Alles bereit für zweiten Verbund

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Schulleiter Ekkehard Haas ist optimistisch, dass es nach den Sommerferien nicht nur einen Schulverbund auf dem Papier gibt, sondern nun alle Voraussetzungen stimmen, damit dieser in der Praxis auch gelebt wird.

Kierspe - Die praktischen und organisatorischen Vorbereitungen für die Bildung des neuen Schulverbundes sind weitgehend abgeschlossen. Schon in gut drei Monaten geht die „Bismarckschule Kierspe mit Teilstandort Servatiusschule, städtische Gemeinschaftsgrundschule – Primarstufe“, so die offizielle Bezeichnung, mit fast 300 Schülern an den Start.

Von Rolf Haase

„Bevor es zu den entsprechenden Ausschuss- und Ratsbeschlüssen zur Zusammenlegung von Bismarck- und Servatiusschule kam, gab es mehrere Vorgespräche mit der Schulaufsicht“, berichtet Schulleiter Ekkehard Haas und verweist darauf, dass seitens der Behörde kein Zweifel daran gelassen wurde, dass es langfristig für die Rönsahler Bildungseinrichtung nur die Auflösung als Alternative gebe. „Die Prognosen der Schülerzahlen sind eben eher negativ. Der wohnortnahen Beschulung auch der Rönsahler Kinder wurde aber oberste Priorität eingeräumt“, informiert der Rektor.

Schon im Herbst 2012 fiel die Grundsatzentscheidung für die zweite Kiersper Verbundschule, wobei Haas mit seiner Bitte um etwas mehr Zeit Gehör fand – damit ein harmonischer und reibungsloser Prozess sichergestellt werden kann. Wenig später tagten die Schulpflegschaften und Schulkonferenzen beider Schulen, ohne dass größere Kontroversen entstanden. Im Herbst 2013 trafen die kommunalen Gremien den endgültigen Beschluss inklusive einer Namensgebung, die die Identitäten beider Schulen wahrt. Damit waren schon bei der ersten Verbundschule, bestehend aus Pestalozzi- und Schanhollenschule, positive Erfahrungen gesammelt worden.

Erstmals beschnupperten sich die zwei Kollegien jetzt in einer gemeinsamen Sitzung, die für die rund 20 Lehrer mit einem gegenseitigen Kennenlernen begann. Anschließend wurde über organisatorische und fachliche Fragen gesprochen: So ging es um einheitliche Schulbücher, wobei besonders das Mathematiklehrwerk Anlass für ideologische Diskussionen bot. Kritik wurde laut am umstrittenen Konzept „Lesen durch schreiben“, das ansatzweise noch in Rönsahl verfolgt wird. „Wir arbeiten nach wie vor konsequent nach der Fibel“, macht Haas aufmerksam und meint mit „Wir“ die Bismarckschule. Da muss er sich demnächst umstellen. Um die unterschiedlichen Organisationsstrukturen und Konzepte einander anzupassen, bleiben fünf Jahre Zeit. So können Erfahrungen während des gemeinsamen Betriebs noch in die neuen Strukturen mit einfließen. Verabredet wurden zudem genauso getrennte wie gemeinsame soziale Aktivitäten der Kollegien.

Der Schulleiter hofft, mit der zum Schuljahresende in den Ruhestand tretenden Konrektorin Gisela Paulick noch einmal den Stundenplan für das erste Schulhalbjahr erstellen zu können, denn die zwei sind ein eingespieltes Team. Auf jeden Fall aber wollen die Schulleitungsmitglieder vor den Sommerferien den künftigen Einsatzort jedes Lehrers abgestimmt haben. Möglich ist, dass der eine oder andere Pädagoge den Standort wechselt.

Ekkehard Haas hat gegenüber der Schulaufsicht deutlich gemacht, dass personelle Verluste – unter anderem auch durch den Wechsel von Stefanie Keuchel nach Rönsahl, zunächst als Schulleiterin, ab Sommer in ihrer neuen Funktion als Konrektorin der Verbundschule – kompensiert werden müssen, um einen guten Start zu gewährleisten. Mit zum Schulleitungsteam gehören von Rönsahler Seite noch Gisela Wagner als Assistentin der Schulleitung sowie von Kiersper Seite Alexander Schöbel, der nicht nur den Posten des Schulsportleiters von Stefanie Keuchel übernommen hat, sondern außerdem für die Vertretungspläne verantwortlich zeichnet. Letzte Abstimmungen finden an den beiden letzten Ferientagen in der ersten Schulwoche im August statt.

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