo sie den Zuschnitt der Räume sehen und auch den Ausblick aus den Fenstern.“

Wichtig sei Käufern auch die Garage. „Zu allen bislang verkauften neun Wohnungen wurde auch eine Garage erworben. Das liegt sicher auch am Sauerländer Winter“, merkt Voswinkel an.

In dem Neubau sieht der Architekt aber nicht nur einen Trend zum barrierefreien Wohnen, sondern sich auch in seiner Einschätzung bestätigt, dass sich auch im ländlichen Raum mit Neubauten Gewinne erzielen lassen. „Vorausgesetzt, die zukünftige Wohnung bietet den Menschen neben einem guten Wohnumfeld auch die Möglichkeit der Werterhaltung.“ Nach seiner Einschätzung sei Wertigkeit bei den Materialien gewünscht – und auch der Komfort. „Wer in ein solches Objekt zieht, der möchte nicht im Winter Schnee schieben oder alle paar Wochen das Treppenhaus putzen.“ Doch um die Verwaltung müssen sich die Eigentümer später selber kümmern. „Für uns war es wichtig, die Rahmenbedingungen zu schaffen – und die beschränken sich nicht nur auf ein angenehmes Wohnen, die Menschen legen in einer Zeit, in der täglich von Einbrüchen in der Region zu lesen ist, auch großen Wert auf Sicherheit“, sagt Voswinkel. Bei dem Neubau habe man deshalb großen Wert auf stabile Fenster und eine entsprechende Schließanlage gelegt. „Für die Einbrecher steigt das Risiko, erwischt zu werden, wenn sie sich lange mit einer Tür oder einem Fenster aufhalten müssen. Schnell rein, schnell raus – ist das Motto der Täter. Wenn diese sehen oder spätestens, wenn sie merken, dass ein Einbruch nicht in wenigen Minuten zu realisieren ist, dann verschwinden sie wieder“, da ist sich der Kiersper Architekt sicher.

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